Israel Heute Morgen

Donnerstag, 16. März 2017 |  Dov Eilon

Guten Morgen liebe Leser!

Als ich gestern unser Redaktionsgebäude verließ, war ich erstaunt, wie kalt es plötzlich geworden war. Der Himmel war mit dunklen Wolken verhangen und es wehte ein recht starker Wind. Wann wird es endlich frühlingshafter werden? Dieser Winter war, obwohl wir keinen Schneetag hatten, besonders kühl und nass. Fast der ganze Dezember war verregnet. Bei uns in Modiin waren wir es gewohnt, auch im Winter draußen im Garten sitzen zu können, es gab sogar Tage, an denen wir draußen unsere Mahlzeiten eingenommen hatten. In diesem Winter ging das überhaupt nicht. Jetzt habe ich richtig Lust auf den Frühling. Aber dafür müssen wir uns noch etwas gedulden, denn auch die nächsten Tage werden relativ kühl bleiben.

Und hier ist das Wetter für heute in Israel:

Heiter bis wolkig mit vereinzelten Regenschauern im Norden des Landes, die gegen Mittag nachlassen. Leichter Temperaturrückgang in den Bergen und im Landesinneren. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 13 Grad, Tel Aviv 18 Grad, Haifa 16 Grad, Tiberias am See Genezareth 19 Grad , am Toten Meer 24 Grad, Eilat am Roten Meer 24 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um einen Zentimeter gestiegen und liegt jetzt bei -213.085 m unter dem Meeresspiegel.

Gestern gab es bei uns nicht weniger als drei Demonstrationen. Hier in Jerusalem gingen wieder hunderte orthodoxe Juden auf die Strassen und protestierten gegen die Verhaftung eines Jugendlichen, der nicht an der Rekrutierungsstelle der Armee erschienen war. Das alte und bekannte Problem. Die Demonstranten forderten die Freilassung. Es passiert immer wieder. Wieder wurde die Bar-Ilan-Strasse von den Demonstranten blockiert. Diese Strasse ist berühmt für die Demonstrationen von orthodoxen Juden. Wieder musste die Polizei mit Wasserwerfern und berittenen Polizisten eingreifen und die Strasse räumen. Das bekannte Spiel, beide Seiten kennen es schon. Bis zum nächsten Mal.

Gestern auf der Bar-Ilan-Strasse in Jerusalem

Nicht weit davon entfernt blockierten Mitarbeiter des Israelischen Rundfunks die Straßenkreuzung am Rundfunkgebäude, meinem ehemaligen Arbeitsplatz. Es war traurig mit anzusehen, wie meine ehemaligen Kollegen schon fast verzweifelt um ihren Arbeitsplatz kämpfen. Wie ich Ihnen ja schon erzählt hatte, hatte die Regierung die Schließung des Israelischen Rundfunks und den Aufbau eines neuen öffentlichen Rundfunks beschlossen. Ursprünglich sollte der Rundfunk schon vor 2 Jahren geschlossen werden, aber der neue Rundfunk war noch nicht bereit. So hat sich alles bis heute verschoben. Dadurch hatte ich das Glück, genau vor einem Jahr im Alter von 50 Jahren noch rechtzeitig das sinkende Schiff zu verlassen und dann zu Israel Heute zu wechseln. Jetzt droht wegen dieser Geschichte eine neue Regierungskrise. Denn gestern abend äußerte sich Ministerpräsident Benjamin Netanjahu während einer Versammlung der Koalitionsparteien zu dem Thema. Er hatte schon vor einiger Zeit gesagt, dass die Entscheidung, einen neuen öffentlichen Rundfunk zu gründen, ein Fehler war und hatte versprochen, den Israelischen Rundfunk zu sanieren und zu retten. Nun forderte er , die Schließung des Rundfunks um ein halbes Jahr zu verschieben, um dann einen Weg zu finden, den Fehler zu korrigieren. Doch Finanzminister Moshe Kachlon von der "Kulanu"-Partei möchte da nicht mitspielen, er sagte, es würde keine Aufschiebung mehr geben, noch nicht mal um eine Minute. Gleichzeitig demonstrierten draußen erneut Mitarbeiter des Rundfunks und beschuldigten Kachlon, 1000 Familien in die Arbeitslosigkeit zu schicken.

Bericht des Israelischen Rundfunks über die Demonstration der eigenen Mitarbeiter

Gegenüber von der Demonstration der Rundfunkangestellten demonstrierten die Bewohner der geräumten Siedlung Amona. Sie gaben Netanjahu ein Ultimatum. Sollte die Regierung innerhalb der nächsten zwei Wochen, bis Ende des Monats also, nicht mit dem Bau einer neuen Siedlung beginnen, so wie sie es versprochen hatte, werden sie selbst auch ohne Genehmigung mit dem Bau einer Siedlung beginnen. Noch immer leben die aus ihren Häusern geholten Familien von Amona in einer Herberge in Ofra auf engstem Raum. Man kann ihre Verzweiflung verstehen.

Die Bewohner von Amona demonstrieren

Versprechen sollten gehalten werden. Und wenn es zu schwierig sein sollte, das zu tun, sollte man sie lieber erst gar nicht geben. Netanjahu versprach, den Israelischen Rundfunk zu retten und er versprach, für die Bewohner Amonas eine neue Siedlung, ein neues Zuhause zu bauen. Die Zukunft wird zeigen, wie es weitergeht.

Und zum Schluss noch eine Meldung vom Sport: Gestern hat sich die Israelische Baseball-Mannschaft von der Weltmeisterschaft verabschieden müssen, nachdem sie gegen den Gastgeber des Viertelfinales Japan mit 3:8 verloren hatten. Nachdem man zwei Stunden gut mithalten konnte, reichten die Kräfte gegen die japanische Weltklassemannschaft nicht. Doch hat diese insgesamt erfolgreiche erste Teilnahme Israels an einer Baseball-Weltmeisterschaft viel dazu beigetragen, das Spiel hier in Israel bekannter und beliebt zu machen. Vier Siege gegen sehr gute Mannschaften und zwei Niederlagen sind die Bilanz dieser Weltmeisterschaft.

Jetzt wünsche ich Ihnen einen angenehmen und ruhigen Donnerstag, das Wochenende ist fast schon da. Machen Sie es gut.

Shalom aus Jerusalem!

Dov

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