Wird wieder ein Israelit Ägypten vor dem Hunger retten?

Mittwoch, 27. Juli 2016 |  Tzvi Sadan

Die Medien haben nicht ausreichend über den historischen Besuch von Ministerpräsident Netanjahu in Afrika berichtet. Hinter den Zeremonien und den zahlreichen Komplimenten befindet sich die grundsätzliche Anerkennung der Tatsache, dass Israel eine Macht ist, mit der gerechnet werden muss, und das nicht nur in rein militärischen Fragen.

Die afrikanischen Nationen sind begeistert vom israelischen Einfallsreichtum. Als weniger von den arabisch-afrikanischen Ländern beeinflussten Staaten, streben Kenya, Uganda Äthiopien und Tansania auf eine afrikanisch-israelische Zusammenarbeit zu. Einer Aussage Netanjahus zufolge, sprachen die afrikanischen Staatsmänner mit ihm über die Notwendigkeit einer "regionalen und internationalen Zusammenarbeit auf allen Gebieten, wie die Verteidigung im Cyberraum, der Sammlung von Daten, der Förderung neuer Technologien und Entwicklungen."

Nach Netanjahus Besuch in Afrika, kam der ägyptische Aussenminister Sameh Shoukry zu einem Besuch nach Israel. Wer sich mit den diplomatischen Beziehungen zwischen Israel und Ägypten auskennt, weiss, wie ausserordentlich selten dieser Besuch war. Der Besuch einer derart hohen ägyptischen Persönlichkeit sofort nach Netanjahus erfolgreichen Besuchs in Afrika kann als Anerkennung dafür angesehen werden, dass Ägypten Israel als vertrauenswürdigen Schiedsrichter in den ägyptisch-äthiopischen Verhandlungen über die Zuteilung des Nilwassers braucht. Das würde in der Tat eine interessante Umkehrung der Rollen sein.

Zvi Bar'el (Haaretz) und Evgeni Klauber (Mida) waren beide der Ansicht, dass der Besuch von Shoukry mit dem Bau des "Grossen Äthiopischen Renaissance Staudamms" zu tun habe, dessen Bau im nächsten Jahr fertiggestellt werden soll. Dieser Staudamm wird grosse Auswirkungen auf den Fluss des Nilwassers haben, der für Ägypten lebenswichtig ist.

Seit 2011 hat Äthiopien mehr als 4.8 Milliarden Dollar in das Projekt investiert, was zum Ziel hat, den Blauen Nil nahe der sudanesischen Grenze zu schliessen. Die Äthiopier sind sehr stolz auf ihr Projekt und glauben, dass "dass Wasser des Blauen Nils, in der Bibel Gyion (Gihon) genannt, einer der drei Flüsse ist, der den Garten von Eden mit Wasser versorgt."

Aber dieser Damm wird sich fast auf das gesamte Nilwasser auswirken und somit das Abkommen über das Nilwasser von 1959 zwischen dem Sudan und Ägypten bedrohen, dass von der Zeitung The Ethiopian Herald als "faustisches Abkommen zwischen Ägypten und dem unter britischer Kolonialherrschaft stehenden Sudan" bezeichnet worden war.

1970 sagte der damalige ägyptische Staatspräsident Anwar Sadat, dass es für die ägyptischen Soldaten besser sei, auf dem Schlachtfeld in Äthiopien zu sterben als im eigenen Land zu verdursten. Vor drei Jahren erklärte der ehemalige ägyptische Präsident Mohammed Morsi, dass die "ägyptische Wassersicherheit auf keinen Fall bedroht werden darf" und dass "ich als Präsident versichere, dass alle Optionen zur Verfügung stehen."

Inmitten einer derartigen Hochspannung brauchen diese beiden Länder eine dritte Seite, der beide vertrauen können. Im vergangenen Jahr war es der palästinensische Funktionär Mohammed Dahlan, der in den Verhandlungen um den Damm vermittelte. Der schnelle Verzicht auf die Palästinenser zugunsten Netanjahus ist ein klares Zeichen für die tiefe, oft ungesehene Veränderung der afrikanischen Haltung gegenüber Israel.

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