Israel Heute Morgen

Dienstag, 21. März 2017 |  Dov Eilon

Guten Morgen liebe Leser!

Gestern habe ich es noch im letzten Moment geschafft, mit meinem Auto aus der Tiefgarage zu fahren und aus Jerusalem rauszukommen. Einige hundert orthodoxe Juden demonstrierten erneut gegen die Festnahme von Jugendlichen, die sich vor der Armee drücken und nicht an der Rekrutierungsstelle erschienen waren. Als ich mich der Tiefgarage näherte und die orthodoxen Juden sah, wie sie die Strasse und dabei auch die Ausfahrt aus der Tiefgarage blockierten, war ich mir sicher, dass ich so schnell nicht aus Jerusalem herauskommen werde. Ich schrieb sicherheitshalber nachhause und warnte meine Familie, dass ich eventuell etwas später nachhause kommen werde. Auf der Straßenkreuzung begann sich die Atmosphäre zu erhitzen.

Ich ging dennoch weiter zu meinem Auto, denn ich wollte zumindest versuchen, noch rechtzeitig wegzukommen bevor noch mehr Demonstranten ankamen, denn die Protestaktion der Orthodoxen hatte gerade erst begonnen. Als ich mich dann mit meinem Auto der Ausfahrt näherte, sagte man mir, ich solle zur Einfahrt der Tiefgarage fahren, dort hätte ich och die Chance, herauszukommen. So war es dann auch. Allerdings musste ich mir meinen Weg durch einige wütende Demonstranten und auch Pferden der Polizei bahnen, um dann über eine Strasse an der zentralen Busstation, die sonst nur für die öffentlichen Verkehrsmittel gedacht ist, die Stadt Jerusalem verlassen zu können. Später wurde auch die Ausfahrt aus der Stadt zeitweise blockiert, ich hatte Glück.

Gerade noch geschafft. Die Ausfahrt aus der Tiefgarage.

Die Demonstrationen sind noch bis in die Nacht fortgeführt worden, nicht nur in Jerusalem, sondern auch in Beit Shemesh. Die Polizei hat insgesamt 31 Menschen festgenommen, eine Polizistin wurde durch Steine, die von den Demonstranten geworfen wurden, leicht verletzt. Keine schönen Szenen. Leider glaube ich nicht, dass es so schnell eine Lösung für das Problem geben wird. Es sei denn, unsere Regierung würde die orthodoxen Juden vollkommen von der Wehrpflicht befreien. Aber warum? Warum sollen nur wir, unsere Kinder, das Leben für die Sicherheit des Staates Israel riskieren? Es gibt sehr viele religiöse Juden, die dem Staat im Rahmen eines sogenannten "Nationalen Dienstes" dienen, also einen Zivildienst ableisten. Auch gibt es orthodoxe Juden, die in der Armee dienen, leider bekommen viele von ihnen dadurch große Probleme, wenn sie zuhause in ihren Wohnvierteln in Uniform gesehen werden. Daher hat die Armee sie von der Pflicht, auf dem Weg nachhause die Uniform zu tragen, befreit. Es gibt so viele Möglicheiten, auch religiöse Menschen in der Armee zu integrieren. Aber was können wir tun, wenn einige dieser orthodoxen Strömungen die Existenz des Staates Israel nicht einmal anerkennen? Wir haben ein Problem.

Ein anderes Problem ist gestern im letzten Moment noch verhindert worden. Denn heute war ein Streik der Busfahrer der Busgesellschaft Egged, die grösste Busgesellschaft des Landes, geplant. Nun versucht man, die Differenzen zwischen Egged und dem Finanzministerium durch Verhandlungen beizulegen statt auf dem Rücken der Bevölkerung. Aber wie so oft reicht meistens die Drohung eines Streiks, um etwas in Bewegung zu bringen. Es geht um die Untersützung, die der Staat bis jetzt an die Busgesellschaft gezahlt hatte. Das letzte Abkommen war vor anderthalb Jahren abgelaufen, bis heute hat man es nicht geschafft, sich auf ein neues Abkommen einigen. Es gab wahrscheinlich immer wichtigere Dinge für das Finanzministerium. In diesen Tagen ist Finanzminister Kachlon mit der Zukunft des Israelischen Rundfunks beschäftigt, was sind da schon anderthalb Millionen Fahrgäste, die heute im Falle eines Streiks auf ihrem Weg zur Arbeit steckengeblieben wären.

Ach ja, dann wäre da noch das Wetter. Es hat sich nicht viel verändert, es ist bewölkt und etwas wärmer als gestern. Das Wetter für heute in Israel:

Bewölkt mit einem leichten Anstieg der Temperaturen. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 17 Grad, Tel Aviv 19 Grad, Haifa 18 Grad, Tiberias am See Genezareth 22 Grad , am Toten Meer 25 Grad, Eilat am Roten Meer 24 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um einen Zentimeter gestiegen und liegt nun bei -213.045 m unter dem Meeresspiegel.

Und nun wünsche ich Ihnen einen angenehmen Dienstag und ersten Frühlingstag. Machen Sie es gut.

Shalom aus Jerusalem!

Dov

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