Kommentar: Sollte die Kirche “Spirituelles Israel“ genannt werden?

Mittwoch, 19. April 2017 |  Brian Hennessy

Ich würde sagen, dass die Antwort der Mehrheit der Christen, die Israel lieben und unterstützen, ein „ja“ wäre! Und wenn sie aufgefordert worden wären zu sagen, was der Unterschied zwischen dem „spirituellen Israel“ und dem „physischen Israel“ ist, bin ich sicher, dass die meisten sagen würden, dass das physische die Juden sind und das spirituelle alle anderen sind.

Das ist die Verwirrung, die heutzutage bei dieser wichtigen Frage herrscht. Denn wenn diese verbreitete Einstellung stimmen würde, würde dies das jüdische Volk davon abhalten je das spirituelle Israel zu werden und damit zur Gemeinschaft Gottes zu gehören. Und es würde die nichtjüdischen Christen, also die Kirche, davon abhalten, je zu den „wilden Olivenzweigen“ zu gehören, die zu derselben messianischen Gemeinschaft gehören. Sind nichtjüdische Gläubige nicht ebenfalls physische Schöpfungen, die durch ihren Glauben an den Messias einen gleichen Anteil an dem Erbe Israels haben? „Wenn ihr aber Christus angehört, so seid ihr Abrahams Same und nach der Verheißung Erben“ (Gal. 3:29).

Lassen Sie uns also dieses spirituelle/physische Ding anschauen, das meiner Meinung nach die Wurzel vieler Probleme der letzten Jahrhunderte war. Der biblische Vers, der das Problem am direktesten angeht, ist im ersten Korinther zu finden. Dort heißt es: „Aber nicht das Geistliche ist das Erste, sondern das Natürliche, danach [kommt] das Geistliche. Der erste Mensch ist von der Erde, irdisch; der zweite Mensch ist der Herr aus dem Himmel. Wie der Irdische beschaffen ist, so sind auch die Irdischen; und wie der Himmlische beschaffen ist, so sind auch die Himmlischen. (1 Kor. 15:46-48).

Was dieser Vers lehrt ist, dass der physische Mensch und der spirituelle Mensch zusammengehören. Aus Gottes Sicht brauchen wir beide, wenn wir Teil von Gottes Israel sein wollen. Aus Notwendigkeit muss das physische zuerst kommen. Wir müssen aus einem physischen Samen in diese Welt geboren werden. Dann müssen wir jedoch aus einem spirituellen Samen erneut geboren werden – also Gottes Geist – um zu seinem auserwählten Volk gezählt zu werden. Das kann nur passieren, wenn Gott durch sein Erbarmen unser sündiges Fleisch durch den Glauben an Joschua entfernt und wir „Ein neues Herz und einen neuen Geist“ (Ezek. 36:26) erhalten.

Die Kirche hat jedoch traditionell Gottes spirituell erzeugte Völker – die „Christen“ – von dem physischen Volk – den Juden – getrennt. Das hat mit dem Einfluss der griechischen Philosophie auf das frühe kirchliche Denken zu tun. Für die Griechen war der physische, weltliche Stoff böse, etwas dem man durch harte physische Disziplin oder den Tod entkommen kann. Während der spirituelle Zustand etwas war, das wir nach dem Leben erreichen wollten.

In Wahrheit sollte das physische und das Spirituelle jedoch einfach als verschiedene Stufen der menschlichen Existenz auf der Erde gesehen werden, was durch Joschuas Todesopfer nun möglich ist. Bevor der Messias kam, waren wir aufgrund der Sünde Adams alle nur fleischliche Wesen ohne spirituelles Leben. Aber nun hat der „Erdenmensch“, ob als Jude oder Deutscher geboren, das Potential, vollständig zum „himmlischen Menschen“ zu werden, der der Messias ist.

Da wir jedoch so lange gelehrt wurden, dass das spirituelle und das physische inkompatible Realitäten sind, ist die Sicht der Christen auf den modernen jüdischen Staat verwirrt.

Diese Lehre, die die Ersatztheologie inspirierte, lag falsch, als sie das neue Testament überspiritualisierte. Sie lehrte, dass die Juden eine Art Schattenvolk seien und von den Christen als Gottes neues auserwähltes Volk ersetzt wurden. Auch das Land, das dem Samen Abrahams versprochen wurde, war lediglich eine Metapher für das Leben im Himmel, das das Königreich Gottes sein soll.

Da immer mehr Christen heutztage erkennen, dass Gott das jüdische Volk nie verlassen hat, genauso wie sein Versprechen über das Land Israel, herrscht nun eine große Skeptik über all die Dinge, die vom Messias erfüllt werden sollen. So dass Dinge aufgegeben wurden, die wirklich von Joshua erfüllt wurden. Weiterhin versuchen viele, die Gebote des Alten Testaments zu erfüllen, um den hebräischen Wurzeln unseres Glaubens näher zu kommen.

Das letzte Mahl Gottes, das für den neuen Bund steht, wird für das jüdische Seder Mahl aufgegeben. Unsere Ruhe in Jeschua wurde für die Sabbatruhe am Samstag eingetauscht. Und die Ansicht, dass der Körper des Messias jetzt Gottes neuer Tempel auf Erden ist, wird von der Hoffnung auf einen dritten jüdischen Tempel ersetzt, der erbaut wird und es wieder Opfergaben und die Priesterschaft der Leviten geben wird.

Wir müssen diese störenden, griechischen Ansichten ablegen und erkennen, dass sich das Spirituelle und das Physische nicht gegenseitig ausschließen. Sondern dass beide von Gott gefordert werden, wenn er eine neue heilige Rasse, einen neuen Adam, erschafft. Einen Ort, an dem unser heiliger Gott wortwörtlich unter uns weilen kann, durch seinen Geist durch den Messias.

Es stimmt, dass zurzeit nur Anhänger des Messias diese spirituelle Beziehung zu Gott spüren. Aber die Zeit für den ungläubigen Juda, in der er sein spirituelles Erbe erhält, nähert sich schnell. Wenn das passiert, wird „der eine neue Mensch“ (Eph. 2:15) zu erkennen sein. Dann wird der physische Jude und der physische Nichtjude im Körper des Messias zu einer Nation zusammenwachsen. Es wird nicht länger zwei verschiedene Israels geben, die verschiedene Erbteile erhalten. Sondern ein Israel in Gott.

Und dann wird „ganz Israel gerettet werden“ (Röm. 11:26) – physisch und spirituell.

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