Erstmalig: Grabeskirche geschlossen

Montag, 26. Februar 2018 |  NAI Redaktion

In der vergangenen Woche berichteten wir über den Plan der Jerusalemer Stadtverwaltung, kircheneigene Besitztümer, die Geschäfte betreiben, wie zum Beispiel Gästehäuser, mit einer Grundsteuer zu belegen (Artikel). Diese Entscheidung wurde seitens der Kirchen sehr kritisiert.

Gestern entschlossen sich die Kirchenoberhäupter zu einem drastischen Schritt. Aus Protest gegen den Plan der Jerusalemer Stadtverwaltung, schlossen sie den Eingang zur Kirche. Es handelt sich hierbei um die erste Schließung in der langen Geschichte der Kirche. Touristen und Gläubige standen vor der verschlossenen Tür.

Die Kirchenführer erklärten ihren drastischen Schritt. Es würde sich um eine gezielte Kampagne gegen die Kirchen und die christlichen Gemeinden im Heiligen Land handeln. Der Protest richtet sich auch gegen die Verabschiedung eines Gesetzes, dass dem Staat die Enteignung von Grundstücken erlaubt, die die Kirche an private Unternehmen verkauft hatte. Der Ministerausschuss für Gesetzgebung erklärte darauf, dass die Beratung über dieses Gesetz um eine Woche aufgeschoben würde, um die angespante Situation gegenüber den Kirchenführern zu beruhigen.

Die Aktionen würden vorhandene Abkommen und internationale Verpflichtungen verletzen, die die Rechte der Kirchen garantieren würden, sagten die Kirchenführer. Dies sei ein Versuch, die Präsenz der Christen in Jerusalem zu schwächen.

„Dies ist einer Verletzung des Status Quo, die Stadt Jerusalem verschickt systematisch Mitteilungen über Pfändungen von Eigentum und Konten der Kirchen, um diese angeblichen Steuerschulden einzutreiben“, heißt es in der Erklärung.

Der israelische Tourismus-Minister Yaniv Levin sagte heute in einem Interview an das Nachrichtenportal Ynet, dass er diese einseitige Schließung der Grabeskirche nicht akzeptiere. Das Problem müsse durch Verhandlungen gelöst werden. Außer die Verletzung der christlichen Gläubigen würde die Schließung der Kirche gar nicht erreichen.

„Israel legt großen Wert auf die freie Religionsausübung, darauf sind wir sehr stolz“, sagte der Minister weiter. „Daher ermöglichen wir den Religionen auch, ihre Gebetshäuser selber zu verwalten. Deswegen können wir uns jetzt nicht einmischen und die Kirche dazu zwingen, die Grabeskirche wieder zu öffnen. Ich hoffe sehr, dass sie bald wieder geöffnet sein wird. Gleichzeitug sollten wir alle an einem Tisch sitzen und eine für uns alle akzeptable Lösung finden. Ich denke, dass dies möglich ist.“

Bild: Menschen vor der verschlossenen Tür der Grabeskirche (Foto: Hadas Parush/Flash90)

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