Purim, die Vergangenheit lebt in der Gegenwart

Donnerstag, 16. März 2017 |  Tsvi Sadan

Foto: Netanjahu liest während des Purim Fests aus der Schriftrolle Esther in einer Synagoge in Jerusalem. Foto von Kobi Gideon / GPO

Juden weltweit haben vor einigen Tagen ihr Purimfest gefeiert. Im Buch Esther steht, dass Hamans Plan die Juden zu vernichten am 13. des Monats Adar von König Ahasveros (Xerxes) genehmigt wurde, aber schließlich das Gegenteil eintrat:

„An diesem Tag hatten die Gegner der Juden gehofft, über sie zu siegen, aber die Dinge wurden auf den Kopf gestellt und die Juden gewann die Oberhand über die, die sie hassten.“

Der Grund für diesen Feiertag ist nicht rachsüchtige Freude. Sondern weil „die Juden am 14. Adar von ihren Feinden befreit wurden und in diesem Monat Leid zu Freude wurde und Trauer zu einem Tag des Festes.“

Dieses historische Ereignis, das vor etwa 2400 Jahren stattfand, ist auch heute noch aktuell.

Bei seinem letzten Besuch in Russland erinnerte Ministerpräsident Netanjahu Präsident Putin, dass „ es im antiken Persien einen Versuch gab die Juden auszulöschen, der jedoch fehlschlug.“ Iran ist der Nachfolger Persiens und es gibt deswegen eine direkte Verbindung zwischen der Fügsamkeit von Ahasveros und dem heutigen Wunsch des Irans, den jüdischen Staat zu vernichten.

Putin bestand jedoch darauf, dass es diese Verbindung nicht gibt.

Die Iraner waren allerdings nicht von der Verbindung beleidigt, die Netanjahu zog, sondern eher von der Aussage, dass ein persischer König plante, die Juden in seinem Königreich auszulöschen. Ali Larijani, der Sprecher des iranischen Parlaments, antworte Netanjahu prompt. „Netanjahu hat die iranische prähistorische Ära verfälscht um die Ereignisse falsch darzustellen,“ sagte er. „Offensichtlich kennt er sich mit Geschichte nicht aus und hat auch die Thora nicht studiert. Natürlich kann man solche Lügen von bösen Zionisten durchaus erwarten.“

Irans Außenminister Javad Zarif twitterte, „Netanjahu verbreite intolerante Lügen gegen eine Nation, die Juden 3 Mal gerettet hat.“ Nach Ansichts Zarifs rettete König Xerxes I, Cyrus und der Iran während des zweiten Weltkriegs die Juden, anstatt sie zu töten.

Ehrlich gesagt hätte Netanjahu präziser sein können. Während Ahasveros anfangs Hamans Plan folgte, bereute er dies und verhinderte seine Ausführung später. Aus dieser Sicht hat der König die Juden doch gerettet.

Wie Netanjahu auch, glauben viele Juden, dass der Iran eine wichtige Rolle im apokalyptischen Krieg spielen wird, der dem Kommen des Messias vorausgeht.

Itzik Magrafta, ein farbenfroher Experte des Schia Islams, kommenteierte auf seiner Facebook Seite, dass im Glauben der schiitischen Theologie, „der Iran ein wichtiger Auslöser der letzten Phase der Erlösung Israels sein wird ... der kommende versteckte Mahdi wird derjenige sein, der den Wiederaufbau des davidischen Königreichs erlauben wird.“ Wie es am Anfang war, so wird es auch am Ende sein, prophezeite Magrafta. Genauso wie die Perser die Juden in all den Jahren gerettet haben, so werden sie es auch in den letzten Tagen tun.

Wie auch immer man über solche Prophezeiungen denkt, es gibt wenig Zweifel, dass die Ereignisse der fernen Vergangenheit in diesem Teil der Welt auch heute noch relevant sind, sogar in so hohem Maße, dass sie die Entscheidungen der heutigen Staatsführer beeinflussen.

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