Israel Heute Morgen

Mittwoch, 11. Januar 2017 |  Dov Eilon

Guten Morgen liebe Leser!

Ich habe mich langsam daran gewöhnt, dass wir Winter haben. Die kühle Luft und der blaue Himmel erinnern mich an meine Zeit in Deutschland. Man sagt ja auch, dass das Klima in Jerusalem dem von Europa am ähnlichsten sei. Auch heute Nacht war es wieder frostig und die Windschutzscheiben der Autos zugefroren. Morgen soll es dann schon ein wenig wärmer werden und am Freitag könnte es ein paar Regentropfen geben. Der See Genezareth hätte es nötig, der Wasserpegel ist seit einigen Tagen unverändert.

Und hier ist das Wetter für heute in Israel:

Heiter, im Norden teils bewölkt. Temperaturen unverändert. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 12 Grad, Tel Aviv 17 Grad, Haifa 14 Grad, Tiberias am See Genezareth 18 Grad , am Toten Meer 21 Grad, Eilat am Roten Meer 20 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth liegt unverändert bei -213.56 m unter dem Meeresspiegel.

In den Medien geht man langsam wieder zur Tagesordnung über. Es mag schlimm klingen, aber für sie scheint der Terroranschlag vom Sonntag der Vergangenheit anzugehören. Aber leider ist es so, wie ich gestern schon schrieb, das Leben muss weitergehen. Auch die Soldatinnen und Soldaten, die Zeugen des Anschlags waren und ihn unverletzt überlebten, haben ihren Lehrgang in Jerusalem fortgesetzt. Jetzt erst recht, sagten einige von ihnen. Auch die Verletzten, die noch in den Krankenhäusern liegen sagten, dass sie so schnell wie möglich ihren Offizierskurs wieder aufnehmen möchten. Damit zeigen sie den Terroristen, dass sie ihr Ziel nie erreichen werden. Das Leben geht weiter.

Die heutigen Schlagzeilen in den Zeitungen beschäftigen sich unter anderem mit der Abschiedsrede des scheidenden US-Präsidenten Obama, in der Israel übrigens nicht erwähnt wurde. Ich bin mir sicher, dass man ihn hier in Israel nicht vermissen wird. Alle warten auf den Amtsantritt von Donald Trump. Man ist gespannt, was mit der amerikanischen Botschaft geschehen wird, ob sie tatsächlich nach Jerusalem verlegt werden wird. Gestern wurde von der Möglichkeit berichtet, dass vielleicht nur der amerikanische Botschafter nach Jerusalem ziehen wird, die Botschaft selber aber in Tel Aviv bleiben soll. Vielleicht aus Angst vor den Reaktionen in der arabischen Welt. Ich bin gespannt, was für ein Präsident Donald Trump sein wird.

Ein weiteres heikles Thema ist die Affäre um das Gespräch zwischen dem Herausgeber der Zeitung Jediot Achronot Noni Moses und Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Das Gespräch stammt zwar aus dem Jahr 2014, ist aber sehr brisant. Noni Moses schlug Netanjahu vor, alles dafür zu tun, ihn im Amt des Ministerpräsidenten zu halten, wenn er seinerseits dafür sorgen würde, das Gesetz gegen die Gratis-Zeitung Israel Hayom durchzubringen. Wie ich Ihnen schon geschrieben hatte, das Gesetz ist am Ende in der Schublade gelandet, aber es ist schon ein Hammer (oder wie kann ich das nennen?), was sich der Herausgeber von Jediot Achronot erlaubt hat. Die Zeitung ist für ihre negative Berichterstattung über alles, was mit Netanjahu zu tun hat, bekannt. Aber wenn es um Geld geht, scheint jedes Mittel recht zu sein. Denn durch die Zeitung Israel Hayom haben Noni Moses und seine Zeitung sehr viel Geld verloren. Dass nun Jediot Achronot selbst über dieses Gespräch berichtet, ist schon sehr amüsant, immerhin schreiben die Journalisten ja damit irgendwie gegen ihren Chef.

Auch die bevorstehende Verhandlung um die Strafe des bereits beschuldigten Soldaten Elor Azaria ist Thema auf den Titelseiten. Die Staatsanwaltschaft versucht, die Verteidigung dazu zu bringen, auf einen Einspruch zu verzichten. Dafür bietet sie ein vermindertes Strafmaß an. Die Vorgesetzten des Soldaten würden sich dann positiver über ihn äußern. Gestern schrieb sein direkter Vorgesetzter, dass Elor Azaria bis zu seinem tödlichen Schuss auf den Terroristen ein vorbildlicher und exzellenter Soldat gewesen sei. Der Prozess soll in einigen Tagen beginnen.

Gestern traf ich hier in der Redaktion eine Gruppe von Schülern aus Deutschland zu einem Gespräch. In ihrer Schule belegen sie einen "Israel-Kurs" und befinden sich jetzt auf ihrer Studienfahrt hier in Israel. Ihre Lehrerin erklärte mir, dass die Schule schon seit mehreren Jahren einen Schüleraustausch betreibt mit einer israelischen Partnerschule. Die israelischen Schüler waren bereits im vergangenen Jahr zu Besuch in Deutschland. Jetzt hat der Gegenbesuch stattgefunden. Zuhause müssen die Schüler dann eine Arbeit über Israel schreiben. Ich finde so etwas beeindruckend. Es ist bereits die zweite Schülergruppe eines "Israel-Kurses", die ich hier in Jerusalem treffe.Im Oktober traf ich Schüler aus meiner Heimatstadt Oldenburg. Auch die Gruppe von gestern kommt aus Norddeutschland, aus Ostfriesland, also Nachbarn der Oldenburger. In unserem Gespräch sprachen wir über die Eindrücke der Schüler über das Land und die Menschen in Israel, über die Berichterstattung der Medien in Deutschland über die Ereignisse in Israel und auch über das tägliche Leben in Israel. Am Ende fragte mich eine Schülerin, was ich am meisten aus meiner alten Heimatstadt Oldenburg vermissen würde. Einen kleinen Bummel durch die Fußgängerzone, war meine Antwort, das wäre ab und zu mal ganz nett. Aber ansonsten habe ich es nie bereut, nach Israel einzuwandern. Ich würde es wieder tun.

Und jetzt wünsche ich Ihnen einen wunderschönen Mittwoch, heute gibt es wieder die Zusammenfassung der Nachrichten der vergangenen Woche. Und auch die Februar-Ausgabe des Israel Heute Magazins ist fast fertig. Machen Sie es gut.

Shalom aus Jerusalem!

Dov

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