Israel Heute Morgen

Donnerstag, 5. Januar 2017 |  Dov Eilon

Guten Morgen liebe Leser!

Der heutige Tag begann ohne besondere Vorkommnisse. Niemand wollte heute streiken, die Lehrer und Busfahrer erschienen zur Arbeit, der Alltag kann beginnen. Es ist sogar etwas wärmer geworden. Der Regen macht Pause und morgen soll es dann noch etwas wärmer werden, in Tel Aviv werden dann Höchsttemperaturen von 20 Grad erwartet. So etwas hatten wir schon lange nicht mehr. Aber am Shabbat soll mit dem angenehmen Wetter schon wieder Schluss sein, die Temperaturen werden wieder nach unten gehen und es soll sehr windig werden. Der Regen wartet allerdings noch und wird sich wohl erst am Sonntag wieder zurückmelden.

Und hier ist das Wetter für heute in Israel:

Heiter bis wolkig. Leichter Temperaturanstieg. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 13 Grad, Tel Aviv 18 Grad, Haifa 17 Grad, Tiberias am See Genezareth 18 Grad , am Toten Meer 21 Grad, Eilat am Roten Meer 22 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth liegt unverändert bei -213.58 m unter dem Meeresspiegel.

Einen Tag nach dem Schuldspruch des Soldaten Elor Azaria ist es hier bei uns sehr stürmisch. Ein großer Teil der Bevölkerung, ich glaube sogar der grösste, ist mit der Entscheidung des Militärgerichts nicht einverstanden. Vor dem Gericht hatten sich mehrere hundert Menschen versammelt, um den Soldaten zu unterstützen. Leider war die ganze Atmosphäre sehr angespannt, einige beschuldigten die ebenfalls anwesenden Journalisten, Einfluss auf den Verlauf der Gerichtsverhandlung gehabt zu haben. Es kam zu Tumulten, die Polizei musste eingreifen. Viele Mütter waren dort und sagten, dass sie nicht mehr hinter der Israelischen Armee stehen würden, ihre Söhne würden sie nicht in den Militärdienst schicken. Sogar ein 13-jähriger Junge wurde interviewt. Er sagte, er sei nicht bereit, in der Armee zu dienen, da sie nicht hinter ihren Soldaten stünde. Die Richter wurden beschimpft und bedroht. Da wurden die Grenzen überschritten. In den sozialen Netzwerken wurden Bilder der Richter veröffentlicht, wo ihnen Hitlerbärte aufgemalt worden waren, sie wurden als "Judenrat" beschimpft. Das geht natürlich viel zu weit. Noch gestern wurde ein Mann in Jerusalem von der Polizei verhaftet, nachdem er die Richter in einem Post auf Facebook bedroht hatte. Auch der Oberbefehlshaber der Armee Gadi Eisenkot wurde mit sehr unschönen Worten beschimpft. "Gadi, Gadi pass auf dich auf, Rabin sucht einen Freund!" wurde ihm entgegen gerufen. Ein absolut geschmackloser Satz. Den Richtern wurden jetzt Leibwächter zugeordnet. Die Atmosphäre ist nicht gut.

Titelseite der Zeitung Israel Hayom: 70%: Begnadigung für Elor

Eine große Zahl von Politikern von allen Parteien haben sich für eine Begnadigung des Soldaten ausgesprochen, sogar Ministerpräsident Netanjahu schrieb gestern, dass er sich für eine vollständige Begnadigung ausspreche. Unser Verteidigungsminister Liebermann sagte, der Schuldspruch gefiele ihm nicht, man müsse die Entscheidung der Richter dennoch respektieren. Als Verteidigungsminister muss er sich hinter der Armee stellen und hinter Armeechef Eisenkot. Eine knifflige Situation. Wer Elor Azaria begnadigen könnte, ist unser Präsident Rivlin. Aber zuvor muss erst einmal das Urteil gesprochen werden. Eine vollständige Begnadigung würde allerdings das ohnehin schlechte Image Israels im Ausland noch weiter schädigen. Jetzt heißt es, erst einmal abwarten, wie das Urteil lauten wird. Ich hoffe sehr, dass sich die Gemüter im Land beruhigen werden, denn Uneinigkeiten und Unruhen unter uns ist das letzte, was wir gebrauchen können.

In Haifa wird seit zwei Tagen nach einem Todesschützen gesucht, der vorgestern an verschiedenen Stellen in der Stadt auf zwei Menschen geschossen hatte. Ein Mann kam dabei ums Leben. Am Anfang dachte man, der Mord hätte einen kriminellen Hintergrund, doch seit gestern hat sich dann der Verdacht erhärtet, dass es sich um einen terroristischen Akt gehandelt hatte. Der Terrorist scheint den Sicherheitskräften bekannt zu sein. Nun wird nach ihm gesucht. Für die Bürger Haifa keine angenehme Situation zu wissen, dass ein Terrorist in der Stadt herumläuft und das Feuer auf Passanten eröffnen könnte. Hoffentlich wird er bald gefasst.

Es ist schon wieder Donnerstag. Ich brauche Sie nicht daran zu erinnern, dass ich heute wieder irgendwo in Jerusalem spazierengehen werde. Da meine Videos oft recht gross sind, kann es sein, dass sie mich erst am Abend begleiten können. Besuchen Sie unsere Facebookseite oder den eigens für unsere Spaziergänge erstellten YouTube-Kanal und erleben Sie Jerusalem als wären sie hier.

Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Donnerstag. Machen Sie es gut.

Shalom aus Jerusalem

Dov

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