Familie entkommt Steinewerfern nur knapp

Montag, 21. September 2015 |  IH-Redaktion

Avi Gamms spricht von einem Wunder: Seine Frau Sara und ihr fünf Monate altes Kind sind bei einem brutalen Überfall völlig unversehrt geblieben. Die beiden Autos, mit denen das jüdische Paar unterwegs war, gerieten am Sonntagmorgen in der Nähe von Jerusalem in einen Steinhagel, für den mindestens 15 maskierte Palästinenser verantwortlich waren.

Avi Gamss und seine Frau Sara waren unterwegs von ihrem Haus in der Siedlung Tekoa. Sie fuhren mit zwei getrennten Fahrzeugen. Ihr Ziel war eine Werkstatt, welche die Autos mit speziellen Scheiben ausstatten sollte, um sie gegen Steinwürfe zu sichern. Tochter Batya fuhr bei der Mutter mit. „Ich war so glücklich, denn es sollte meine letzte Fahrt mit einem ungeschützten Fahrzeug werden“, erzählte Sara der Tageszeitung Jerusalem Post. Sie erklärte, dass sie immer Angst davor gehabt hätte, während der Fahrt angegriffen zu werden.

Als sie sich dem arabischen Dorf Beit Sahur in der Nähe der Kontrollstelle Har Homa näherten, entdeckte Sara maskierte Palästinenser. „Ich wusste, was passieren würde. Ich betete zu Gott, dass meinem Kind nichts geschieht und dass wir dort heil herauskommen“, berichtete sie.

Innerhalb weniger Sekunden prasselten unzählige Steine auf die beiden Autos nieder. Einige zertrümmerten die Windschutzscheibe, andere flogen durch das halb offene Fenster über den Kopf des Babys hinweg und landeten auf dem Rücksitz. „Ich wusste, ich muss Gas geben, um da raus zu kommen“, war sich Sara der brenzligen Lage bewusst. Sie war von Glassplittern übersät, trat aber dennoch das Gaspedal durch und rettete sich so aus der Gefahrenzone. Avi, der hinter seiner Frau her fuhr, erkannte die Lage sofort und konnte ebenfalls entkommen.

„Gott sei Dank, wir wurden gerettet. Es ist ein Wunder, dass unserem Baby nichts passiert ist“, so Avi, der mit seiner Frau bei einem israelischen Militärposten Zuflucht suchte. Als das Militär zum Tatort kam, traf es rund 60 Maskierte an. Die Soldaten mussten Tränengas einsetzen, um die Angreifer auseinander zu treiben. Ein Kommandeur wurde bei der Auseinandersetzung leicht verletzt.

Am frühen Montagmorgen wurden beim Josephsgrab in der Nähe von Nablus Soldaten des israelischen Militärs ebenfalls von Steinewerfern attackiert. Dutzende Palästinenser bewarfen sie mit Steinen und Brandbomben, zudem rollten sie brennende Reifen in Richtung der Soldaten. Ein Soldat erlitt dabei mittelschwere Verletzungen. Er wurde zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht. Die Soldaten sind am Josephsgrab stationiert, um die Sicherheit jüdischer Gläubiger zu garantieren, die dort beim Beten immer wieder angegriffen werden.

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu will nun massiv gegen Steinewerfer vorgehen. Polizisten sollen auf Steine werfende Jugendliche schießen dürfen. Eltern von Kindern, die Steine oder Brandsätze werfen, droht ein Bußgeld von umgerechnet 25.000 Euro.

Archivfoto: Sliman Khader Flash90

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