Israel Heute Morgen

Sonntag, 4. Februar 2018 |  Dov Eilon

Guten Morgen liebe Leser!

Der Frühling scheint tatsächlich schon da zu sein. Jeden Tag wird es wärmer und überall blüht es. Nicht nur mein Orangenbaum hat schon seine ersten Blüten bekommen, auch die Anemone, die bei uns unter dem Namen „Kalaniot“ bekannten Kronen-Anemonen, blühen jetzt überall in ihrem kräftigen Rot. Der heftige Regen im Januar hat gut getan. Auch wir sind an diesem Wochenende nicht zuhause geblieben, das wäre unverzeihlich gewesen.

Und hier ist erst einmal das Wetter für heute in Israel:

Teilweise bewölkt mit einem weiteren Anstieg der Temperaturen. Für die Jahreszeit überdurchschnittlich warm und trocken. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 21 Grad, Tel Aviv 23 Grad, Haifa 23 Grad, Tiberias am See Genezareth 24 Grad, am Toten Meer 24 Grad, Eilat am Roten Meer 28 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um anderthalb Zentimeter gestiegen und liegt jetzt bei -213.915 m unter dem Meeresspiegel.

Was sagen Sie zu diesen Temperaturen? Die sind schon fast sommerlich. Auch in den nächsten Tagen soll es sehr warm bleiben. Als ich gestern etwas in Garten war, erinnerte ich mich an den Sommer, ich hatte es schon fast vergessen, wie man sich fühlt, wenn es draußen warm ist. Man fühlt sich wunderbar. Ich weiß ja, dass der Regen wichtig ist, denn ich muss ich zugeben, dass ich mich nach dieser Wärme gesehnt habe. So sehr ich den Winter auch mag, der Frühling ist noch viel angenehmer.

Viele Israelis sind an diesem Wochenende in den Süden gefahren, denn dort ist jetzt alles grün und....rot. Die Anemonen blühen in einer herrlichen roten Farbe auf dem grünen Wiesesn. Auch bei uns habe ich sie schon bewundern können, sie wachsen am Straßenrand. Diese Blume ist bei uns geschützt, das heißt, man darf sie nicht pflücken, man kann sie also nur in der Natur genießen. Es gibt kaum einen schöneren Anblick. Daher findet jedes Jahr zu dieser Zeit im Süden das sogenannte „Darom Adom“ Festival statt. Darom Adom heisst übersetzt der rote Süden. Sehen Sie selbst, wie schömn es jetzt dort aussieht.

Der blühende Süden - Viele Israelis nutzen das tolle Wetter für einen Ausflug in den Süden des Landes, um die blühenden Anemonen zu bewundern

Es war also ein tolles und angenehmes Wochenende. Doch nach dem Shabbatausgang, als ich mir die Nachrichten in Fernsehen ansah, hatte mich eine Meldung besonders verärgert. Der ehemalige Minister für die Rentner, der 91-jährige Rafi Eitan, ein früherer Geheimdienstagent und Nazijäger, der unter anderem die Operation zur Verhaftung von Adolf Eichmann geleitet hatte, erklärte gestern in einem Video seine Unterstützung für die Partei AfD.

Er war ausgerechnet von der „Alternative für Deutschland“ in den Bundestag eingeladen worden. In dem Video entschuldigte sich Eitan, dass er auf Grund einer Grippe nicht kommen konnte. Und dann sagte er, dass alle in Israel die Einstellung der Partei gegenüber Israel und dem Judentum zu schätzen wüssten. Er sei sich sicher, dass, wenn die Partei weise arbeiten würde, sie bald zu einer „Alternative für Europa“ werden würde.

Dieses Video löste bei uns in Israel eine Welle der Entrüstung aus. Auf die Frage, wie er eine Partei unterstützen könne, dessen Vorsitzender das Holocaust-Denkmal in Berlin als ein „Denkmal der Schande“ bezeichnet hatte und in der es nicht wenige antisemitische Äußerungen gegeben hatte, antwortete Rafi Eitan, davon nicht gehört zu haben. Der israelische Botschafter in Deutschland Jeremy Issacharoff fragte sich, wie der Fänger von Eichmann jetzt Verherrlicher der Nazis ehren könne.

Hier in Israel mag man es überhaupt nicht, dass die AfD so sehr ihre Freundschaft zu Israel und dem Judentum betont, dass sie auf Kundgebungen die israelische Fahne schwingen. Hier wird diese Partei als rechts-extremistisch angesehen, eine Partei, dessen Sprecher Alexander Gauland fordert, einen Schlussstrich unter der Nazi-Vergangenheit Deutschland zu ziehen. Diese Zeit müsse den Deutschen nicht mehr vorgehalten werden. Auch dürfe man Stolz sein auf die Leistungen deutscher Soldaten in zwei Weltkriegen.

Ich denke, ich brauche hier nichts weiter zu sagen. Für mich kann so eine Partei kein Freund von Israel sein. Die Partei glaubt, dass,weil sie gegen den Islam ist, etwas mit uns Israelis gemeinsam zu haben. Das hat sie nicht. Hier in Israel haben wir nichts gegen den Islam und nichts gegen Muslime. Wir haben etwas gegen Terroristen. Das ist ein großer Unterschied.

Und jetzt beginnt eine neue Woche. Ich hoffe, es wird eine gute und friedliche Woche werden. Das wünsche ich auch Ihnen, liebe Leser. Haben Sie noch einen angenehmen Sonntag, machen Sie es gut.

Shalom aus Jerusalem!

Dov

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