Rabbi Aviner und der „christliche Betrug“

Sonntag, 16. April 2017 |  Tsvi Sadan

Bild: Rabbiner Shlomo Chaim haKohen Aviner (Foto: Yossi Zamir/Flash90)

Rabbi Shlomo Aviner (geb. 1943) ist Chef der Ateret Yerushalyim Yeshiva und gehört zu den bedeutendsten Führern der religiösen zionistischen Bewegung. Was auch immer er sagt, hat bei seinen zahlreichen Anhängern ein bedeutendes Gewicht. Und sein neuer Artikel "Christen, die Israel lieben: Der größte Betrug der Welt" ist in der Form von Frage und Antwort geschrieben, was ihm ein noch grösseres religiöses Gewicht hinzufügt.

Aviner ist besorgt über die wachsene christliche finanzielle Unterstützung für Israel. Er fragt, wie sich die Israelis gegenüber christlichen Organisationen wie HaYovel verhalten sollten, die christliche Freiwillige aus der ganzen Welt schicken, um jüdischen Bauern in der sogenannten Westbank zu helfen. Aviner ist der Ansicht, dass alle Arten der christlichen Hilfe für Juden nur einen Zweck haben: "Israel auf die eine oder andere Weise auszulöschen". Darum kommt er zu dem Entschluss, " dass wir uns nicht durch Aussagen von Liebe, Umarmungen und Küssen locken lassen sollten."

Aviner teilt die christliche Welt in drei Gruppen: Katholiken, liberale Christen und Evangelikale, die er als die gefährlichste Gruppe sieht.

Katholiken, sagt er, sehen Israel als "die größte Katastrophe in der Geschichte", weil Katholiken das wahre Israel sind (Verus Israel).

Liberale Christen, die sich nicht viel für Katholiken interessieren, sind gegen Israel unter dem Vorwand, die Menschenrechte und Gleichheit zu verteidigen.

Evangelikale, die die meisten Missionare schicken, unterstützen Israel, sehen aber den jüdischen Staat nur als Sprungbrett zum Kommen Jesu. Darum ermutigen sie Juden, nach Israel zu kommen, in Jerusalem zu leben und sogar den Tempel zu bauen. " Aviner beharrt darauf, dass Evangelikale glauben, dass "nachdem fast allen Juden getötet sein werden, der Rest von ihnen zum Christentum konvertieren und der Friede kommen wird ... darum überschütten sie uns mit Liebe und Geld."

Liebe und Geld schwächen den traditionellen jüdischen Widerstand gegen das Christentum und macht es zu einer legitimen Option für Juden. Als Beispiel für diese neue, effektivere Taktik weist Aviner auf die christliche Botschaft hin und fragt: "Was ist effektiver für die Verbreitung des Evangeliums, das Verteilen von Flugblättern oder die Errichtung eines Schutzraumes?"

Aber mit all seiner Abneigung gegen die Christen liegt das eigentliche Problem von Aviner bei den Juden, die das Geld vor allem anderen schätzen. "Es ist keine größere Schande als finanzielle Geschenke von Christen zu bekommen", schließt er. "Mögen wir alle vollkommen umkehren."

Aviners Artikel sollte unendlich viele Christen beleidigen, die keine Belohnung für die Hilfe für Israel suchen. Man wünsche sich den Tag, an dem die Juden erkennen werden, dass viele Millionen Christen Israel lieben aus dem einfachen Grund, dass Gott Israel liebt.

Aber kann der Verdacht von Aviner als völlig unbegründet zurückgewiesen werden?

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