Israel Heute Morgen

Montag, 20. November 2017 |  Dov Eilon

Guten Morgen liebe Leser!
Heute scheint nochmal die Sonne hier in Jerusalem, doch ab morgen soll es dann endlich winterlich werden mit Regen, Gewittern und Überflutungen. Doch schon oft hatten wir dramatische Vorhersagen von starken Regenfällen und Gewittern und alles, was wir dann bekamen, war etwas Nieselregen. Ich hoffe wirklich ,dass wir diesmal eine anständige Menge an Regen bekommen werden. Es ist Ende November, wir können doch nicht ewig Sommer haben, können wir?

Und hier ist das Wetter für heute in Israel:

Teilweise bewölkt mit einem weiteren leichten Rückgang der Temperatiren. Vereinzelte Regenschauer im Norden und an der Küste. Gegen Abend wird der Regen stärker. In der kommenden Nacht Regenfälle mit vereinzelten Gewittern in Norden und Zentrum des Landes. An der Küste Gefahr von Überlutungen. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 19 Grad, Tel Aviv 22 Grad, Haifa 21 Grad, Tiberias am See Genezareth 25 Grad, am Toten Meer 26 Grad, Eilat am Roten Meer 27 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um einen Zentimeter gesunken und liegt jetzt bei -214.302 m unter dem Meeresspiegel.

Und nun, vielleicht haben Sie sich schon daran gewöhnt, ein Blick auf die heutigen Tageszeitungen, um zu sehen, über was in Israel heute gesprochen wird.

Die Titelseiten von heute. Von links nach rechts: Maariv, Jediot Achronot, Israel Hayom

Die Zeitung Maariv beginnt ihre heutige Ausgabe mit der Meldung über die Ablehnung des Antrags auf Begnadigung des Soldaten Elor Azaria durch Staatspräsident Reuven Rivlin. “Die Rechte gegen Präsident Rivlin: Er hat Elor Azaria im Stich gelassen”, lautet die Überschrift. In der Tat wird Rivlin von vielen Politikern sehr kritisiert. Die Zeitung zitiert den Knessetabgeordneten Oren Hazan: “Er hat die Legitimation, Präsident zu sein, verloren”. Die Opposition kritisiert den Angriff auf den Präsidenten. Darüber später mehr. Eine weitere Überschrift beschäftigt sich wieder mit der Akte 1000 der Familie Netanjahu. “Sara Netanjahu: Ich habe Milchan nicht um Champagner gebeten”. Die Netanjahus streiten weiterhin ab, Champagner und Zigarren vom Filmproduzenten Arnnon Milchan verlangt zu haben. Milchan sei ein enger Freund Netanjahus. Dann wir noch erwähnt, dass Benjamin Netanjahu gestern ein weiteres Mal von der Polizei befragt wurde. Die letzte Schlagzeile der Titelseite berichtet von erneuten Protesten orthodoxer Juden gegen den Dienst in der Armee. Die erinnern sich, vor einigen Wochen gab es fast täglich Straßenblockaden und Demonstrationen von orthodoxen Juden der Jerusalemer Abteilung der Lithauer Strömung . Gestern gab es in Jerusalem, Bnei Brak und anderen orten erneut Proteste.

Die Zeitung Jediot Achronot beginnt ihre Titelseite ebenfalls mit der Meldung über Präsident Rivlin und seine Ablehnung des Antrags auf Begnadigung des Soldaten Azaria. “Präsident unter Beschuss” lautet die Überschrift sinngemäß. “Scharfe Kritik aus der Likud-Partei”, “Im Stich gelassen”, “Hazan: Er (der Präsident) muss nachhause gehen”. Schon öfter wurde dem Präsidenten eine zu starke Einmischung in der Politik und den Entscheidungen der Regierung vorgeworfen. Allerdings ist die Entscheidung über Begnadigungen eine festgelegte Aufgabe das Staatspräsidenten. Die Meldung über die bereits sechtste polizeiliche Befragung von Ministerpräsident Netanjahu nimmt, da es sich im die Zeitung Jediot Achronot handelt, den größten Platz der Titelseite ein. Die Zeitung ist eben nicht gut auf Netanjahu eingestellt, ich erinnere da an die sogenannte Akte 2000, in der es um Gespräche zwischen Netanjahu und dem Herausgeber von Jediot Achronot ging, bezüglich einer freundlicherer Berichterstattung als Gegenleistung für ein Gesetz gegen die Gratiszeitung Israel Hayom. Unten auf der Seite gibt es dann noch eine Meldung über an SMA (Muskelschwund) erkrankte Kinder, deren Eltern vom Gesundheitsminister eine anständige Behandlung ihrer Kinder verlangen. Wie so oft scheint es hier um die Finanzierung zu gehen, Eigentlich dürfte es nicht sein, dass man um eine Behandlung bitten muss. Gesundheitsminister Litzman habe erklärt, dass die Kinder die Behandlung bekommen, doch im Krankenhaus habe man davon nichts gehört. In der Zeitung wird das Thema dann auf einer Doppelseite behandelt. Und zum Schluss gibt es noch ein Foto der 91-jährigen britischen Königin Elisabeth auf einem Pferd.

Und jetzt kommen wir zur Zeitung Israel Hayom. Hier geht es in der ersten Überschrift um einen Berater des Polizeichefs Roni Alscheikh, der sich zu sehr politisch eingemischt hätte. Nun tritt er zurück. Doch seine Firma würde weiterhin die israelische Polizei beraten. Hier handelt es sich um eine Exklusivmeldung der Zeitung. Dann geht es natürlich auch um den Präsidenten und die Ablehnung des Antrags auf Begnadigung des Soldaten, dafür gibt es hier allerdings nur einen kleines Kästchen. Die Meldung über das Problem von übergewichtigen Kindern nimmt dafür einen größeren Platz ein. Dann gibt es noch eine Meldung, ebenfalls exklusiv, über Probleme in den Rabbinatsgerichten und deren Präsidenten, Rabbiner Itzhak Josef (Sohn von Ovadia Josef, Begründer der Shas-Partei). Einige Dajanim (Richter des Rabbinatsgerichts) hätten sich über Itzhak Josef beschwert, er würde das Gericht kaputt machen. Wahrscheinlich geht es hier um mehr als nur eine Beschwerde.

Wie sie sehen, liebe Leser, auch wenn wir keine Probleme mit Syrien, dem Libanon und dem Terror hätten, gebe es bei uns genug Themen, über die man diskutieren und streiten kann. Es ist nie langweilig hier. Es sieht fast so aus, als bräuchten wir in Israel immer einen gemeinsamen Feind, eine gemeinsame Bedrohung, um innerhalb unseres Volkes vereint zu sein. So sollte es aber nicht sein.

Und nun wünsche ich Ihnen einen angenehmen und friedlichen Montag, einen guten Start in die neue Arbeitswoche. Machen Sie es gut.

Shalom aus Jerusalem!

Dov

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