In Gedenken an Shira

Mittwoch, 18. Januar 2017 |  NAI Redaktion

Liebe Freunde,

Eine Woche ist es nun fast her, dass die schreckliche Nachricht des Terroranschlags in Jerusalem drei jungen Mädchen und einem jungen Mann das Leben nahm. Ganz Israel ist nach wie vor erschüttert und auch Deutschland trauert mit und zeigt Mitgefühl. Für mich ist dies nicht nur ein weiterer Anschlag; er trifft mich persönlich und geht tief, sehr tief! Und ... es hat eine Weile gedauert, dass ich in der Lage war, überhaupt etwas in Worte zu fassen ... es ist schwer zu beschreiben, welche Gefühle einen tagtäglich begleiten...

Shira ist die Tochter von Einat und Dudi, die ich vor 27 Jahren, gerade nach Israel gekommen, auf dem Geburtsvorbereitungskurs unser Söhne kennenlernte. Mit einem Tag Unterschied entbanden wir dann Yarin und Adi und lagen nebeneinander im Krankenhaus. Seither sind wir in Kontakt, nicht ständig, jedoch stetig. Darüber hinaus Nachbarinnen, die ihre Kinder mit den gleichen Freunden und in der gleichen Umgebung aufwachsen sehen. Dann gingen Dudi und Einat mit der israelischen Marine nach Deutschland, meiner Heimat, und vor allem Shira gefiel die deutsche Sprache, das Leben dort und fuhr immer wieder gern dorthin zurück. Ich freute mich sehr, denn zu der Zeit stand Deutschland und die deutsche Sprache noch nicht unter dem positiven Stern, so wie heute, und meine Kinder hatten es als Kinder einer deutschen Mutter in Israel nicht immer leicht. Shira war in jedem Fall die perfekte Botschafterin beider Länder.

Nach 2 Jungen, die im israelischen Militär gedient haben, kam vor zwei Monaten auch unser jüngster Sohn zum Militär. Er dient in einer Infanterie Eliteeinheit, die in Gebieten ihren Dienst tut, die uns schlaflose Nächte und unruhige Tage bereitet. Man betet und hofft, dass die Kinder ihren Dienst unversehrt an Leib und Seele überstehen werden. Ein Gedanke, der für Deutsche wohl kaum nachvollziehbar ist. Man denkt an die Kinder in jeder Minute des Tages und möchte ihnen die wenigen Stunden am Wochenende zu Hause möglichst angenehm gestalten, damit sie Kraft tanken das Kommende nicht nur physisch, sondern auch psychologisch zu verkraften.

Und dann passiert es,
dieses Unglück!!!
So nah bei dir,
dass es dir den Atem nimmt.

Dieser Schmerz, ... dieser so unendliche tiefe Schmerz, der einen überfällt, der aber kaum den Schmerz und das Leid erahnen lässt, was Einat und Dudi, und die ganze Familie durchleben muss. Diesen Schmerz, den so viele Eltern in Israel ertragen müssen... Und du verstehst, dass es genauso dich hätte treffen können. Dieser Gedanke ist unerträglich!

Politik ist das eine, das Menschliche auf beiden Seiten ist katastrophal und unerträglich! In der Hoffnung, dass irgendwann und möglichst bald ein Weg gefunden wird, dass die Menschen im Nahen Osten in Frieden miteinander oder zumindest nebeneinander leben können, dass keine Mutter mehr dieses Leid erfahren muss und in Angst um ihre Kinder leben muss!

In Gedenken an Shira

Cathrin Shalev

Zur Autorin: Cathrin Shalev, geb. Lippert kommt aus Norddeutschland und lebt seit 1990 mit ihrer Familie in Haifa. In der Jugend machte sie sich als Deutsche Meisterin und Nationalspielerin im Tennis einen Namen. Nach ihrer Einwanderung nach Israel - der Liebe wegen - und dem Übertritt zum Judentum engagiert sie sich für den interkulturellen Austausch und die Verständigung der deutschsprachigen Länder, insbesondere Deutschland und Österreich, mit Israel. Sie arbeitete im deutschen Honorarkonsulat, etablierte für das Land Österreich eine Sprachschule für Deutsch als Fremdsprache in Nordisrael, ist Direktoriumsmitglied in der Haifa-Stiftung, insbesondere für die deutschen Partnerstädte, und seit 2007 administrative Direktorin des DAAD Zentrums für Deutschland- und Europastudien an der Universität Haifa sowie DaF-Dozentin am MA Studiengang German and European Studies.

Nach den zahlreichen Vorfällen und Übergriffen auf unsere Soldaten und Soldatinnen, in den letzten Wochen und Monaten, haben wir uns entschlossen das Projekt „Warme Kleidung – Warmes Herz“ weiterzuführen! Zeigen Sie unseren Kindern die Liebe und Unterstützung, die sie verdienen!

Mein persönliches, mit viel Liebe verpacktes, Spendenpaket!

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