Paris: Sarif, Habib und Israel

Donnerstag, 28. Januar 2016 |  NAI Redaktion

In Paris traf gestern der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif mit dem jüdisch-französischen Politiker Meyer Habib zusammen. Hinter verschlossenen Türen traf der Iraner mit dem parlamentarischen Ausschuss für Außenpolitik und Sicherheit zusammen. Darunter zählte auch Habib, ein enger Freund von Israels Regierungsminister Benjamin Netanjahu. Während den Gesprächen zwischen den Iranern und Franzosen übertonte ein Dialog zwischen Sarif und Meyer. „Ich bin Jude und heute gedenken wir den internationalen Holocaustgedenktag“, erinnerte Habib den iranischen Außenminister, dessen Regierung den Holocaust verleugnet und Israel vernichten will. „Dein Land organisiert zur selben Zeit ein Karikaturwettbewerb in dem der Holocaust verleugnet wird, in dem vor 70 Jahren 6 Mio. vernichtet wurden.“ Zudem erwähnte Habib, dass er 150.000 Juden in Frankreich repräsentiert: „Dein Land will Israel von der Weltkarte vernichten. Bist du bereit Israels Existenzrecht öffentlich anzuerkennen?“

In Bezug auf den antisemitischen Karikaturwettbewerb in Iran, sagte Sarif, dass dafür nicht seine Regierung verantwortlich sei, sondern private Bewegungen. Darüber hinaus hat er Israel vorgeworfen, dass Israel den jüdischen Holocaust für seine politischen Zwecke missbraucht, unter anderem damit die Eroberung der Palästinenser zu gerechtfertigten. Auf die Vernichtung Israels von der Landkarte hat sich Sarif gedrückt eine Antwort zu geben und weigerte sich Israel öffentlich anzuerkennen. „Mein lieber Freund Meyer, wir sind nicht gegen Juden, wir haben sogar einen Juden in unserem Parlament in Teheran“, bestätigte Sarif. „Juden leben im Iran, wir sind nur gegen die zionistische Philosophie und den Zionismus.“ Meyer war von Sarifs Ton überrascht: „Sarif ist sehr talentiert und angenehm, genau das Gegenteil von Mahmud Ahmadinedschad. Aber gerade deswegen ist er hinterhältig!“

Sarif tourt mit seinem Chef, dem iranischen Präsidenten Hassan Rohani in Europa. Ein Tag vorher hat Papst Franziskus Hassan Rohani empfangen. Der Vatikan betitelte das Treffen als „herzliche Gespräche“. In Roms Kapitolinischen Museen mussten aber dafür die nackten Statuen aus Zeichen des Respekts für Rohani und den islamischen Gefühlen verhüllt werden. Der iranische Staatschef ist in diesen Tagen in Frankreich und Italien unterwegs. Nachdem die westlichen Sanktionen gegen den Iran aufgehoben worden sind, plant der Iran milliardenschwere Geschäfte mit dem Westen zu machen. Die israelische Regierung warnte die Europäer, dass dieses Geld den iranischen Terrorismus weltweit finanziert. Der Charme und das liebe Lächeln der beiden Iraner, Sarif und Rohani beeindruckt Israel weniger als die Europäer.

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