Hebron: Unruhen nach Tod einer Palästinenserin

Donnerstag, 24. September 2015 |  IH-Redaktion

In Hebron ist es nach der Beerdigung einer jungen Palästinenserin zu Zusammenstößen zwischen palästinensischen Jugendlichen und israelischen Sicherheitskräften gekommen. Zuvor hatte die 18 Jahre alte Frau nach Militärangaben versucht, an einer Kontrollstelle einen Soldaten zu erstechen. Sie wurde von israelischen Sicherheitskräften angeschossen und starb später im Krankenhaus.

Der Vater der erschossenen Frau erklärte, sie sei unschuldig gewesen und „kaltblütig“ ermordet worden. Laut palästinensischen Augenzeugenberichten sei wahllos auf die 18-Jährige eingeschossen worden. Das israelische Militär dementierte diese Berichte jedoch und gab an, die Frau bei einem Tumult aus Notwehr erschossen zu haben.

In arabischen Zeitungen erschienen Fotos, die einen israelischen Soldaten zeigen, der mit einem Gewehr auf die mit einer Burka verhüllte Frau zielt. Auf dem Foto ist nicht erkennbar, dass sie ein Messer hat. Das israelische Militär erklärte hingegen, die Frau habe ein langes Messer bei sich getragen. Sie sei trotz Warnschüssen auf israelische Soldaten zugegangen. Die hätten auf sie geschossen, sie sei ins Bein und in den Unterkörper getroffen worden. Das Militär veröffentlichte ein Foto, das ein auf dem Boden liegendes Messer zeigt, das der mutmaßlichen Attentäterin gehört haben soll.

Nach der Beerdigungs-Zeremonie fand ein Trauermarsch statt, an dem tausende Menschen teilnahmen. Sie trugen Fotos der jungen Frau mit komplett verschleiertem Gesicht und schwangen palästinensische Fahnen. Dabei kam es zu den Ausschreitungen: Rund 50 Jugendliche warfen Steine auf israelische Ordnungshüter. Die wiederum reagierten mit Blendgranaten und Tränengas.

Bild: Bei der Beerdigung der 18-jährigen Palästinenserin in Hebron gab es wütende Proteste und Vorwürfe gegen die israelische Armee. Foto: Flash90

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