Tausende bei Beerdigung von Rabbiner Auerbach

Sonntag, 25. Februar 2018 |  NAI Redaktion

Archivbld: Rabbiner Shmuel Auerbach (Foto: Yonatan Sindel/Flash90)

Der Führer der extremen ultra-orthodoxen Jerusalem-Gruppe der Litauer Strömung, Rabbiner Shlomo Auerbach, ist gestern Abend im Alter von 86 Jahren gestorben und lässt die Jerusalemer Gruppe führungslos. Rabbiner Auerbach und seine Gruppe haben immer wieder mithilfe von zum Teil sehr aggressiven Protest-Demonstrationen und Straßenblockaden gegen den Dienst in der israelischen Armee und gegen die Verhaftung ihrer Jugendlicher, die sich nicht an der Rekrutierungsstelle gemeldet hatten, protestiert.

Zur Beerdigungszeremonie des Rabbiners haben sich mehrere tausend orthodoxe Juden eingefunden, um ihren Rabbiner auf seinem letzten Weg zu begleiten. Zahlreiche Straßen im Zentrum Jerusalems wurden gesperrt und es werden erhebliche Verkehrsbehinderungen erwartet.

Mehrere tausend Menschen begleiten den verstorbenen Rabbiner auf seinem letzten Weg (Foto: Yonatan Sindel/Flash90)

Im Gegensatz zu seinem Vater, dem 1995 vertorbenen Rabbiner Shlomo Salman Auerbach, war Rabbiner Shlomo Auerbach den Soldaten der israelischen Armee sehr feindlich gegenüber eingestellt. In den letzten Jahren hatte er sich von der zentralen orthodoxen Strömung getrennt, besonders durch seinen kompromisslosen Kampf gegen das Wehrpflicht-Gesetz. Er verbot seinen Schülern, sich an den Rekrutierungsstellen der Armee zu melden, auch wenn sie dann vom Militärdienst freigestellt worden wären. Auch forderte er die orthodoxen Juden vor den letzten Wahlen dazu auf, nicht daran teilzunehmen.

Besonders in den letzten Monaten gab es zahlreiche zum Teil sehr aggressive Protest-Demonstrationen der Jerusalem-Gruppe des Rabbiners Shlomo Auerbach. Dabei wurden Polizisten als „Nazis“ beschimpft. Die Demonstrationen führten zu erheblichen Störungen des täglichen Lebens vieler Bürger.

Eine der zahlreichen Demonstration der Jerusalem-Gruppe im letzten Jahr

Jetzt fragt man sich, wer die Nachfolge des Rabbiners übernehmen wird. Dabei wurde bereits der Name von Rabbiner Aharon Leib Shteinman aus Bnei Brak genannt. Aber auch der Bruder des verstorbenen Rabbiners, Rabbiner Azriel Auerbach, hat Interesse an der Nachfolge seines Bruders gezeigt. Er gilt als moderater, was den Einzug orthodoxer Juden in die Armee betrifft und ist ein Gegner von gewalttätigen Protesten und Angriffen auf orthodoxe Juden, die in der Armee dienen.

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