Immer mehr Soldatinnen in Kampfeinheiten

Donnerstag, 16. November 2017 |  NAI Redaktion

Immer mehr wehrpflichtige Mädchen wollen ihren Armeedienst in einer Kampfeinheit leisten. In diesem Jahr sind nicht weniger als 2700 Soldatinnen in gemischte Kampfeinheiten rekrutiert worden, 15 % mehr als im Vorjahr und sogar 500 % mehr als vor 5 Jahren. Doch nicht alle sind damit einverstanden.

Die Zeitung Jediot Achronot berichtet in ihrer heutigen Ausgabe über einen deutlichen Anstieg der Zahl von Soldatinnen, die sich für einen Dienst in einer Kampfeinheit melden. Anfang des Monats hat die Rekrutierung in die Kampfeinheiten begonnen, mit der erstaunlich hohen Zahl von Mädchen, die als Kämpferin ihren Armeedienst leisten wollen. Die steigende Zahl wird von der israelischen Armee damit erklärt, dass die Armee den Mädchen mit den Forderungen, die der Dienst in einer Kampfeinheit verlangt, entgegenkommt. So müssen die Mädchen sich bei den Prüfungen nicht mehr mit der berüchtigten Klettermauer auseinandersetzen, sie war einer der Hauptgründe, dass die Mädchen die Anforderungen nicht erfüllten. Auch in der Grundausbildung gibt es für die Soldatinnen Erleichterungen. So muss man heute nicht mehr 6 Magazine für die Waffe mit sich führen, sondern nur noch vier.

Während man in der israelischen Armee den Soldatinnen entgegenkommt, werden in der amerikanischen Armee gleiche Anforderungen an alle, Soldatinnen und Soldaten gestellt. Daher wurde die Entscheidung für die Erleichterungen in der israelischen Armee nicht von allen positiv aufgenommen.

„Wenn man mit vier Magazinen in einem Kampf nicht auskommt, wo sich auch noch andere Soldaten und Soldatinnen befinden, dann ist der Kampf eh schon entschieden“, sagte Brigadegeneral Mordechai Cahana, der sich für die Erleichterungen für die Kämpferinnen entschieden hatte. Vier Magazine seien absolut ausreichend, sagte er.

Die Motivation der jungen Kämpferinnen sei sehr hoch, bestätigte man an der Rekrutierungsstelle in Tel Aviv. Die neuen Kämpferinnen werden einer der vier gemischten Kampftruppen der israelischen Armee zugeordnet werden. Das Verhältnis zwischen Soldatinnen und Soldaten beträgt 60%:40% zugunsten der Soldaten, doch das soll sich in der Zukunft noch ändern. Weiter wurde gesagt, dass nicht mehr Soldatinnen als Soldaten aus den Kampfeinheiten ausscheiden würden, so dass die Annahme, Mädchen würden verletzbarer sein und daher den Dienst nicht durchhalten, falsch sei.

Doch nicht alle sind zufrieden. Die Organisation „Brüder der Waffe“ ist gegen eine Beteiligung von Soldatinnen in den Kampfeinheiten. Dies würde die Kampfmoral der Armee schaden, auch sei die Verletzungsgefahr bei Frauen viel grösser. Weiter wurde kritisiert, dass die Kämpferinnen sich oft mit den Kämpfern die gleiche Unterkunft teilen würden. Die Organisation hat eine Kampagne gestartet, in der sie vor den Schulen Informationsbroschüren an Mädchen verteilen, um sie von einem Dienst als Kämpferin abzuhalten.

Die Israelische Armee erklärte, dass die Verletzungsrate bei den Soldatinnen bei nur 26% liegen würde, genau wie bei den Soldaten. Die Armee bemüht sich, die Integrierung von Soldatinnen in den Kampfeinheiten weiter voranzutreiben.

Möchten Sie mehr Nachrichten aus Israel erhalten?
Klicken Sie hier um den KOSTENLOSEN täglichen Newsletter per Email zu erhalten.

Aktuelle Ausgabe

FERIENWOHNUNG IM HERZEN VON JERUSALEM

Informationen unter:

E-Mail: info@israelheute.com

TEL.: 00972-2-6226880