Schriftrolle vom Toten Meer entziffert

Montag, 22. Januar 2018 |  NAI Redaktion

Gelehrte der Universität Haifa haben eine von zwei bisher ungelesenen Manuskripten der Schriftrollen vom Toten Meer zusammengesetzt und entziffert, mehr als ein halbes Jahrhundert nach ihrer Entdeckung. Zunächst war man der Ansicht, dass die mehr als 60 kleinen Pergamentfragmente mit verschlüsselten hebräischen Schriftzeichen von verschiedenen Schriftrollen stammen würden, erklärte ein Sprecher der Universität.

Nach einer einjährigen Untersuchung fanden Eshbal Ratson und Jonathan Ben-Dov von der Bibelstudienabteilung der Universität heraus, dass alle diese Stücke zusammenpassen. „Nachdem alle Stücke zusammengelegt waren, stellte sich heraus, dass es sich nur um eine einzige Schriftrolle handelt“, sagte der Sprecher weiter.

Jetzt würden die beiden Bibelforscher daran arbeiten, auch die zweite Schriftrolle zu entziffern.

Die Schriftrollen vom Toten Meer, unter ihnen auch die ältesten bekannten Manuskripte der hebräischen Bibel, stammen aus dem 3. Jahrhundert vor Christus bis zum 1. Jahrhundert nach Christus.

Die um die 900 Schriftrollen wurden zwischen den Jahren 1947 und 1956 in den Qumran-Höhlen über dem Toten Meer entdeckt. Die Pergament- und Papyrus-Schriftrollen enthalten hebräische, griechische und aramäische Schriften und enthalten einige der frühesten bekannten Texte aus der Bibel, einschließlich der ältesten überlieferten Kopie der Zehn Gebote.

Viele Experten glauben, dass die Manuskripte des Toten Meeres von den Essener geschrieben wurden, einer jüdischen Sekte, die sich in die judäische Wüste um Qumran und seine Höhlen zurückgezogen hatte. Die israelische Forscherin Rachel Elior glaubt jedoch, dass die Essener nicht wirklich existierten, denn wenn sie das täten, hätten sie sich einen Platz in anderen Texten verdient.

Die jetzt entzifferte Schriftrolle enthält Verweise auf den von der Sekte verwendeten 364-Tage-Kalender, im Gegensatz zu dem Mondkalender, der heute in der jüdischen religiösen Praxis verwendet wird. Er bezieht sich auch auf jährliche Wein- und Olivenerntefeste, die im Judentum nicht mehr praktiziert werden.

Archivbild: Fragmente der Schriftrollen vom Toten Meer im Israel Museum (Foto: Miriam Alster/Flash90)

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