22 Jahre danach - 40.000 auf dem Rabin-Platz in Tel Aviv

Sonntag, 5. November 2017 |  Dov Eilon

(Foto: Miriam Alster/Flash90)

Vor 22 Jahren hieß der Platz vor dem Tel Aviver Rathaus noch der „Platz der Könige Israels“ (Kikar Malchei Israel). Am 4. November 1995 fand dort eine Kundgebung für den Frieden statt. Nach dem Ende seiner Rede, sang der damalige Ministerpräsident Izhak Rabin zusammen mit der Sängerin Miri Aloni und den zehntausenden Menschen, die zu der Kundgebung gekommen waren, das „Lied für den Frieden“ (Shir la Shalom). Danach, als Rabin die Treppen herunter kam, um in das Auto zu steigen, fielen dann die Schüsse, die Israel für immer verändern würden. Seitdem heißt der Platz vor dem Rathaus „Rabin-Platz“.

Gestern Abend versammelten sich wieder zehntausende Menschen auf dem Platz, offizellen Angaben zufolge kamen 40.000 Menschen, der Veranstalter sprach von um die 75.0000 Menschen, die gekommen waren, um dem Tag vor 22 Jahren, als erstmals ein Israelischer Ministerpräsdent ermordet wurde, zu gedenken.

Vor 22 Jahren

Das Motto der gestrigen Veranstaltung lautete „Wir erinnern uns, wir sind ein Volk“. Es sollte keine politische Veranstaltung sein, es gab Redner vom gesamten politischen Spektrum Israels, von links bis rechts. So sprach auch der Gemeindevorsitzende von Efrat, Oded Ravivi.

„Ich bin heute Abend als Partner hierhergekommen, als Sohn dieses Landes, als ein Bewohner von Gush Etzion, als Gemeindevorsitzender, als Oberstleutnant der Reserve der Israelischen Armee, als einer, der das Volk und das Land liebt “, sagte Ravivi. “Ich glaube an ein Israel des Friedens, des Dialogs. Ich bin der Meinung, dass wir nicht darauf warten müssen, bis der Tag kommen wird, sondern dass wir, so wie Rabin im Lied summte, den Tag hierherbringen müssen, ihn schon heute Abend beginnen müssen. Wenn uns das gelingen wird, dann wir der Frieden kommen.“

Trotz dieser Worte, wurde Ravivi mit Buhrufen empfangen. Auch wurden während seiner Rede Schilder mit Worten gegen die Besatzung hochgehalten.

Ein weiterer Redner war der ehemalige Chef des Mossad-Geheimdienstes Shabtai Shavit: „Am Freitag, dem 3. November 1995, einem Tag vor dem Mord, gab fand die wöchentliche Sitzung des Geheimdienstes im Büro von Rabin statt. Als einer der Anwesenden von den immer extremer werdenden Protestaktionen gegen den Ministerpräsidenten sprach, winkte Rabin ab und bat darum, sich mit den Themen zu befassen, wegen denen dieses Treffen stattfinden würde. Keiner der anwesenden Personen ahnte auch nur im geringsten, dass der Ministerpräsident 30 Stunden später von einem jüdischen Mörder ermordet werden würde.“

Dieses Jahr wurde die Veranstaltung von der Organisation „Befehlshaber für die Sicherheit Israels“ organisiert, es handelt sich nicht um eine offizielle Veranstaltung des Staates. Im vergangenen Jahr hätte die Veranstaltung auf dem Rabin-Platz fast nicht stattgefunden (Artikel), da niemand die Organisation übernommen hatte. Im letzten Moment wurde sie dann von der Arbeitspartei organisiert, die in diesem Jahr eine kleine Zeremonie am Denkmal Rabins, dem Platz, wo die Schüsse fielen, abhielt.

Nun wurden Stimmen laut, die fordern, dass der Staat Israel für die Organisation der Veranstaltung auf dem Rabin-Platz verantwortlich sein solle. Der offizielle Erinnerungstag an Itzhak Rabin wird bereits mit Gedenkfeiern auf dem Herzlberg und in der Knesset begangen. Eine weitere offizielle Veranstaltung wird es daher wohl nicht geben.

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