Abgeordnete vergleicht Holocaust mit israelischer Gewalt gegen Palästinenser

Montag, 9. November 2015 |  IH-Redaktion

„Die Reichspogromnacht kam nicht aus dem Nichts, sie war viel mehr das Ergebnis einer langen, zeitlichen Entwicklung. Eine solche Entwicklung geschieht auch aktuell in Israel“, meinte Hanin Zoabi (Foto), Knesset-Abgeordnete der arabischen Balad-Partei, am Sonntag bei einer Kundgebung einer niederländischen Links-Gruppierung in Amsterdam. Mit ihrer Rede geht Zoabi hart mit der israelischen Regierung ins Gericht, indem sie die Pogrome, die zum Holocaust führten, mit der angeblichen israelischen Gewalt gegen Palästinenser vergleicht.

„Während der Reichspogromnacht am 9. November 1938 wurden durch die Nazis Tausende von jüdischen Unternehmen und Hunderte von Synagogen zerstört. Vielleicht hat die Mehrheit der Deutschen nicht mitgemacht – aber sie haben auch nichts dagegen getan“, führte Zoabi weiter aus. Während der Reichspogromnacht wurden rund 400 Juden ermordet und etwa 30.000 vertrieben – anschließend ging das Morden an den Juden noch weiter.

 „In Israel gibt es das selbe Phänomen: Wenn in Israel Dutzende von Moscheen Brandanschlägen zum Opfer fallen, Hunderte von Israelis nach jedem Fußballspiel „Tod den Arabern“ rufen, wenn eine Familie zu Tode verbrannt wird, wenn ein 15-jähriger Junge im Feuer stirbt – dann bleibt die Mehrheit ruhig, auch wenn sie möglicherweise schockiert ist“, erklärte die arabische Abgeordnete.

Weiterhin kritisierte sie Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Jerusalems Bürgermeister Nir Barkat, die israelische Zivilisten dazu aufgerufen hatten, Waffen zu tragen. Solche Kommentare „rechtfertigen die Anwendung von Gewalt gegenüber Palästinensern – und die Öffentlichkeit schweigt“, echauffierte sich Zoabi. „Und langsam, Schritt für Schritt, übernehmen die Israelis diese Einstellung, bis sie zu einer akzeptierten Norm wird“.

Nach ihrer Rede in den Niederlanden erhielt Zoabi tosenden Applaus. In Israel lösten ihre Aussagen Empörung aus.

Bild: Hanin Zoabi im israelischen Parlament, der Knesset. Foto: Miriam Alster (Flash 90)

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