Israel Heute Morgen

Montag, 27. März 2017 |  Dov Eilon

Guten Morgen liebe Leser!
Ich habe meinen Pullover heute früh doch noch wieder mitgenommen. Seit wir auf die Sommerzeit umgestellt haben, ist es draußen wieder dunkel, wenn ich aufstehe. Und es ist recht kühl. Gegen Mittag soll es dann wieder deutlich wärmer werden. Hier in Jerusalem wird es sogar etwas wärmer sein als in Tel Aviv. Und am Donnerstag soll es dann so richtig warm werden, denn dann kommt der heiße Wüstenwind aus dem Osten wieder zu Besuch.

Und hier ist das Wetter für heute in Israel:

Heiter bis wolkig mit einem leichten Temperaturrückgang. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 21 Grad, Tel Aviv 19 Grad, Haifa 19 Grad, Tiberias am See Genezareth 25 Grad , am Toten Meer 27 Grad, Eilat am Roten Meer 30 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um zweieinhalb Zentimeter gestiegen und liegt nun bei -213.01 m unter dem Meeresspiegel.

In den Nachrichten wird mehr und mehr von der Krise um den öffentlichen Rundfunk gesprochen .Ich weiß, ich habe schon sehr viel darüber geschrieben. Da ich bis vor einem Jahr noch selbst dort gearbeitet habe, liegt mir die Zukunft des alten Israelischen Rundfunks und die Zukunft meiner ehemaligen Arbeitskollegen sehr am Herzen. Und jetzt hat diese Diskussion um den Rundfunk zu einer ernsten Regierungskrise geführt. Zweimal haben sich Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Finanzminister Moshe Kachlon zu einem Gespräch getroffen, um eine Lösung zu finden, doch bisher ohne Erfolg. Dabei möchte eigentlich niemand wirklich, dass wegen diesem Thema neu gewählt werden soll. Aber beide Seiten, Netanjahu und Kachlon, bleiben standhaft. Netanjahu sagte gestern, dass, wenn es nach ihm ginge, der neue Rundfunk nicht seinen Betrieb aufnehmen wird, Kachlon sagte genau das Gegenteil, der neue Rundfunk werde wie gepant am 30. April auf Sendung gehen. Jeden Tag demonstrieren die von der Entlassung bedrohten Angestellten des Rundfunks, zusammen mit ihren Kindern, denn die Entlassung von 1000 Angestellten wird sich auch auf die ganze Familie auswirken.

Angestellte des Rundfunks und ihre Kinder bei einer Demonstration (Bild: Yonatan Sindel/Flash90)

Was nun? Die religiösen Parteien wandten sich gestern an Netanjahu und sagten ihnen, dass sie nicht an Neuwahlen wegen des Rundfunks interessiert seien, es sei übertrieben, dass der Streit um den Rundfunk zu Wahlen führen würde. Auch im Likud selbst beginnt man, sich vor Wahlen zu fürchten. Denn letzten Umfragen zufolge könnte der Likud seine Mehrheit verlieren, die Tage Netanjahus wären gezählt (auch wenn wir wissen, dass man sich nicht immer auf Umfragen verlassen sollte,wie wir es bei den letzten Wahlen erlebt haben). Es gibt Stimmen, die sagen, Netanjahu möchte Neuwahlen, um nicht selbst entscheiden zu müssen, was mit dem Rundfunk passieren soll. Es sei eine Flucht, so wie auch bei den Neuwahlen von 2015, die das Ende der Koalition mit der Zukunfts-Partei (Jesh Atid) von Yair Lapid gewesen waren.

Im folgenden Video ein Bericht meines ehemaligen Kollegen Itai Dodi über die letzte Demonstration. Itai ist Vater von vier Kindern, aich seine Frau arbeitet am Rundfunk. Der Bericht ist auf Hebräisch, aber es reicht, sich die Gesichter der Betroffenen und ihrer Kinder anzusehen:

Das schlimmste bei dieser ganzen Geschichte ist, dass der Streit auf dem Rücken der an der Krise unschuldigen Angestellten des Rundfunks ausgeführt wird. Sie werden quasi für die Fehler der Leitung des Rundfunks bestraft. Es waren die Direktoren und Leiter des Rundfunks, die den Rundfunk kaputtgemacht hatten, auch die ehemaligen Regierungen sind dabei nicht unschuldig. Ich persönlich sehe kein Problem darin, den Rundfunk weiterbestehen zu lassen,die Angestellten sind Professionelle, die seit vielen Jahren ihre Arbeit getan haben. Sie wurden von der letzten Regierung, als Lapid noch Finanzminister gewesen war, vor aller Öffentlichkeit schlecht gemacht. Man sagte sogar, die Rundfunkangestellten hätten eine schlechte DNA, daher müsse man ganz von vorn anfangen. Ich war damals noch am Fernsehen tätig.

Nun haben wir aber auch 700 Menschen, die bereits Arbeitsverträge am neuen Rundfunk unterschrieben haben, was soll mit ihnen geschehen, wenn der alte Rundfunk doch noch weiterbestehen sollte? Das alles sieht nach einem riesigen Durcheinander aus. Vielleicht ist das der Grund, warum Netanjahu lieber dem Wähler die Entscheidung überlassen möchte. Denn wie auch entschieden werden wird, es wird nicht gut aussehen.

Nun habe ich heute nur über den Rundfunk geschrieben, ich hoffe Sie verstehen, warum mir das Thema so wichtig ist. Aber Sie sehen ja, wohin dieser Streit noch führen kann. Ich hoffe sehr, dass man irgendwie eine Lösung finden wird, mit der alle Seiten irgendwie leben können. Ich wünsche meinen ehemaligen Arbeitskollegen viel Erfolg.

Ich bin froh, bei Israel Heute zu sein, hier mit Ihnen, liebe Leser. Immer wieder freue ich mich über Ihre netten Emails, die mich erreichen. Vielen Dank dafür. Und nun wünsche ich Ihnen einen angenehmen Montag und einen guten Beginn der Arbeitswoche. Machen Sie es gut.

Shalom aus Jerusalem!

Dov

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