Israel Heute Morgen

Dienstag, 20. Februar 2018 |  Dov Eilon

Guten Morgen liebe Leser!

Es ist etwas wärmer geworden, obwohl es früh am Morgen noch immer recht kühl ist. Kann es sein, dass wir uns jetzt langsam von diesem doch recht kurzen Winter verabschieden? Eigentlich war ja nur der Januar etwas winterlich, vor allem war er sehr nass mit recht viel Regen und sogar Schnee auf dem Hermon Berg. Dieser Schnee ist wohl der Grund dafür, dass der Wasserpegel des See Genezareth an einem Tag um ganze drei Zentimeter angestiegen ist. Das ist schon beeindruckend, aber leider nicht genug .Es wäre gut,wenn der Winter noch einmal bei uns vorbeischauen würde.

Und hier ist das Wetter für heute in Israel:

Teilweise bewölkt mit einem leichten Anstieg der Temperaturen. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 16 Grad, Tel Aviv 18 Grad, Haifa 18 Grad, Tiberias am See Genezareth 22 Grad, am Toten Meer 23 Grad, Eilat am Roten Meer 25 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um weitere drei Zentimeter gestiegen und liegt jetzt bei -213.72 m unter dem Meeresspiegel.

Seit etwa zwei Wochen ist unsere Tochter im Rahmen ihres Armeedienstes jetzt in Tel Aviv. Die schwerste Zeit scheint sie hinter sich zu haben, die Grundausbildung und einen dreimonatigen Kurs, jetzt leistet sie endlich ihren regulären Dienst. Und der ist in Tel Aviv. Wir alle waren sehr glücklich darüber, denn so sehen wir unsere Tochter jetzt viel öfter als es bisher der Fall gewesen war. Momentan kommt sie sogar jeden Tag wieder nachhause. Sie hat sich an das Fahren mit den öffentlichen Verkehrsmittel gewöhnt. Überhaupt ist sie in den letzten fünf Monaten, seit Beginn ihres Armeedienstes, viel erwachsener geworden. Diese Zeit ist eine wahre Schule des Lebens, in der man lernt, mit vielen auch unerwarteten Situationen fertig zu werden.

Doch als sie gestern wieder im Zug nach Tel Aviv sass, wurde sie von einer Meldung der Bahn überrascht. Der Zug endet noch vor der Station, wo sie sonst immer aussteigt. Alle Fahrgäste wurden gebeten, auszusteigen. Der Grund dafür sind Arbeiten der Bahn an den Schienen zwischen dem Bahnhof an der Universität in Tel Aviv und der Station Beit Yehoshua bei Netania. Daher kann man momentan nicht mit dem Zug zwischen Haifa und Tel Aviv fahren. Für die Fahrgäste wurden von der Bahn Busse zu Verfügung gestellt, die sie dann weiter nach Tel Aviv oder von Tel Aviv zur Station Beit Yehoshua bringen. Klingt einfach. Ist es eigentlich ja auch. Und so sah es gestern dann aus:

Fahrgäste warten an der Beit Yehoshua Station auf die Busse, die sie nach Tel Aviv bringen sollen (Fotos: Flash90)

Viele Menschen kamen gestern wohl zu spät zur Arbeit. Die Busse waren überfüllt. Und auch auf den Strassen gab es viel mehr Verkehr als sonst. Zurück zu meiner Tochter. Sie hatte bis gestern noch nicht gelernt, wie sie vom Bahnhof Tel Aviv Zentrum zu ihrer Basis fahren kann. Dafür gibt es dann den lieben Papa. Mein Handy klingelte. Zum Glück gibt es diese praktischen Handy Apps, mit denen ich immer weiß, wie ich am schnellsten irgendwo hin komme. So führte ich dann meine Tochter aus dem Bahnhof heraus zur richtigen Busstation und sagte ihr auch, welcher Bus wann zu ihrer Basis fährt. Dabei konnte ich live mitverfolgen, wo sie sich gerade befand. Die Technik ist schon beeindruckend. Ich habe meine Tochter regelrecht geführt, bis sie die Busstation erreicht hatte. Sie denken sicherlich, dass sie das sicher auch allein geschafft hätte. Das mag ja sein, aber so sind wir Väter nun mal, oder? Ich jedenfalls. Heute ist sie dann natürlich ohne Hilfe an ihr Ziel gelangt.

Dieses ganze Durcheinander hätte man sich sparen können, wenn die Arbeiten an den Schienen nicht mitten in der Woche am Alltag, sondern an den Wochenenden ausgeführt würden. Aber da machen die religiösen Parteien in der Regierung ja bekannterweise nicht mit. Die Arbeiten der Bahn am Shabbat hatten ja vor einiger Zeit schon fast eine Regierungskrise ausgelöst. Aber muss das so sein? Die Arbeiten an den Schienen sind nötig, es wäre für alle Seiten viel einfacher gewesen, wenn man sie an den Wochenenden ausführen hätte können. Ich meine, es arbeiten doch auch andere wichtige Einrichtungen am Shabbat. Strom, Wasser, Polizei, Krankenhäuser, Hotels, Taxen und noch viel mehr. Kann man da nicht auch für die Bahn eine Ausnahme machen zum Wohl der Bürger? Und ich rede noch nicht einmal davon, dass viele gerne auch öffentliche Verkehrsmittel am Wochenende haben würden. Ich weiß, dass viele von Ihnen, liebe Leser, nicht meiner Meinung sind, aber so denke ich nun einmal. Ich hoffe, dass der ganze Verkehr ab der nächsten Woche dann wieder problemlos verlaufen wird.

Seit gestern befassen sich die Medien hier bei uns fast nur noch mit einem Thema: Akte 4000. Ja, wir haben eine neue Affäre, nach den Akten 1000, 2000 und 3000 gibt es jetzt auch Akte 4000. Auch hier ist unser Ministerpräsident wieder dabei und wird höchstwahrscheinlich bald von der Polizei vernommen werden. Auch hier geht es wieder um Bestechung. Verwickelt in dieser Affäre sind die Telefongesellschaft Bezeq und das Nachrichtenportal Walla, das zu Bezeq gehört, also denselben Eigentümer hat, der jetzt zusammen mit einigen anderen Netanjahu nahestehenden Verdächtigen in Untersuchungshaft sitzt.

Bericht über die Affäre “Akte 4000” in der Zeitung “Jediot Achronot”, auf den Seiten 2-5, ist irgendwie auch klar

Insgesamt 7 Verdächtige wurden festgenommen. Für eine positive Berichterstattung über Netanjahu soll es Vergünstigungen für Bezeq gegeben haben. Na, ich bin gespannt, wie sich diese Affäre jetzt entwickeln wird. Alles weitere werden wir dann in unseren Meldungen berichten. Langweilig scheint es für Netanjahu nie zu sein. Ob dies vielleicht die letzte Affäre sein wird? Dann könnte man sich wohl auf neue Wahlen vorbereiten. Na, wir warten erst einmal ab.

Und nun wünsche ich Ihnen einen wunderbaren und erfüllten Dienstag. Übrigens ist die Märzausgabe unseres Israel Heute Magazins jetzt erschienen. Die Digitalausgabe ist bereits hier auf der Internetseite verfügbar. Ich hoffe, Sie gefällt Ihnen. Machen Sie es gut.

Shalom aus Jerusalem!

Dov

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