Der steinige Weg zur Integration äthiopischer Juden

Mittwoch, 26. August 2015 |  NAI-Redaktion

Das jüdische Neujahrsfest steht vor der Tür! Am 14. September beginnt das neue jüdische Jahr 5776! Zwei Mal im Jahr verteilen wir in den Aufnahmezentren die von den Israel Heute-Lesern gespendeten Lebensmittelpakete an bedürftige Neueinwanderer – einmal im Frühling an Pessach und einmal gegen Herbstanfang am jüdischen Neujahrsfest. Seien auch Sie dabei und helfen Sie sozial benachteiligten Familien und Kindern: Israel Helfen.

Auch wenn die größte Einwanderungswelle der äthiopischen Juden in den 1980er und 1990er Jahren stattfand, mit ihrem Höhepunkt während der Operation „Solomon“ im Jahr 1991, sind sowohl Neueinwanderer als auch die Folgegenerationen heutzutage noch starken ökonomischen und sozialen Problemen ausgesetzt. Ein Grund dafür ist, dass die Immigranten oft ohne familiäre Verbindungen nach Israel kamen und so wirtschaftlich und finanziell auf sich allein gestellt waren. Rund die Hälfte der insgesamt 135.000 israelischen Äthiopier leben heute unter der Armutsgrenze.

Zu den wirtschaftlichen Problemen kommen kulturelle Unterschiede, die Sprachbarriere und ein höheres Alter einiger Äthiopier zum Zeitpunkt der Einwanderung, wie die Webseite ynet berichtete. Da die ältere Generation keinen Militärdienst leisten musste, sieht sich die zweite Generation dieser Aufgabe allein gegenüber und kann, im Gegensatz zu anderen Israelis in ihrem Alter, nicht auf Erfahrung und Verständnis ihrer Eltern zählen.

Hinsichtlich der kulturellen Unterschiede sehen sich die äthiopischen Immigranten der Erwartung der israelischen Gesellschaft gegenüber, möglichst schnell „Israelis“ zu werden, und die israelische Lebensweise und ihre Gepflogenheiten anzunehmen. Doch Neueinwanderer aus Äthiopien, wie auch aus anderen Ländern, bringen ihre eigenen, hundert Jahre alten kulturellen Eigenheiten mit.

Moshe Selomon, Sozialunternehmer mit äthiopischen Wurzeln, sagte der Nachrichtenagentur Tazpit, dass bei Integrationsversuchen oft Fehler gemacht wurden: „Die Behörden versuchen uns zu integrieren, indem sie unsere Besonderheiten und unser Erbe ausradieren.“ Dies sei eine oft unrealistische und schmerzhafte Forderung: „Ich glaube, dass jede Gruppe ihre eigene Note in die israelische Gesellschaft einbringt. Darum sollte die Gesellschaft die Vielfalt umarmen und so eine Atmosphäre der Inklusion schaffen“, fuhr Selomon fort.

Für eine bessere Integration und zur Stärkung des Selbstwertgefühls der äthiopischen Israelis bringt Selomon erfolgreiche Israelis mit äthiopischen Vorfahren zurück in ihre alten Nachbarschaften, um dort als Vorbild mit den Kindern von heute zu sprechen. „Die äthiopische Gemeinde besitzt eine große Kraft und Stärke“, führte er weiter aus. „Es ist die gleiche Stärke, die sie damals befähigt hat, tausende von Kilometern zu gehen, um zu Fuß nach Israel zu einzuwandern. Diese Stärke muss nutzbar gemacht werden, um der äthiopischen Gemeinde und der israelischen Gesellschaft zu helfen.“

Dies war ein Blogartikel aus dem Bereich „Alija-Neueinwanderer“ in unserer Rubrik „Israel helfen“. Wir bedanken uns für jede Spende, die Sie dem Land Israel und seinen Bewohnern zukommen lassen. Die Möglichkeit dafür finden Sie unter: Israel Helfen.

Bild: Flash90 Archiv

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