Israel Heute Morgen

Donnerstag, 2. Februar 2017 |  Dov Eilon

Guten Morgen liebe Leser!

Amona. Das ist wohl das Wort, das gestern am meisten gehört und gesagt wurde. Jede Nachrichtensendung begann mit dem Wort Amona. Im Radio jede halbe Stunde, Amona. Auch die Tageszeitungen gaben Amona die gesamte Titelseite.

Jede Zeitung wählte ihre Überschrift. Maariv: Die Räumung und der Zorn Israel Hayom: Die Räumung und der Schmerz Jediot Achronot: Tränen der Räumung

Auch heute ist die Räumung noch nicht beendet. In der Synagoge befinden sich noch mehrere Dutzend Jugendliche. Die Polizei versucht, sie zu überreden, die Synagoge freiwillig zu verlassen. Ich bin mir nicht sicher, ob es ihnen gelingen wird. Ich hoffe sehr, dass es nicht zu gewalttätigen Auseinandersetzungen kommen wird. Gestern ging die Räumung relativ friedlich über die Bühne. Leider gab es einige Jugendliche, die nicht in Amona leben, die dem Aufruf der Führung der Siedlung, keine Gewalt anzuwenden und sich friedlich zu widersetzen, nicht gefolgt waren und Gegenstände und auch Steine auf die Polizisten geworfen hatten, sogar Bleichmittel wurde auf sie geschüttet. Einige Polizisten wurden dadurch zum Glück nur leicht verletzt, die gewalttätigen Jugendlichen wurden festgenommen.

Die Meinungen zu der Räumung Amonas sind geteilt. Einerseits wird hier das Urteil des Gerichts ausgeführt, das festgelegt hatte, dass sich die Häuser der Siedlung auf Privatgrundstücken befinden, sie hätten nie gebaut werden dürfen. Andererseits kann man auch die Bewohner verstehen, die seit 19 Jahren in Amona gelebt haben. Niemand hätte je seinen Besitz der Grundstücke angemeldet. Vor der Gründung Amonas, hätte das Land brach gelegen. Die Zerstörung der Siedlung würde das nicht ändern, niemand werde das Land nutzen und dort leben. Ich hoffe, dass für die Bewohner bald eine neue Siedlung gebaut werden wird, damit sie schnell ihr normales Leben weiterführen können. Allerdings sollte man sehr vorsichtig bei der Wahl des Ortes sein, wo das neue Zuhause für die Menschen Amonas entstehen soll.

In einer anderen Diskussion, die während der Räumung gestern entstand, geht es darum, warum eine jüdische Siedlung mit einer derartigen Vorsicht, fast mit Samthandschuhen, seitens der Sicherheitskräfte geräumt wird, während illegale Dörfer oder Häuser der Araber und auch der Beduinen mit viel mehr Gewalt geräumt werden. Wenn dort Steine auf die Sicherheitskräfte geworfen werden würden, würde sofort auf die Steinewerfer geschossen werden, oft wären Menschen ums Leben gekommen. Ein Moderator im Radio meinte, dass man ab heute vielleicht anders handeln wird, nachdem man gesehen hat, dass es auch anders geht. Ich wäre mehr als glücklich, wenn man ohne Gewalt auskommen könnte. Ich denke, dass das Problem bei Operationen in arabischen Dörfern ist, dass die Polizisten und Soldaten einfach Angst haben, es fehlt das Vertrauen. In einer jüdischen Siedlung gibt es diese Angst nicht. Aber ich muss zugeben, dass wir hier ein Problem haben. Ich hoffe sehr, dass wir lernen werden, in Zukunft anders zu handeln, so schwer es auch sein mag.

Ich persönlich bin gegen Verallgemeinerungen, ich sehe jeden Menschen als Mensch an, seine Religion interessiert mich eigentlich nicht. Es wäre schön, wenn wir uns alle, Juden und Araber, ändern könnten. Vielleicht müsste man erst einmal alle Probleme und Streitigkeiten zur Seite legen, sie irgendwo wegschließen, damit wir als Menschen zusammensitzen könnten. Es muss doch verflixt nochmal einen Weg geben, der es allen Menschen hier in der Region ermöglicht, friedlich zusammenzuleben. Ich hoffe, dass meine Worte hier nicht zu einer unschönen Diskussion in den Kommentaren der Leser führen wird. Ja, liebe Leser, ich habe mir die Kommentare unter den Artikeln angeschaut, sie sind nicht immer schön zu lesen. Wenn wir einen Weg zum Frieden suchen, so müssen wir ihn hier bei uns beginnen. Meinen Sie nicht?

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen wunderbaren und friedlichen Donnerstag, am Abend können Sie mich dann wie fast jeden Donnerstag auf einen meiner Spaziergänge begleiten. Dazu gehen Sie bitte auf unsere Facebookseite oder den eigens für die Spaziergänge geschaffenen YouTube-Kanal.

Bevor ich es vergesse: Auch heute ist es noch sehr kalt, besonders hier in Jerusalem. Heute früh zeigte das Thermometer 0 Grad. Sogar bei mir in Modiin waren es nur 4 Grad. Und das bei strahlendem Sonnenschein. Ein toller Wintertag. Im Laufe des Tages soll es dann langsam wärmer werden. Am Wochenende soll es angenehm werden mit für die Jahreszeit normalen Temperaturen.

Und hier ist das Wetter für heute in Israel:

Heiter. Leichter Temperaturanstieg. In der Nacht Frostgefahr in einigen Gebieten. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 9 Grad, Tel Aviv 13 Grad, Haifa 11 Grad, Tiberias am See Genezareth 14 Grad , am Toten Meer 17 Grad, Eilat am Roten Meer 16 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um einen weiteren halben Zentimeter angestiegen und liegt nun bei -213.38 m unter dem Meeresspiegel.

Shalom aus Jerusalem!

Dov

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