Israel Heute Morgen

Dienstag, 10. Januar 2017 |  Dov Eilon

Guten Morgen liebe Leser!

Zurück in den Alltag. So unmöglich das klingen mag, das Leben geht weiter. Es muss weitergehen. Für die Familien der Opfer des Anschlags vom Sonntag wird es nicht einfach sein, sie haben die einwöchige Trauerwoche, die sogenannte "Shiva" begonnen. Gestern sind ihre Lieben beerdigt worden, tausende waren bei den Bestattungszeremonien anwesend. Doch unverständlicherweise schienen unsere Regierungsmitglieder der Meinung zu sein, sie müssten nicht an den Beerdigungen teilnehmen. Nicht ein einziger Minister oder Vertreter der Regierung war bei den Beerdigungen anwesend. Dieses wird nun sehr kritisiert. Ich kann es auch nicht verstehen. Es gibt keine Auflage, die besagt, dass Regierungsmitglieder bei Beerdigungen von Terroropfern anwesend sein müssen, so in einer Erklärung der Regierung gestern in den Nachrichten im Fernsehen, aber bei vielen Beerdigungen war jemand im Namen der Regierung abwesend. Nun wird überlegt, ob es gesetzlich festegesetzt werden soll, dass die Regierung jemanden zu den Beerdigungen schickt. Schade, dass so etwas nicht selbstverständlich ist. Ich bin mir sicher, dass sich niemand etwas schlechtes dabei gedacht hatte, vielleicht hat sich jeder auf den anderen verlassen. Aber für die Familien der Opfer war es nicht schön, von der Regierung quasi ignoriert zu werden. Ihre Kinder waren im Dienst für das Land gefallen. Wie können wir von der Welt erwarten, sich mit unserer Situation zu identifizieren, wenn noch nicht einmal ein israelischer Minister es für nötig hielt, die Opfer auf ihrem letzten Weg zu begleiten. Ich hoffe, dass man das jetzt verstanden hat.

Gestern Abend erleuchtete das Brandenburger Tor in den Farben die Israelischen Fahne. Erst eine halbe Stunde vorher erfuhr ich davon in den sozialen Netzwerken. Danach hatte ich die Minuten gezählt, bis es dann tatsächlich soweit war.

(Foto: Wilfried Winzer)

Es mag vielleicht übertrieben klingen, aber auf mich hat dieses Bild einen enormen emotionellen Eindruck hinterlassen. Und wohl auch bei vielen anderen Israelis. Das Brandenburger Tor in den Farben der Israelischen Fahne, für viele war das viel mehr als nur die Teilnahme an der Trauer in Israel, es war die Schließung eines Kreises für das Jüdische Volk. Einige haben das Bild als Zeichen des Sieges kommentiert. Auch Israel sei nun ein Teil der Gemeinschaft. So lange hat man hier darauf gewartet, anerkannt zu werden. Wir alle stehen vor denselben Gefahren des islamischen Terrors. Auch in den Tageszeitungen wurde das Bild des Brandenburger Tors zusammen mit Bildern der Beerdigungen in Israel auf der Titelseite gezeigt.

Titelseite Israel Hayom: "Für immer jung"

Etwas gedämpft wurde meine Freude jedoch wegen der Tatsache, dass erst eine Petition nötig gewesen war, um das Brandenburger Tor in blau-weiß sehen zu können. Aber trotz allem war es ein beeindruckendes Bild.

Ich sagte schon, wir müssen den Weg zurück in den Alltag finden. Kommen wir zum Wetter. Es ist weiterhin sehr kalt. Heute früh sah ich hier in Jerusalem auf den Dächern der Autos Frost. So kalt war es hier heute Nacht. In den nördlichen Golanhöhen hat es gestern zum ersten Mal geschneit. Das drusische Dorf Majdal Shams verwandelte sich in eine Schneelandschaft, wie Sie es auf dem Bild oben sehen können. Ob wir dieses Jahr auch wieder Schnee hier in Jerusalem bekommen werden? Jetzt soll es erst einmal etwas wärmer werden, aber nur ein wenig. Und für die kommende Woche hat man uns schon neuen Regen versprochen

Und hier ist das Wetter für heute in Israel:

Heiter bis wolkig. Leichter Temperaturanstieg. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 11 Grad, Tel Aviv 16 Grad, Haifa 15 Grad, Tiberias am See Genezareth 17 Grad , am Toten Meer 20 Grad, Eilat am Roten Meer 19 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth liegt unverändert bei -213.56 m unter dem Meeresspiegel.

Ich hoffe, dass wir ab jetzt wieder ruhige und friedliche Tage bekommen werden. Ich wünsche den Eltern der vier jungen Soldaten viel Kraft, mit ihrem Verlust leben zu können. Auch Ihnen wünsche ich einen angenehmen Dienstag, machen Sie es gut.

Shalom aus Jerusalem!

Dov

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