Immer mehr Juden aus Venezuela wandern nach Israel ein

Montag, 14. August 2017 |  Yossi Aloni

Bild: Neueinwanderer aus Venezuela nach ihrer Landung in Israel

Vor etwa zwei Wochen sind nach einer geheim gehaltenen Aktion 26 Neueinwanderer aus Venezuela in Israel eingetroffen. Alle kamen aus der Hauptstadt Caracas und der Umgebung. Sie haben alles zuhause liegen lassen, viele befinden sich in einer schlechten wirtschaftlichen Lage. In Venezuela war ein Teil der Einwanderer der dort immer stärker werdenden Welle der Gewalt ausgesetzt.

Eine von Ihnen ist Michal, die zusammen mit ihren drei Kindern nach Israel eingewandert ist. „In der letzten Zeit ist uns klar geworden, dass es keine Hoffnung mehr auf eine Besserung der Situation in Venezuela gibt“, erzählte sie nach der Landung in Israel.“Ich fühlte, dass ich das Land verlassen und nach Israel heimkehren muss. Mein Sohn leidet an einer chronischen Hautkrankheit und wir es wurde unmöglich, für ihn Salben und Medikamente zu bekommen. Immer wieder gab es ein Mangel an Brot, Mehl und anderen Grundnahrungsmitteln. Menschen werden auf den Strassen entführt, um für sie dann ein Lösegeld fordern zu können. Es war gefährlich, aif den Straßen zu gehen. Die Rückkehr nach Israel, in die Heimat, macht mich sehr glücklich.“

Venezuela befindet sich in einer schweren wirtschaftlichen und politischen Krise. Das Mindestgehalt beträgt nur 10 US Dollar im Monat. Wegen der hohen Inflationsrate haben Autos und Häuser ihren Wert verloren. Lebensmittel und Medikamente sind nur noch auf dem Schwarzmarkt zu bekommen, zu überhöhten Preisen.

In der Jüdische Gemeinde von Venezuela befinden sich 1400 ältere Menschen und um die 500 Kinder. 700 Familien werden von der Gemeinde sozial unterstützt. Wegen der schlechten Lage fällt es vielen Mitgliedern der Gemeinde schwer, das Land zu verlassen, um nach Israel einzuwandern.

Die Stiftung „HaKeren Lejedidut“ finanziert für die Neueinwanderer die Flüge nach Israel und unterstützt sie, jedes Kind erhält 500 Doller, Erwachsene bekommen von der Stiftung 800 Doller an Hilfsgeldern gezahlt.

In besseren Zeiten - Bar Mitzva in der Magen David-Synagoge in Caracas, Venezuela (Foto: Serge Attal/Flash90)

Rabbiner Yechiel Eckstein, Präsident der Stiftung, sagte nach der Landung der Einwanderer in Israel: „Keren HaJedidut konzentriert sich auf die Hilfe für Juden auf der ganzen Welt, die wirtschaftliche Probleme haben oder wegen der politischen Lage gefährdet sind. Die Stiftung hilft ihnen bei der Einwanderung und dem Beginn eines neuen Lebens in Sicherheit. Die Lage in Venezuela ist ein totaler Zusammenbruch Auf den Straßen herrscht viel Gewalt und es fehlt an Lebensmitteln und Medikamenten. Die Jüdische Gemeinde dort hat 5000 Mitglieder und viele von ihnen leidet unter Hunger und gesundheitlichen Problemen. In den vergangenen anderthalb Jahren hat die Stiftung 200 Juden aus Venezuela geholfen, nach Israel einzuwandern und hilft der Jüdischen Gemeinde dort mit der Versorgung von Medikamenten. Die Neueinwanderer erreichen Israel ohne alles. Wir helfen ihnen in den ersten Monaten sowohl finanziell als auch auf sozialer Ebene. Zu meiner Freude gibt es auch Hilfe von der israelischen Regierung, die die katastrophale Lage verstanden hat und die Einwanderer aus Venezuela verstärkt unterstützt.“

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