Leser schreiben: Shvil Israel 2017

Freitag, 10. März 2017 |  Manfred Hungerland

(Bild: Manfred Hungerland)

Vor einigen Jahren entdeckte ich im Israel Heute Magazin ein Inserat für das Jonathan Wüstencamp. Ich meldete mich an und kurze Zeit später ging es auch schon los – in die Wüste beim Timna Park. Es waren mehrere große Zelte aufgebaut. Im Zelt selbst habe ich nur einmal übernachtet, dann nahm ich meine Matratze und legte mich draußen unter den Sternenhimmel schlafen. Es gibt wirklich nichts Besseres. Ich habe mich damals regelrecht in die Wüste verliebt.

Vor zwei Jahren las ich etwas über den Shvil Israel (Israelischer Nationalpfad). Das hat mich seitdem nicht mehr losgelassen, ich war fest entschlossen, einmal auf diesem Pfad zu wandern, zumindest auf dem Wüstenabschnitt von Eilat bis Arad.

Ich fing also an mich vorzubereiten: Die Ausrüstung wurde zusammengestellt und auf das Gewicht hin optimiert. Jedes Gramm zählt, denn man schleppt es über weite Strecken. Die Etappen wurden festgelegt und die Wasserspeicher (verborgene Wasservorräte) bestellt. Dann gab es nur noch eins: trainieren, trainieren, trainieren. Ich versuchte auch, einen Hiking Partner zu finden. Gerade in der Wüste ist dies sehr zu empfehlen. Die Etappen sind zum Teil sehr lang (mehr als 30 km), bei einem Notfall wäre man sonst auf sich allein gestellt. Leider fand ich niemanden. Aus diesem Grund besorgte ich mir noch ein Satelliten Notfall System.

Los geht‘s: Auf der ersten Etappe traf ich zwei Holländer, denen ich mich anschloss. Da sie aber noch weiter wollten, war ich wieder auf mich allein gestellt. Wasser suchen und alles auffüllen, aber nicht zu viel. Anfang Februar sind die Nächte noch sehr frisch, die Temperaturen können in der Nacht auf null Grad (mit Wind) fallen. Ich zog jedenfalls alle Kleidung an, die ich dabei hatte. Die nächste Etappe war sehr lang. Ich war allein am Nachtlager, mitten in der Wüste. Wow. In der Nacht hörte ich Wölfe heulen, der Wind zerrte am Zelt. Es folgte eine kürzere Etappe und eine Nacht, die ich ohne Zelt verbrachte, das war einfach wunderbar. Der Himmel war wunderschön mit all den Sternen. Während der Wanderung am Tage kam ich sehr gut voran. Circa sechs Kilometer vor Sharahut meldete sich jedoch mein Knie und wollte nicht mehr. Jetzt wurde es ungemütlich, ich kam nur noch sehr langsam voran und der Wasservorat schwand dahin. Mit dem letzten Schluck erreichte ich Gott sei Dank Sharahut.

Ich legte in Paran zwei Tage Rast ein, bevor ich wieder loszog. Die Etappe nach Saphir (ca. 32 km) war relativ gut, am Abend dann aber der Schock: Mein Knie war entzündet. Leider gab es für mich nur eine logische Folge: Abbruch. War es das wert? Auf jeden Fall, die Wüste ist einfach wunderschön und das Erlebte bleibt ein Leben lang.

Video: Der Shvil Israel vom Süden bis in den Norden

Der Artikel erschien in der März-Ausgabe von Israel Heute!

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