Israel Heute Morgen

Montag, 12. März 2018 |  Dov Eilon

Guten Morgen liebe Leser!

Auch heute früh war es wieder recht kühl, als ich hier in Jerusalem aus dem Bus stieg, mein Handy zeigte mir, dass es gerade mal 9 Grad waren. Aber der Himmel war und ist auch jetzt strahlend blau und die Sonne wärmt die Luft langsam auf. Heute Mittag sollen dann immerhin 18 Grad erreicht werden, bei uns zuhause in Modiin werden sogar 21 Grad erwartet. Für Mittwoch hat man uns wieder einen recht warmen Tag versprochen und danach gehen die Temperaturen dann wieder etwas nach unten. Das ist unser Frühling, mal etwas wärmer, dann wieder ein wenig kühler und zwischendurch gibt es dann auch mal einen Sharav, den östlichen Wind, der uns eine plötzliche Hitze und Trockenheit aus der Wüste bringt. Da kann es dann manchmal sogar heißer als im Sommer werden. Ich bin eigentlich ganz zufrieden, dass der Winter vorbei ist, auch wenn wir natürlich viel mehr Regen gebraucht hätten. Ich freue mich jetzt auf den kommenden Sommer.

Und hier ist werst einmal das Wetter für heute in Israel:

Heiter bis teilweise bewölkt mit einem leichten Anstieg der Temperaturen. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 18 Grad, Tel Aviv 20 Grad, Haifa 19 Grad, Tiberias am See Genezareth 23 Grad, am Toten Meer 24 Grad, Eilat am Roten Meer 27 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um einen halben Zentimeter gestiegen und liegt jetzt bei -213.495 m unter dem Meeresspiegel.

Heute früh waren wir besonders effektiv, ich und meine Tochter. Schon um fünf Minuten vor sechs saßen wir im Auto. Ich setzte dann meine Tochter am Bahnhof ab, fuhr dann zum Parkplatz und schaffte dann locker den Bus um 6:05! So schnell geht das von zuhause. Allerdings nur, wenn die Ampeln mitspielen. Wir haben uns gut in diesen neuen morgentlichen Rhythmus eingelebt, meine Tochter und ich. Ab uns zu wird sie später aber auch in der Basis übernachten, dann kann sie morgens viel später aufstehen und ich kann ohne Stress meinen Bus bekommen. Sie sehen, der anfängliche Stress des Beginns des Armeedienstes unserer Tochter hat sich jetzt gelegt. Aller Anfang ist schwer, sagt man ja auch. Ich wünsche uns ab jetzt anderthalb ruhige und gute Jahre.

Alles andere als ruhig ist es momentan in unserer Regierung. Den ganzen Tag lang wurde gestern von der Regierungskrise berichtet. Bis gestern Abend sah es noch so aus, als seien Neuwahlen um Juni unvermeidlich. Doch in der Nacht scheinen sich die orthodoxen Politiker etwas gemässigt zu haben, vielleicht haben sie doch kalte Füsse davor bekommen, sich jetzt auf Wahlen einzulassen. Denn eigentlich können sie dabei nur verlieren. Ich kann mir kaum vorstellen, dass die orthodoxen Parteien bei Neuwahlen Mandate hinzugewinnen würden, ganz im Gegenteil. Nun sei man zu einem Kompromiss bereit. Nun liegt es an Verteidigungsminister Avigdor Lieberman, ob die Regierung standhaft bleibt oder nicht. Er sagte ganz klar, dass er und seine Parteifreunde gegen das Wehrpflichtgesetz stimmen werden. Und wenn dieses verabschiedet werden sollte, seine Partei die Koalition verlassen würde. Und dann kann es doch noch Wahlen im Juni geben. Für unsere Tochter würden das die ersten Wahlen sei, an der sie teilnehmen kann. Daher bat sie uns gestern darum, dass wir sie ein wenig in die Parteienlandschaft Israels einführen, keine leichte Mission. Kleines Land, viele Parteien. Und es gibt da noch diesen Witz: Zwei Juden, drei Meinungen. Daran mag was dran sein, denn langweilig ist es hier in der Politik eigentlich nie.

Wahlen im Juni, ja oder nein? Wahlraum von 2015 (Foto: Nati Shohat/Flah90)

Und jetzt noch etwas, das vielleicht nicht alle von ihnen interessiert, liebe Leser. Ich habe seit dem Kindesalter noch nie einen Eurovision-Lieder-Wettbewerb verpasst, auf englisch klingt das allerdings irgendwie besser: Der Eurovision Song Contest. Das war immer ein ganz besonderer Samstagabend im Mai. Ich liebte, auch heute ist es so, die Punktevergabe, die oft bis spät in die Nacht dauerte. Ich mag den Wettbewerb, warum, das kann ich gar nicht so gut erklären. Wie den auch sei, gestern wurde das israelische Lied vorgestellt, die Sängerin, Netta Barzilay, wurde schon etwas früher gewählt (Artikel). Der Eurovisions-Wettbewerb hat heute einen ganz anderen Charakter als früher und hier in Israel wird er sehr ernst genommen. Dreimal konnte Israel bisher den Wettbewerb gewinnen, 1977, 1978 und 1998 (die Lieder von damals können Sie in einem Artikel vom letzten Jahr hören, klicken Sie hier). Jetzt sind schon wieder 20 Jahre vergangen, Zeit für einen weiteren Sieg. Dabei erinnere ich mich jetzt an die Vorbereitungen zum Eurovisions-Wettbewerb im Jahr 1999, der natürlich hier in Jerusalem stattgefunden hat. Ich war damals mit daran beteiligt, da ich in der Musikabteilung des Fernsehens arbeitete. So durfte ich dann auch bei der letzten Probe mit dabei sein. Die ganze Atmosphäre damals war wunderbar. Und für Israel war es eine tolle Gelegenheit, der Welt das Land vorzustellen. Die Deutschen schickten ein Lied mit dem passenden Namen „Reise nach Jerusalem“ an den Start. Den Wettbewerb in Jerusalem gewann am Ende eine Schwedin.

Wenn Sie jetzt das israelische Lied zum ersten Mal hören, erschrecken Sie nicht. Auch ich dachte zunächst, dass Israel wohl kein Interesse an einen Sieg hätte. Doch mit der Zeit änderte ich meine Meinung. Netta ist sehr begabt, sie macht etwas anderes und genau deswegen könnte sie vielleicht eine der Überraschungen des diesjährigen Wettbewerbs sein. Und nun halten Sie sich fest, hier ist das Lied:

Ja, ja, ich weiß, was Sie jetzt denken. Was soll dieses Hühnergegacker und überhaupt. Das Lied „Toy“ hat allerdings ein sehr ernstes und aktuelles Thema. Es geht um die Frau, sie ist kein Spielzeug der Männer. Sie erinnern sich sicher an diese ganzen Affären, an #metoo. Über Geschmack lässt sich allerdings nicht streiten. Wir werden uns den Wettbewerb wie immer mit der ganzen Familie ansehen, am 8. Mai geht es los. Uns macht das einfach Spaß. Viel Erfolg für Netta und Israel.

Viel Erfolg wünsche ich auch uns und der Regierung. Wir brauchen jetzt keinen neue Wahlen, das wäre auch reine Geldverschwendung. Ihnen, liebe Leser, wünsche ich einen wunderbaren Montag und einen gute Start in die Arbeitswoche, machen Sie es gut

Shalom aus Jerusalem!

Dov

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