Israel Heute Morgen

Sonntag, 5. März 2017 |  Dov Eilon

Guten Morgen liebe Leser!

Gerade hatte das Wochenende begonnen, da ist es auch schon wieder zuende, eine neue Woche liegt vor uns. Am gestrigen Shabbat bin ich seit längerer Zeit mal wieder in einer Synagoge gewesen. Nach einer Hochzeit ist es üblich, dass der Bräutigam am Shabbat danach in der Synagoge zur Torahlesung aufgerufen wird, "Shabbat Chatan", heißt das auf Hebräisch, "der Shabbat des Bräutigams". So begann der Tag schon um halb sieben, damit wir auch pünktlich zum Morgengebet erscheinen konnten. Ereignisse wie diese sind immer schön, da sie die ganze Familie zusammenbringen, wie auch schon auf der Hochzeit. Als der Bräutigam dann zur Torahlesung gerufen wurde, haben die Frauen von oben viele Süßigkeiten auf ihn geworfen, ein wahres Bonbon-Bombardement. Eine festliche Atmosphäre. Zuvor wurden die Torahrollen aus dem Schrank geholt und durch die Synagoge getragen, ein wunderschöner Anblick und Moment. Am Ende wurden alle Bonbons von den Kindern aufgesammelt, gegen Mittag war das Gebet beendet. Der Rabbiner erinnerte uns noch mit einem Lächeln daran, dass der Bräutigam an diesem Tag als "König" angesehen würde und dementsprechend zu behandeln sei und er auch König bleibe, aber nur solange, wie er seine Frau wie eine Königin behandeln würde. Eigentlich doch eine Selbstverständlichkeit, oder? Danach trafen wir uns alle bei meinem Schwager, dem Vater der Braut. Es war ein sehr schöner Shabbat, auch das Wetter hat mitgespielt, die Sonne schien den ganzen Tag.

Auch die nächsten Tage sollen sonnig und warm werden, gegen Ende der Woche hat man uns sogar Temperaturen von um die 30 Grad versprochen.

Und hier ist das Wetter für heute in Israel:

Heiter. Leichter Temperaturanstieg. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 18 Grad, Tel Aviv 19 Grad, Haifa 18 Grad, Tiberias am See Genezareth 22 Grad, am Toten Meer 25 Grad, Eilat am Roten Meer 25 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth liegt unverändert bei -213.155 m unter dem Meeresspiegel.

In Jerusalem war es am Shabbat alles andere als ruhig. Es gab heftige Auseinandersetzungen von orthodoxen Juden und der Polizei. Die Orthodoxen gingen zu Hunderten auf die Strassen und protestierten gegen die Öffnung von Geschäften in der Strauss-Straße, nicht weit entfernt vom orthodoxen Stadtteil Mea Shearim. Wasserwerfer und Polizisten auf Pferden wurden eingesetzt, um die Demonstranten von der Strasse zu entfernen, da es sich hier um eine unangemeldete und nicht genehmigte Demonstration gehandelt hatte. Durch diese Demonstration der orthodoxen Juden wurde der Shabbat erst Recht gebrochen. Hier ein Video von gestern:

Schade, dass wir nicht jeden Menschen so leben lassen können, wie er möchte. Auch wir die Kluft zwischen den orthodoxen Juden und den sekulären Juden so nur noch vergrößert. Und das ist gar nicht gut.

Seit heute Nacht ist der Norden Israels wieder vom Süden des Landes abgetrennt, jedenfalls, wenn es um die Zugverbindungen geht. Grund dafür ist die Grabung des Tunnels für die Strecke der Straßenbahn in Tel Aviv. Sie wird 30 Meter unter der Ayalon-Schnellstraße verlaufen. Aus Sicherheitsgründen hat man sich dazu entschieden, den "Shalom-Bahnhof" bis zum 12. März zu schließen. So müssen nun Busse für die Strecke zwischen den Stationen "Shalom" und "Zentrum" eingesetzt werden. Es ist immer besser, auf Nummer sicher zu gehen, noch weiß man nicht hunderprozentig, wie sich die unterirdischen Grabungen der riesigen Tunnelbohrmaschine auswirken wird. In einer Besprechung vor Beginn der Arbeizten hat man die Möglichkeit in Erwägung gezogen, dass sich die Schienen etwas verkrümmen können und das wäre natürlich sehr gefährlich. Hoffen wir, dass die Arbeiten problemlos voranschreiten werden. Jetzt sorgt der Bau der Strecke für viele Probleme, aber ich bin mir sicher, dass wir alle sehr zufrieden sein werden, wenn die Straßenbahn dann ihren Betrieb aufnehmen wird. Allerdings hätte man mit dem Bau schon vor einigen Jahrzehnten beginnen müssen.

Bleibt bis zum 12. März geschlossen. Die Bahnstation "HaShalom" (Bild: Miriam Alster/FLASH90)

Und nun wünsche ich Ihnen einen angenehmen und friedlichen Sonntag. Machen Sie es gut.

Shalom aus Jerusalem!

Dov

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