Polizei vereitelt Pessach-Brandopfer auf dem Tempelberg

Sonntag, 9. April 2017 |  Aviel Schneider

Bild: Pessachopfer-Zeremonie vor 2 Jahren in Jerusalem (Foto: Hadas Parush/Flash90)

Fast jedes Jahr versuchen religiöse Juden, biblische Rituale auf dem jüdischen Tempelberg abzuhalten, was oft zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit Moslems oder israelischen Polizisten führt. Um dies zu vermeiden, hat die israelische Polizei sieben religiöse Juden verhaftet, die morgen zur Pessachwoche ein biblisches Brandopfer auf dem Tempelberg abhalten wollten.

Diesmal wurden die Mitglieder der Bewegung „Rückkehr zum Tempelberg“ rechtzeitig in ihren Wohnungen verhaftet, bevor sie mit ihren Opfertieren, etliche Ziegen, zu den strengbewachten Eingängen zum Tempelberg gelangen konnten. In den vorigen Jahren haben diese Juden am Fuße des Tempelberges eine Opfer-Generalprobe durchgeführt, was oft zu Unruhen führte. Auch Mitgliedern einer anderen religiösen Bewegung, die für das Land Eretz Israel kämpft, wurde das Opferschlachten von Schafen in der Jerusalemer Altstadt rechtzeitig vereitelt. Mit ihrer Forderung, auf dem Tempelberg das biblische Opferritual zu halten, gingen diese Organisationen bis zum Obersten Gerichtshof in Jerusalem und legten dort einen Einspruch gegen den Verbot der israelischen Polizei ein. Im Obersten Gerichtshof entschied der der arabische Christ und Richter Salim Jubran, dass sich das Gericht nicht in die Entscheidung der Polizei einmischen wird. „Israel sollte sich schämen uns diese biblische Pflicht zu verbieten“, sagte Rafael Morris, der eine Opferung auf dem Tempelberg durchsetzen möchte. „Der Polizei wird es nicht gelingen, uns dieses Gebot zu verbieten, ein Pessachhopfer in Jerusalem dazugeben.“

Eine biblische Opferung auf dem Tempelberg ist eine umstrittene Frage im Judentum. Inwiefern ist das Opferritual biblisch berechtigt, wenn kein Tempel existiert und ein fremdes Religionshaus auf dem Tempelberg steht? Eines ist klar, die israelische Regierung und die Mehrheit der israelischen Bevölkerung verstehen, dass wegen biblischen Brandopfern neben den Moscheen auf dem Tempelberg blutige Unruhen ausbrechen würden. Aber andererseits demonstriert Israel eine klare Religionsfreiheit gegenüber Moslems in Israel, was im Ausland oft nicht zugegeben wird.

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