Reaktionen auf Urteil des Soldaten Elor Azaria

Dienstag, 21. Februar 2017 |  Dov Eilon

(Archivbild: Miriam Alster/FLASH90)

Nicht 5 Jahre und nicht 3 Jahre, wie es die Staatsanwaltschaft gefordert hatte, sondern 18 Monate Gefängnis, das ist die Strafe, die das Militärgericht heute über den Soldaten Elor Azaria verhängt hat. Das Gericht hatte ihn zuvor des Totschlags beschuldigt, einer Straftat, für die die Höchststrafe bei 20 Jahren liegt.

So war es nicht verwunderlich, dass der Soldat nach der Urteilsverkündung erleichtert zu sein schien. Seine Mutter nannte ihn einen Helden, sein Vater zog es vor, zu schweigen. Am Ende sangen Familienangehörige und weitere Anwesende die israelische Nationalhymne, HaTikva, im Gerichtsaal.

Elor Azaria wird seine Haftstrafe am 5. März antreten. Bis dahin haben seine Anwälte Zeit, Einspruch gegen das Urteil einzulegen. Dann wird sich der Oberste Gerichtshof in Jerusalem damit auseinandersetzen müssen.

Die Reaktionen auf das Urteil waren erwartungsgemäß gespalten. Während die Erleichterung auf des relativ leichte Urteil im Gesicht des Soldaten zu erkennen war, fordern andere weiterhin den Freispruch. Die Schwester kritisierte das Urteil des Militärgerichtes auf ihrer Facebookseite, da die Zeit, in der ihr Bruder in einer Militärbasis inhaftiert war, nicht angerechnet wird. "Ich schäme mich für mein Land", schrieb sie in einem Post.

Auch Knessetabgeordneter Oren Hazan sprach sich gegen das Urteil aus und versprach, einen Gesetzesvorschlag vorzubereiten, der zur Freilassung von Elor Azaria führen soll. Es sei wichtig einem Soldaten zur Seite zu stehen, sagte er. Für ihn sei Elor unschuldig, jeder Terrorist müsse sein Leben beenden. Es ginge hier nicht um jemanden, der kam, um einen unschuldigen Menschen zu ermorden. Der Soldat hätte einen Terroristen neutralisiert, der kurz zuvor keine Blumen verteilt hätte, sondern israelische Soldaten mit dem Messer angegriffen und verletzt habe mit dem Ziel zu töten.

Verteidigungsminister Avigdor Lieberman äußerte sich ebenfalls zu dem Urteil. Er hoffe, dass jetzt alle Seiten diese Sache beenden würden. Auch wenn man nicht mit dem Gericht oder dem Urteil einverstanden sei, müsse das Gericht respektiert werden, das Verteidigungssystem habe hinter dem Soldaten und seiner Familie zu stehen. Es handele sich einerseits um einen ausgezeichneten Soldaten, auf der anderen Seite um einen Terroristen, der gekommen war, um Juden zu töten. Dies solle nicht vergessen werden.

Die Familie des getöteten Terroristen kritisierte das Urteil von der anderen Seite aus. Die Strafe sei viel zu leicht ausgefallen, sagte der Vater des Terroristen. Alles sei nur eine Vorstellung gewesen. Hätte es sich bei dem Angeklagten um einen Palästinenser gehandelt, wäre dieser wie ein Hund für 20 Jahre ins Gefängnis geworfen worden, sagte ein Cousin des Terroristen.

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