Palästina oder Falästina?

Freitag, 12. Februar 2016 |  Aviel Schneider

Am Mittwoch brach im israelischen Parlament eine heiße Debatte aus: Likud-Abgeordnete Dr. Anat Berko hatte in ihrer Rede vor dem Plenum erklärt, dass überhaupt kein palästinensisches Volk existiere. „Es gibt kein Palästinenservolk, unter anderem deshalb, weil es den Buchstaben P in der arabischen Spreche nicht gibt“, unterstrich Berko. Araber können in ihrer Sprache kein P aussprechen und nennen deswegen Palästina „Falestin“.

Die arabischen Knessetabgeordneten reagierten mit einem lauten „P“ im Plenum und verließen wütend den Knessetsaal. „Wer die Fakten der Geschichte dieses Landes kennt, weiß, dass die Römer das Land umbenannt haben und Judäa und Samaria den Namen Palästina gaben“, betonte Berko, die eine hochrangige Offizierin in der israelischen Armee war und ihr Doktorat über den palästinensischen Terror verfasst hat. Dafür hatte sie sich sogar mit dem mittlerweile getöteten, im Rollstuhl sitzenden Hamasgründer Ahmed Yassin getroffen.

Auch aus der linken Arbeiterpartei und linksliberalen Meretz Partei hagelte es für Berkos Ausführungen Kritik. „Hast du dir selbst eigentlich zugehört? Sag mal, hast du kein Gehirn“, warf Meretz Abgeordnete Tamar Sandberg Berko vor. „Das sind die Fakten, und wenn du diese nicht kennst, dann schicke ich sie dir gern zu“, konterte Berko. Der arabische Knessetabgeordnete Aida Saliman sagte, dass Berko in ihrer eigenen Welt lebe. „Berko verschwendet ihre Zeit, um ein ganzes Volk weg zu retuschieren, damit dies in ihre Auffassung passt. Das palästinensische Volk braucht keine Dokumente von Berko, ob es denn existiert oder nicht.“

Auf ihrer Facebook Seite kritisierte Berko auch die Medien, die sie gleichermaßen als seltsam darstellten, weil sie öffentlich sagte, dass geschichtlich nie ein Palästinenservolk existiert habe. „Die Palästinenser haben sich zu einem Volk mobilisiert, um so dem zionistischen Werk den Boden unter den Füßen zu entreißen“, schrieb Berko. „Die Palästinenser haben den Namen Palästina übernommen, er wurde eigentlich von der zionistischen Bewegung benutzt, wie mit der Bank Anglo-Palästina vor der Staatsgründung Israels, und darauf haben sie ihre Nationalität gebaut. Und dies mit einem schwachen P, das sie nicht einmal aussprechen können? Hätte sich die zionistische Bewegung so genannt, wenn Juden nicht einmal den Buchstaben Z aussprechen können?“ Sie machte deutlich, dass sie kein heutiges Palästinenservolk verleugne, sich aber vielmehr auf historische Fakten bezieht. „Die Palästinenser können sich nennen wie sie wollen, aber es liegt in unserem Interesse, uns von den Palästinensern zu trennen und keinen binationalen Staat zu gründen, also Selbstmord zu begehen.“

Darüber öffentlich zu reden, ob es ein Palästinenservolk gibt oder nicht, ist politisch unkorrekt und aus diesem Grund wurde Berko in der Knesset heftig kritisiert. Hinter den Kulissen wird jedoch viel darüber debattiert, wie historisch ein palästinensisches Volk sei.

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