Zeichen der Menschlichkeit – Araber halfen als Erste nach Terroranschlag

Dienstag, 5. Juli 2016 |  NAI Redaktion

Am vergangenen Freitag wurde das Auto der Familie Mark von Terroristen beschossen. Dabei kam der Familienvater Michael ums Leben, Die Mutter Chava und zwei Kinder wurden verletzt. Zwei Araber waren die Ersten, die der Familie zur Hilfe kam.

Der Erste, der den Ort des Terroranschlags vom vergangenen Freitag erreichte, war ein Araber, Islam El Baid, ein ehemaliger Sicherheitshäftling. Gestern erzählte er dem israelischen Fernsehsender Channel 2, wie er der Familie Mark nach dem Anschlag half.

Als er den überschlagenen Wagen der Familie sah, dachte er, es handele sich um einen Unfall. Er näherte sich dem Auto und sah zwei Kinder, die um Hilfe schrien. "Ich versuchte, die Tür des Autos zu öffnen, aber alle Türen waren verschlossen", erzählte er. "Ich reichte den Kindern meine Hand und arbeitete 2 Minuten daran, die Tür des Autos zu öffnen. Ich denke, wenn die Kinder noch länger im Auto eingeschlossen gewesen wären, wären sie erstickt. Die Tochter hielt mich spontan fest und sprang auf mich. Ich legte meine Hand auf ihren Kopf und beruhigte sie auf Hebräisch. Ich sagte ihr, sie brauche sich nicht zu fürchten, ich würde ihnen helfen."

Erst später wurde ihm klar, dass es sich um einen Terroranschlag gehandelt hatte. Aber das sei unwichtig, sagte er. "Was ich getan habe, habe ich aus Menschlichkeit getan."

Etwas später erreichte Dr. Ali Abu Shruch den Ort des Anschlags. "Ich war mit meiner Frau und meinem Bruder auf dem Weg zum Tempelberg, da sah ich plötzlich den überschlagenen Wagen. Ein anderer Araber war bereits mit seiner Frau am Auto und versuchte, den Verletzten zu helfen," erzählte der Arzt. "Ich sah ein unter Schock stehendes Mädchen und versuchte, mit ihr auf Englisch zu reden, doch sie verstand mich nicht. Dann liess ich meinen Bruder mit ihr auf Hebräisch sprechen. Er erklärte, dass ich Arzt sei und ihr helfen würde. Ich untersuchte das Mädchen und sah, dass sie nicht schwer verletzt war. Dann kümmerte ich mich um die Mutter, die sehr schwer verletzt war. Kurz darauf näherte sich ein Rettungswagen des Roten Halbmonds und ein Jeep der israelischen Armee. Ich rief den Soldaten auf Englisch zu, dass sie schnell einen israelischen Rettungswagen rufen sollen."

Als der Rettungswagen dann kam, erklärte Dr. Shruch den Sanitätern den Zustand der Frau und half dabei, den Weg für den Rettungswagen freizumachen. Auch er dachte zu Beginn, dass es sich um einen Unfall gehandelt hatte. Er sehe sich nicht als Held, weil er Hilfe geleistet hatte. Er hätte das getan, was jeder Arzt hätte machen müssen, sagte er. Er wünschte der Familie eine schnelle Genesung und sprach ihr sein Beileid für den Tod des Vaters aus.

Zustand der Mutter verbessert

Unterdessen haben die Kinder ihrer verletzten Mutter Chava im Krankenhaus von dem Tod ihres Vaters erzählt. Ihr Zustand hat sich verbessert. Sie ist aus dem Koma erwacht und atmet jetzt aus eigener Kraft. Sie kann aber noch nicht sprechen, reagiert aber auf ihren Namen.

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