Israel Heute Morgen

Freitag, 31. März 2017 |  Dov Eilon

Guten Morgen liebe Leser!

Es ist wieder Freitag. Heute früh habe ich wie jeden Freitag meine Kinder zur Schule gefahren. Meine Tochter hat jetzt ihre Abiturprüfung im Fach Psychologie, eines ihrer beiden Leistungsfächer. Anders als in Deutschland hat man hier auch Abiturprüfungen in den anderen Fächern, aber die Leistungsfächer, man wählt auch bei uns zwei, haben natürlich den grössten Einfluss auf das Abitur. Ich hoffe, dass meine Tochter die Prüfung gut überstehen wird, denn wir möchten doch gerne ein ruhiges Wochenende haben. Heute beginnen die Schulferien für Pessach. Die Zeit geht so schnell. Man kann schon das Ende des Schuljahres spüren.

Das Wetter ist momentan noch sehr schön, wie Sie es auch auf dem heutigen Titelfoto sehen können. Das ist der Blick, den ich von meinem Garten aus habe. Doch gegen Nachmittag soll sich das Wetter drastish ändern. Es wird kühler werden, sogar Regen und Gewitter wurden in Aussicht gestellt.

Und hier ist das Wetter für heute in Israel:

Teilweise bewölkt mit einem deutlichen Rückgang der Temperaturen. Am Nachmittag vereinzelte Regenschauer und Gewitter möglich. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 20 Grad, Tel Aviv 22 Grad, Haifa 20 Grad, Tiberias am See Genezareth 26 Grad , am Toten Meer 28 Grad, Eilat am Roten Meer 30 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um einen weiteren Zentimeter gestiegen und liegt jetzt bei -212.99 m unter dem Meeresspiegel.

Die sich androhende Regierungskrise ist gestern beendet worden. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Finanzminister Moshe Kahlon haben sich bei ihrem Streit um den öffentlichen Rundfunk, diese unendliche Geschichte, einigen können. Allerdings heißt das nun nicht, dass sämtliche Probleme beiseite geschafft worden sind. Ganz im Gegenteil würde ich sagen. Denn als erste Reaktion waren es diesmal nicht die Mitarbeiter des alten Israelischen Rundfunks, sondern die der neuen Israelischen Rundfunk Kooperation, die gestern nach Bekanntwerden der Einigung auf die Strasse gingen und für kurze Zeit eine zentrale Kreuzung in Tel Aviv blockierten.

Und jetzt ist die andere Seite dran, zu demonstrieren (Foto: Flash90)

Es ist nicht einfach, Ihnen die ganze Problematik deutlich zu machen. Die Regierung ist einfach nicht in der Lage, zu entscheiden. Keiner weiß eigentlich so richtig, was er eigentlich möchte. Aber jeder weiß, was er nicht möchte. Netanjahu möchte keinen unkontrollierten von linksgerichteten Journalisten geführten Rundfunk haben, Finanzminister Kahlon möchte auf das Geld der Steuerzahler aufpassen, alles andere ist ihm eigentlich egal. Und auf was haben sich Netanjahu und Kahlon nun geeinigt? Die neue Rundfunk Kooperation wird nicht wieder geschlossen werden, sondern auf Sendung gehen, allerdings einige Wochen später als ursprünglich geplant. Aber, hier das grosse "Aber", der neue Rundfunk wird keine Nachrichten senden, die Nachrichtenabteilung wird abgeschafft werden, stattdessen wird ein weiterer Sender gegründet, der nur Nachrichten senden wird, ein Nachrichtensender also. Und dort werden ausschließlich die Mitarbeiter der Nachrichtenabteilung des alten Israelischen Rundfunks arbeiten. Das heisst, die gesamte Nachrichtenabteilung des alten Rundfunks wird weiterbestehen, nur eben unter einem anderen Namen. Damit sind nun sehr viele Mitarbeiter des alten Rundfunks gerettet worden, allerdinga auf Kosten der gerade erst neu angestellten Mitarbeiter der neuen Rundfunk Kooperation "Kan". Noch bevor sie überhaupt angefangen habe, zu senden, werden sie auf die Strasse gesetzt. Klingt gut, oder?

Für Netanjahu war die Nachrichtenabteilung von "Kan" ein Dorn im Auge Es hatte ihm gar nicht gefallen, dass ausgerechnet Geula Even Sa'ar zur Moderatorin der Hauptnachrichtensendung von "Kan" auserwählt wurde. Denn sie, eine ehemalige Angestellte des alten Rundfunks, ist die Ehefrau des ehemaligen Bildungsministers Gideon Sa'ar, der schon angedeutet hatte, in die Politik zurückzukehren, um gegen Netanjahu bei Wahl um den Vorsitz in der Likud-Partei anzutreten. Auch so waren er und Geula Even Sa'ar nicht unbedingt die besten Freunde. Nachdem sie und der Minister Gideon Sa'ar ein Paar wurden, war dieser von seinem Amt und der Knesset zurückgetreten, um seiner Frau zu ermöglichen, weiter als Moderatorin am Israelische Fernsehen tätig zu sein. Eine wahre Telenovella. Die Mitarbeiter von "Kan" haben bereits gedroht, sich an das Oberste Gericht zu wenden. Diese ganze Saga um den Rundfunk ist also alles andere als beendet.

Für die Bewohner der geräumten Siedlung Amona gab es gestern gute Nachrichten. Die Regierung hat den Bau einer einer neuen Siedlung für sie beschlossen. Sogar die Amerikaner haben sich verständlich für diese Entscheidung gezeigt. Allerdings musste Netanjahu sich mit den Amerikanern darauf einigen, nur noch in bereits bestehenden Wohngebieten in Judäa uns Samaria zu bauen. Man würde ab jetzt aus Rücksichtnahme vor den Ansichent des US-Präsidenten Trump die Ausweitung bebauter Gebiete so gut wie möglich beschränken. Man würde nur in unmittelbarer Nähe bereits bebauter Gebiete bauen. Für mich klingt das irgendwie wie: "Es wird weiter gebaut werden, aber so, das keiner es so richtig bemerkt, man baut nur neben bestehenden Häusern., dann wird sich niemand beschweren." Na gut.

Hier in Israel wird es nie langweilig sein, zum Guten wie zum Schlechten. Ein kleines Land mit vielen Problemen, aber auch mit vielen wunderschönen Dingen, die ich nicht missen möchte. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein angenehmes und friedliches Wochenende und einen gesegneten Shabbat!

Shabbat Shalom aus Modiin!

Dov

Möchten Sie mehr Nachrichten aus Israel erhalten?
Klicken Sie hier um den KOSTENLOSEN täglichen Newsletter per Email zu erhalten.

Aktuelle Ausgabe

FERIENWOHNUNG IM HERZEN VON JERUSALEM

Informationen unter:

E-Mail: info@israelheute.com

TEL.: 00972-2-6226880

Werbeanzeige

Am meisten gelesen