Tanz und Protest an der Klagemauer

Montag, 27. Februar 2017 |  NAI Redaktion

(Bild: Hadas Parush/Flash90)

Heute, am ersten Tag des Monats Adar, haben sich an der Klagemauer tausende von Menschen eingefunden, um den Beginn des neuen Monats mit Gebeten und Tanz zu feiern. Doch der Vormittag war angespannt. Grund dafür waren die Gebete der sogenannten "Kotel-Frauen" (Frauen der Klagemauer), die an der Seite vor dem Platz der Mauer mit Kipas auf dem Kopf und umhüllt mit dem traditionellen Talit den neuen Monat begrüßten.

Um gegen diese dem traditionellen jüdischen Glauben widersprechenden Gebeten von Frauen zu protestieren, haben sich auf dem Platz vor der Klagemauer mehrere hundert Jugendliche der religiös-nationalen Strömung versammelt, um den neuen Monat mit ihren Gebeten und Tänzen lautstark zu empfangen.

Das Gebet der Frauen mit Kipa und Talit hat viele orthodoxe Juden sehr verärgert. Beim Verlassen der Klagemauer wurden die Frauen mit Rufen wie "Geht auf den Tempelberg" oder "Das ist nicht eure Klagemauer" beschimpft. Zu gewalttätigen Szenen kam es zum Glück nicht. Die Polizei hatte die Situation im Griff, da sie den Kotel-Frauen einen besonderen Platz für ihr Gebet vorbereitet hatte.

Der Kampf zwischen den "Frauen der Kotel" und den religiösen Gruppen besteht schon seit Jahren. Um dem ein Ende zu machen beschloss die Regierung vor etwa einem Jahr, für die Kotel-Frauen einen besonderen Platz an der Mauer bereitzustellen. Doch wegen des Protestes der verschiedenen religiösen Gruppen ist es bis jetzt nicht dazu gekommen. Die Vorsitzende der Kotel-Frauen Lesley Sachs beschwerte sich gegen die Hetze seitens religiöser Medien. Dies würde zu physischer und wörtlicher Gewalt führen, wie es sie nie zuvor gegeben habe. "Es wird Zeit, dass jemand diesen Wahnsinn beendet", sagte sie. Seitens der religiösen Gruppen wurde unter anderem erklärt, dass heute mehrere tausend Jugendliche an die Klagemauer gekommen seien, um zu erklären, dass die Mauer nicht aufgeteilt werden kann. "Jeder kann hierherkommen und nach der Tradition des Jüdischen Volkes beten, ohne dass man die Mauer für die eine oder andere Gruppe teilen muss", sagte Jehuda Wald vom Liba-Zentrum.

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