Israel Heute Morgen

Dienstag, 27. Februar 2018 |  Dov Eilon

Guten Morgen liebe Leser!

Um halb vier heute früh wurde ich von dem heftigen Regen, der plötzlich begann, geweckt. Zunächst war mir gar nicht klar, dass der Regen für diesen enormen Lärm verantwortlich war. Es regnete nicht nur eimerweise, ich würde sagen, es regnete containerweise. Es klang wie ein gewaltiger Sturm, der plötzlich über uns herzog. Heute früh war es dann wieder still, es tröpfelte nur noch schwach. Um 6 Uhr bin ich dann zusammen mit meiner Tochter aus dem Haus gegangen, selbstverständlich mit Regenschirmen. Als ich in Jerusalem aus dem Bus stieg, war der Regen dann wieder etwas stärker. Heute wird in den Schulen und Kindergärten Purim gefeiert, daher war ja klar, dass es heute regnen würde.

Und hier ist das Wetter für heute in Israel:

Am Vormittag im Norden und im Zentrum des Landes Regenschauer mit vereinzelten Gewittern. Auch im Süden kann es zu örtlichen Regenschauern kommen. Gefahr von Überflutungen der östlichen Wadis. Gegen Mittag schwächt sich der Regen ab. Leichter Rückgang der Temperaturen. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 14 Grad, Tel Aviv 18 Grad, Haifa 17 Grad, Tiberias am See Genezareth 20 Grad, am Toten Meer 24 Grad, Eilat am Roten Meer 25 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um einen halben Zentimeter gestiegen und liegt jetzt bei -213.62 m unter dem Meeresspiegel.

Früher, als unsere Kinder noch klein waren, war Purim eine große Sache. In der Grundschule gab es die Tradition, schon eine Woche vorher die Kinder in die richtige Purim-Atmosphäre zu bringen. Jeder Tag hatte ein Motto. An einem Tag sollten die Kinder als Fußballspieler erscheinen, an einem anderen Tag waren Pyjamas angesagt und an einem anderen Tag sollten sie etwas Lustiges mit ihren Haaren anfangen. Gleichzeitig musste man natürlich die Verkleidung für den großen Tag, Purim in der Schule, vorbereiten. Und das für drei Kinder. Das war keine leichte Zeit, glauben Sie mir. Denn man musste ja kreativ sein. Selbstverständlich war es nicht nur anstrengend, es hat auch sehr viel Spaß gemacht. Dann, kurz bevor es dann in die Schule ging, gab es erst noch Fototermin beim Papa. Ich müsste mal die ganzen Bilder aus den vergangenen Jahren suchen. Wir hatten alles in der Familie, von Prinzessin bis zum Feuermann, vom Cowboy bis zum Clown. Unser Keller ist noch voll von den Verkleidungen.

Die verkleideten Schüler einer Grundschule in Rehovot heute früh beim Eintreffen in der Schule, ab morgen sind Ferien bis Sonntag

Heute ist es eigentlich nur noch unsere Tochter, die sich zu Purim verkleidet, auch jetzt noch, als Soldatin. Die Basis, wo sie jetzt ist, veranstaltet am Donnerstag eine Purimfeier für die Familien der Soldaten, es sind dort auch viele Berufssoldaten, die dann mit ihren Kindern kommen werden. Für uns ist das eine gute Gelegenheit, die Basis kennenzulernen, wo unsere Tochter die nächsten anderthalb Jahre verbringen wird.

Was die täglichen Nachrichten betrifft, geht es weniger lustig zu. Jetzt hat sich auch eine Richterin, die die Verhandlungen um die Verlängerung der Untersuchungshaft der an der Bezeq-Affäre, Akte 4000, Beteiligten leitete, einen dicken Ausrutscher geleistet. Sie wurde dabei ertappt, wie sie sich vor den Verhandlungen mit dem Leiter der Vernehmungen abgesprochen hatte. Die Nachrichten von Kanal 10 veröffentlichten WhatsApp-Gespräche zwischen der Richterin und dem Vernehmer , bei denen sie sich noch vor der Verhandlung absprachen, um wieviel Tage die Verdächtigen in Untersuchungshaft bleiben sollen. Dabei soll die Richterin unter anderem geschrieben haben, dass sie sich bemühen werde, bei der Verhandlung einen überraschten Gesichtsausdruck anzunehmen. Die Richterin wurde sofort freigestellt, es wird gefordert, dass sie selbst kündigt, oder der entlassen wird. Die Werte der Rechtssprechung seien verletzt worden. Auch auf der Seite der Verdächtigen ist man mehr als verärgert. Vielleicht sei alles nur ein abgekartetes Spiel? Es ist schon ein dicker Hund, wenn ich das so sagen darf. Eine Richterin darf so nicht handeln. Dieser neue Twist in der Affäre füllt schon seit gestern die Titelseiten der Zeitungen.

Die Titelseiten von heute. Zwei Meldungen dominieren bei allen Zeitungen

Dazu gesellt sich dann noch die tragische Meldung von einem Vater, der seine Frau verletzte und mit seinem dreijährigen Sohn verschwand. Gestern suchte die Polizei nach ihnen, doch leider fanden fanden sie ihn zu spät. Er lag tot auf den Eisenbahnschienen. Er war vor einen Zug gesprungen, um sich das Leben zu nehmen. Im Auto wurde dann der Sohn entdeckt, er wurde von seinem Vater getötet, bevor sich selbst das Leben nahm. Eine tragische Geschichte. Die Nachbarn der Familie sagten, dass es sich um eine ganz normale Familie gehandelt hätte, es habe keinerlei Zeichen von Problemen gegeben.

Und jetzt noch kurz ein paar Worte zu der verschlossenen Grabeskirche. Ich denke, dass dieser Schritt unmöglich war. Ich denke da nur an die Menschen, die vielleicht jahrelang darauf gewartet hatten, endlich nach Israel zu kommen, endlich Jerusalem besuchen zu können, um in die Grabeskirche zu gehen. Und dann ist sie verschlossen. Unglaublich. Auch geht es hier doch gar nicht darum, etwa gegen die Christen im Land zu unternehmen. Ich finde, es ist mehr als verständlich, dass man für Einnahmen aus Geschäften Steuern zu zahlen hat. Ich bezahle sie doch auch. Die Kirche selbst wird doch gar nicht besteuert. Es geht um die Einnahmen aus Geschäften. Es kann auch nicht sein, dass die Kirche Grundstücke an private Unternehmer verpachtet oder verkauft, auf denen dann Wohnungen gebaut werden, die sehr viel Geld einbringen. Dass der Staat da nicht mitmacht, sollte doch logisch sein. Diese Sache jetzt auf die „das ist alles nur gegen Christen“-Schiene zu stellen, halte ich für unverschämt. Man darf doch eine Kirche nicht einfach zu zumachen. Oder liege ich da falsch? Liegt die Kirche über allen? Ich hoffe sehr, dass dieses Theater schnell ein Ende haben wird.

Jetzt scheint draußen wieder die Sonne, der Regen scheint vorbei zu sein. Ich wünsche Ihnen einen angenehmen und friedlichen Dienstag. Machen Sie es gut.

Shalom aus Jerusalem!

Dov

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