Israel Heute Morgen

Freitag, 7. April 2017 |  Dov Eilon

Guten Morgen liebe Leser!

Noch drei Tage! Heute früh ist mir klar geworden, dass in drei Tagen Pessach ist. Am Montag Abend werde wir alle zusammen am Tisch sitzen, aus der Haggadah lesen und das Pessach-Festmahl einnehmen. Diesen Abend vor Pessach nennen wir "Sederabend", "Leil HaSeder", die Nacht des Seder.

Seder ist das hebräische Wort für Ordnung. Denn am Abend vor Pessach muss alles in einer bestimmten Ordnung gemacht werden. Man liest gemeinsam aus der Haggada, spricht die Segenssprüche für die für Pessach symbolischen Speisen. Diese liegen auf dem "Pessach-Teller". Dort müssen dann ganz bestimmte Dinge liegen, wie das "Maror", ein Bitterkraut, das uns an die bittere Zeit in der Knechtschaft in Ägypten erinnern soll, dann eine Keule, ursprünglich eine Lammkeule, die an die Opferung des Pessach-Lamms im Jerusalemer Tempel erinnern sollte. Doch da der Tempel nicht mehr steht, isst man diese keule nicht mehr, sie bleibt auf dem Teller. Viele benutzen heute einfach eine Hühnerkeule. Dann haben wir das "Charosset", das ist eine leckere Mischung aus Apfel- oder Feigenstücken mit Datteln, Nüssen und Zimt. Das soll uns an den Lehm erinnern, mit de, die Israeliten in Ägypten Ziegel herstellen mussten. Dann brauchen wir "Chaseret", wieder etwas bitteres, das man zusammen mit dem süssen Charosset isst. Jetzt noch "Karpas", das können Radieschen, Petersilie oder Kartoffeln sein, die als Frucht der Erde die schwere Arbeit in Ägypten symbolisieren soll. Wichtig ist auch das Ei, hebräisch "Beitzah", es ist das Zeichen der menschlichen Fruchtbarkeit und der Trauer um den zerstörten Tempel in Jerusalem. Auch ist es bei vielem Brauch, die jüngste noch unverheirateteTeilnehmerin des Pessach-Mahls mit dem Ei in eine stille Ecke zu schicken, wo sie dann das Ei isst. Damit erhofft man sich, dass sie bald einen Bräutigam finden und Kinder bekommen wird. Bei uns war das immer ein recht amüsanter Moment. Besonders, als ich bereits mit meiner heutigen Frau befreundet war und ihre Eltern sie dann mit dem Ei weggeschickt hatten. Und was natürlich zu Pessach überhaupt nicht fehlen darf, ist der Wein. Erstmal stellt man ein Glas Wein für den Propheten Eliahu (Elija) bereit, für den Fall, dass er erscheinen sollte. Dafür ist es auch Brauch, die Eingangstür offen zu lassen und einen weiteren Stuhl an den Tisch zu stellen. Im Laufe des Lesens der Haggada muss dann viermal ein Glas Wein eingeschenkt werden, das dann nach dem Segensspruch auch getrunken wird.

Bild: Pessachteller (Foto:Hadas Parush/Flash90)

Wenn dann also alles bereit ist, kann es mit dem Seder-Abend losgehen. Wir haben jetzt noch drei Tage, alles vorzubereiten. Und dazu kommt jetzt noch die Tatsache, dass wir heute Freitag haben. So muss ich heute also noch alle möglichen Einkäufe erledigen, nicht nur für Pessach, sondern auch für den heute Abend beginnenden Shabbat. Und ich sollte wohl auch noch einen weiteren Karton mit Matzen kaufen, denn die gehen bei uns sehr schnell weg, wir essen sie gerne, besonders mit Ei in der Pfanne gebraten.

Und nun zum Wetter. War es gestern noch sehr warm, sind die Temperaturen heute um fast acht Grad nach unten gegangen. Das ist eigentlich recht angenehm, obwohl mir der Sommer der letzten zwei Tage auch ganz gut gefallen haben. Ab morgen soll es dann auch schon wieder wärmer werden. Am Pessach-Abend soll es angenehm warm werden.

Und hier ist das Wetter für heute in Israel:

Teilweise bewölkt mit deutlichem Temperaturrückgang. Für die Jahreszeit etwas zu kühl. Im Norden kann es zu leichten Regenschauern kommen. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 18 Grad, Tel Aviv 21 Grad, Haifa 19 Grad, Tiberias am See Genezareth 25 Grad, am Toten Meer 27 Grad, Eilat am Roten Meer 29 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist unverändert und liegt bei -212.98 m unter dem Meeresspiegel.

Und jetzt möchte ich noch einmal etwas zu den Kommentaren unter unseren Artikeln hier auf der Internetseite sagen. Ich weiß, dass nicht jeder mit Israel einverstanden ist, dass Israel von vielen kritisiert wird. Es ist auch vollkommen in Ordnung, Kritik zu üben. Auch bin ich gegen die Beschuldigung, dass jede Kritik an Israel eine Art von Antisemitismus ist. Ich sehe das nicht so. Man darf Israel kritisieren. Aber was mich sehr stört, sind, wie ich schon einmal geschrieben hatte, Verallgemeinerungen. Da wurde mehrfach geschrieben, Israelis seien rassistisch, das Leben eines Arabers sei in den Augen der Israelis nichts wert usw. Ich bin selbst ein Israeli. Und ich sehe mich bestimmt nicht als Rassist. Ich bin seit einem Jahr für die Gestaltung der Internetseite von "Israel Heute" verantwortlich. Uns als Rassisten und Araberhasser zu beschimpfen, das verletzt mich persönlich. Auch konnte ich es nicht begreifen, wie der Gasangriff in Syrien und der grausame Tod dutzender Kinder von einem Forumteilnehmer nur dazu ausgenutzt wurde, Israel zu kritisieren. Wie ich schon sagte, ich habe nichts dagegen, wenn jemand Kritik an Israel ausübt, aber sie sollte doch sachlich und auf Tatsachen bezogen sein. Nochmal bitte ich darum, auf die einzelnen Artikel themengerecht einzugehen und friedlich miteinander umzugehen. Persönliche Beleidigungen und Schimpfwörter haben hier keinen Platz.

Und nun wünsche ich Ihnen ein angenehmes Wochenende und einen gesegneten und friedlichen Shabbat. Machen Sie es gut.

Shabbat Shalom aus Modiin!

Dov

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