Israel Heute Morgen

Mittwoch, 15. März 2017 |  Dov Eilon

Guten Morgen liebe Leser!

Heute kann mein Sohn zwei Stunden länger im Bett bleiben. Der gestern angekündigte zweistündige Streik in den Schulen findet diesmal tatsächlich statt. Mein Sohn sagte schon gestern Abend, dass er diesmal erwarte, dass der "versprochene" Streik auch eingehalten wird. Dass das Arbeitsgericht diese Mal nicht eingegriffen hatte, mag an dem Grund des Streiks liegen, denn auch die Krankenkassen streiken heute früh aus demselben Grund. Die Streiks sollen auf das Problem der Gewalt gegen Angestellte in öffentlichen Dienst aufmerksam machen.

Die Schulklassen bleiben bis 10 Uhr leer (Bild: Yonatan Sindel/Flash90)

Gestern kam es zu einem tragischen Vorfall in einer Krankenkasse. Mit Krankenkasse meine ich medizinische Zentren, wo die Ärzte der jeweiligen Krankenkasse tätig sind, es gibt vier verschiedene in Israel. In einer Filiale dieser Krankenkassen wurde gestern eine Krankenschwester von einem wahrscheinlich seelisch gestörten 78-jährigen Patienten getötet. Dieser hatte sie mit einer brennbaren Flüssigkeit überschüttet und angesteckt, fürchterlich. 30 Jahre war die Krankenschwester im Dienst. Unfassbar.

Der tragische Vorfall von gestern ist heute Hauptthema in den Zeitungen

Aber leider kommt es auch in Krankenhäusern und in Schulen immer wieder zu gewalttätigen Angriffen gegen das Personal, natürlich in einem viel kleinerem Ausmass, der gestrige Vorfall ist extrem gewesen. Im Radio wurde heute früh darüber diskutiert, warum viele Menschen immer wieder versuchen, ihre Probleme durch Gewaltanwendung zu lösen. Sei es die Ungeduld von Familienangehörigen in der Notaufnahme der Krankenhäuser oder ein Schüler, der sich von einer Lehrerin schlecht behandelt gefühlt hat. Auch in den Flugzeugen ist es schon mehr als einmal zu gewalttätigen Szenen gekommen. Einmal ging es um eine Tafel Schokolade, die nicht mehr im Angebot des Bordverkaufs war.

Während der Diskussion im Radio wurden die 4 Milliarden Schekel erwähnt, die der Staat nun wegen des Verkaufs von Mobileye an Intel bekommen wird. Vielleicht solle man anstatt Steuern zu senken das Geld lieber für wichtigere Projekte einsetzen. Zum Beispiel könne man Sicherheitspersonal für die Krankenkassen beschäftigen, man könne mehr Erste Hilfe Stellen eröffnen, um die Wartezeiten in den Notaufnahmen der Krankenhäuser zu verkürzen. Einem Bericht des OECD zufolge würde Israel am wenigsten in seine Bürger investieren, besonders, wenn es um die medizinische Versorgung geht.

Ich persönlich war davon etwas überrascht, ich fand die medizinische Versorgung hier bei uns immer sehr gut. Aber das mag daran liegen, dass ich sie zum Glück noch nicht zu oft in Anspruch nehmen musste. Was in Israel fehlt, das sind weitere Krankenhäuser, besonders außerhalb der großen Städte. Und Ärzte, die bereit sind, dort tätig zu sein. Vielleicht wäre es tatsächlich ratsam, wenn die Regierung diese 4 Milliarden Schekel für wichtigere Ziele einzusetzen würde, anstatt zu versuchen, sich durch eine kleine Steuersenkung bei den Wählern beliebt zu machen.

Jetzt muss mein Sohn bald aufstehen, der Unterricht beginnt um 10 Uhr. Er darf nun zu Fuß in die Schule gehen, da die Busse nur morgens zum regulären Schulbeginn fahren. Naja, der Weg zu Schule ist eigentlich ganz nett, nur muss man etliche Treppen steigen, in Modiin ist es etwas hügelig. Das Wetter ist sehr angenehm für einen Morgenspaziergang. Die Sonne scheint, allerdings ist es noch immer für die Jahreszeit zu kalt und gegen Nachmittag kann es wieder zu vereinzelten Regenschauern kommen.

Und hier ist das Wetter für heute in Israel:

Gegen Nachmittag vereinzelte Regenschauer, die sich später bis zum Zentrum des Landes ausweiten werden und von einzelnen Gewittern begleitet werden können. Für die Jahreszeit zu kalt. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 14 Grad, Tel Aviv 18 Grad, Haifa 15 Grad, Tiberias am See Genezareth 16 Grad , am Toten Meer 26 Grad, Eilat am Roten Meer 26 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth liegt unverändert bei -213.095 m unter dem Meeresspiegel.

Und nun wünsche ich Ihnen einen angenehmen und friedlichen Mittwoch, gleich beginnt der Unterricht in Israels Schulen. Machen Sie es gut.

Shalom aus Jerusalem!

Dov

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