Israel Heute Morgen

Donnerstag, 1. Februar 2018 |  Dov Eilon

Guten Morgen liebe Leser!

Es wird immer frühlingshafter. Sogar mein kleiner Orangenbaum hat schon zu blühen begonnen, ich bin gespannt, ob ich diesmal sogar Orangen bekommen werde. Gestern war ja auch Tu BiShvat, ist schon erstaunlich, wie genau diese Tage liegen. Natürlich haben wir zuhause viele getrocknete Früchte gegessen, wie es sich gehört. Aber eigentlich gibt es sie ja das ganze Jahr hindurch, warum warten wir, bis Tu BiShvat. Ist eben Tradition, wir mit den anderen leckeren Dingen, die es zu bestimmte Festtagen gibt In den Bäckereien hat man schon damit begonnen, Hamantaschen (Oznei Haman) zu verkaufen, denn in einem Monat ist Purim. Gut, dass uns die Geschäfte immer rechtzeitig an unsere Feiertage erinnern (das war jetzt aus Spaß gemeint, wir wissen natürlich, wann wir Feiertage haben!).

Es gibt sie schon: Oznei Haman, die Hamantaschen (Foto: Miriam Alster/Flash90)

Heute soll es schon deutlich wärmer werden, bei uns Modiin werden ganze 20 Grad erwartet. Hier in Jerusalem müssen wir uns mit 15 Grad begnügen, Aber das ist erst der Anfang. In den kommenden Tagen soll es jeden Tag etwas wärmer werden, Mitte nächste Woche werden satte 25 Grad in Modiin erwartet, das ist schon fast sommerlich. Ich bin mal gespannt, wann der nächste Wintersturm kommt, denn etwas Regen möchten wir schon noch haben, wie schön das Wetter jetzt auch ist.

Und hier ist das Wetter für heute in Israel:

Meist heiter mit einem leichten Anstieg der Temperaturen. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 15 Grad, Tel Aviv 18 Grad, Haifa 18 Grad, Tiberias am See Genezareth 21 Grad, am Toten Meer 21 Grad, Eilat am Roten Meer 22 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um einen weiteren Zentimeter gestiegen und liegt jetzt bei -213.94 m unter dem Meeresspiegel.

Gestern erzählte uns unser Sohn, dass er in der nächsten Woche zusammen mit seinem Freund zu dessen Großvater fahren werden, der sie dann zu einem Freund von ihm bringen werden. Dieser Freund ist ein Holocaust-Überlebender und wird meinem Sohn und seinem Freund seine Geschichte erzählen, seine Überlebensgeschichte. Es handelt sich hierbei um ein Projekt, dass alle elften Klassen der Schule machen. Die Schüler werden in Gruppen eingeteilt und besuchen Holocaust-Überlebende, oft handelt es sich dabei noch um die Großeltern der Schüler. Die verschiedenen Geschichten werden dann von den Schülern bearbeitet und danach in einem Buch veröffentlicht. Das ist meiner Meinung nach eine sehr wichtige Arbeit. Denn wir dürfen nicht vergessen, was damals passierte. Im nächsten Jahr, in der 12. Klasse, findert dann eine Fahrt nach Polen, nach Auschwitz statt. Alle Schüler der 12. Klasse fahren nach Polen, um vor Ort über die Geschichte des Holocaust zu lernen.

Bei meiner Suche nach einem Video habe ich einen interessanten Film der Deutschen Welle gefunden, der nur aus Aufnahmen israelischer Schüler während ihres Besuches in Auschwitz besteht.

Wenn wir schon von Polen sprechen, dann muss ich mich an dieses geschmacklose Gesetz erinnern, über das zur Zeit im polnischen Parlament beraten wird. Jetzt fehlt nur noch eine Unterschrift des Präsidenten, damit das neue Gesetz, das verbietet, Polen in Zusammenhang mit dem Holocaust zu bringen, in Kraft tritt. Hier bei uns ist man empört darüber. Was soll dieses Gesetz, das mit einer Freiheitsstrafe droht, wenn jemand “Polnische Vernichtungslager” sagt. Mich interessiert wirklich, sollte das Gesetz tatsächlich in Kraft treten, was zum Beispiel mit israelischen Reiseleitern passiert, wenn sie , auch nur versehentlich, von “polnischen Lagern” sprechen würden. Das Gesetz soll nämlich nicht nur für polnische Staatsbürger, sondern für alle gelten. Ist schon sehr eigenartig. Ich verstehe ja, was die polnische Regierung meint, sie meint, der Holocaust sei nicht in ihren Köpfen entstanden, ihr Land sei auch Opfer gewesen, von den Deutschen besetzt. Aber dennoch, dieses Gesetz riecht einfach nicht gut und passt gar nicht in eine Zeit, wo der Antisemitismus in Europa wieder zunimmt. Was sollen die Holocaust-Überlebenden sagen, die sich noch ganz genau an die Greueltaten erinnern, die ihnen auch von Polen angetan worden waren. Ein überflüssiges und unkluges Gesetz.

Die Klasse meines Sohnes wird also im nächsten Jahr nach Polen fliegen, bis dahin werden sie noch sehr viel zu verarbeiten haben. Aber das ist wichtig. Es ist wichtig, das wir uns erinnern, damit so etwas nie wieder passiert. Und kein Gesetz wird uns davon abhalten.

Und jetzt freuen wir uns auf das Wochenende und den Shabbat. Dieser morgendliche Artikel ist etwas ernster geworden. Vor dem Schreiben dieser Zeilen bin ich immer neugierig, was für einen Artikel ich wohl schreiben werde. Das ist er nun. Ich wünsche Ihnen, liebe Leser, ein angenehmes Wochenende und einen gesegneten Shabbat. Machen Sie es gut und erinnern Sie.

Shalom aus Jerusalem!

Dov

Möchten Sie mehr Nachrichten aus Israel erhalten?
Klicken Sie hier um den KOSTENLOSEN täglichen Newsletter per Email zu erhalten.

Aktuelle Ausgabe

FERIENWOHNUNG IM HERZEN VON JERUSALEM

Informationen unter:

E-Mail: info@israelheute.com

TEL.: 00972-2-6226880