Sicherheitshäftlinge im Hungerstreik

Dienstag, 18. April 2017 |  NAI Redaktion

Bild: Poster von Barghuti in der Stadt Nablus (Foto: Nasser Ishtayeh/Flash90)

Gestern (Montag) haben ungefähr 1200 arabische in israelischen Gefängnissen inhaftierte Sicherheitshäftlinge mit einem Hungerstreik begonnen. Zuvor hatten sie der israelischen Gefängnisbehörde eine Liste mit Forderungen übergeben.

Unter anderem fordern die Häftlinge öffentliche Telefone, wie sie auch in den Abteilungen der regulären Häftlinge angebracht sind. Weiter fordern sie, zweimal im Monat Besuch von Familienangehörigen zu bekommen. Diese Forderung richtet sich an das Rote Kreuz, die wegen finanzieller Probleme die Familienbesuche auf einen Besuch im Monat reduziert hatte. Das Rote Kreuz finanziert die Anfahrt der Angehörigen zu den Gefängnissen.

Bei den meisten hungerstreikenden Häftlingen handelt es sich um Mitglieder der Fatach und der Volksfront zur Befreiung Palästinas . Angeführt wird der Hungerstreik von Marwan Barghuti, der von vielen als möglicher Nachfolger Mahmud Abbas angesehen wird. Er verbüßt eine fünffache lebenslängliche Freiheitsstrafe wegen mehrfachen Mordes und Terrorismus. Barghuti wird vorgeworfen, den Streik dazu zu benutzen, um wieder auf die politische Bühne zurückzukehren.

Bild: Demonstration in Hebron für die hungerstreikenden Häftlinge (Foto: Wisam Hashlamoun/Flash90)

Der ehemalige Minister der Palästinensischen Autonomiebehörde für Häftlingsfragen, Ashraf al-Ajrami, warnte vor der Möglichkeit, dass der Hungerstreik der Sicherheitshäftlinge in den israelischen Gefängnissen zu einem neuen Gewaltausbruch führen könne. Er riet dazu, mit den Häftlingen über ihre Forderungen zu verhandeln.

Auf israelischer Seite hat man sich rechtzeitig auf den Hungerstreik vorbereitet. Es sei nicht der erste Hungerstreik von Häftlingen. Die streikenden würden bestraft werden. Vor einem der Gefängnisse wurde ein Feldkrankenhaus aufgebaut, um einen Transport von Häftlingen in zivile Krankenhäuser zu vermeiden. Der israelische Minister für Innere Sicherheit Gilead Erdan ist gegen Verhandlungen mit den Streikenden. Vor zwei Jahren wurde ein Gesetz verabschiedet, das die Zwangsernährung von Hungerstreikenden ermöglicht. Sollte der Streik fortgesetzt werden, ist man in den Gefängnissen darauf vorbereitet.

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