Palästinensischer Analyst: Die Menschen in Gaza würden Israel willkommen heißen

Dienstag, 11. August 2015 |  Bassam Eid

Der folgende Beitrag stammt von einem führenden palästinensischen Analysten und Kommentator.

Im Folgenden sind Baumaterialien aufgelistet, die bis zum 6. Juli in Gaza angekommen sind, um die Zerstörungen nach dem letzten Krieg wieder aufzubauen:

• 3281 LKWs mit 131,240 Tonnen Zement

• 353 LKWs mit 12,355 Tonnen Stahl

• 3380 LKWs mit 135,200 Tonnen Kies

• 276 LKWs mit 11,040 Tonnen Zement für Projekte von Katar

• 19,628 LKWs mit 785,120 Tonnen Kies für Projekte von Katar

Diese Zahlen belegen, dass das Regime in Gaza insgesamt 142,280 Tonnen Zement koordinieren konnte, um Gaza wieder aufzubauen.

Es ist bekannt, dass der Gazastreifen große Mengen an Zement erhalten hat, doch nach einer Überprüfung, an wen der Zement geliefert wurde, zeigte sich, dass diese Lieferungen an Händler gegangen waren, die unter dem Einfluss der Hamas operieren.

Zum Zeitpunkt der Verfassung diese Artikels hat noch keine der Personen, die diese Baumaterialien benötigen, irgendetwas davon erhalten und die Einwohner Gazas beginnen sich zu fragen, was die Hamas mit dieser enormen Menge an Zement vorhat.

Es wird spekuliert, dass niemand auch nur einen Sack Zement erhält, da dieser aussschließlich für den Bau von Bunkern und Angriffstunneln verwendet wird. In Gaza ist es kein Geheimnis, dass sich die Hamas auf eine weitere Konfrontation mit Israel vorbereitet, so dass man sich auf weitere Opfer, weitere Zerstörung und weitere Tote vorbereitet.

Als wir einige der Leute, deren Häuser in der letzten Konfrontation zerstört wurden, befragten, waren ihre Antworten sehr aufschlussreich:

Ein Einwohner, den wir über seine Hoffnung bezüglich des Wiederaufbaus seines Hauses befragten und wie lange das wohl noch dauern würde, sagte: „Hamas brachte uns den Krieg und wir sagten OK. Uns wurde gedroht, dass wir wie Kollaborateure behandelt werden würden, wenn wir unsere Häuser evakuieren, also haben wir dies nicht getan und unsere Häuser sind über unseren Köpfen zusammengestürzt. Nur durch Gottes Gnade sind wir nicht gestorben, aber wir haben weiter nichts gesagt. Jetzt sind wir aber an einem Punkt angekommen, an dem wir Baumaterial sehr teuer auf dem Schwarzmarkt kaufen müssen, während die Mitglieder der Hamas ein bequemes Leben genießen und ihre Häuser wieder aufbauen, ohne jemandem Rechenschaft abzulegen. Das ist die größte Schande, die der sogenannte Widerstand uns gebracht hat. Ich träume jetzt von einer Regierung, die für mich und meine Söhne ein besseres Leben ermöglichen kann.

Ein anderer Mann erklärte: „Wir waren stolz, dass die Hamas uns während des Krieges Schutz gewährte, aber tragischerweise kam dieser Schutz zu einem sehr hohen Preis: Die Konfiszierung und die Zerstörung unserer Häuser. Heute haben sie ein bequemes Leben, während wir leiden und sich niemand um uns kümmert. Wir warten immer noch auf die Erfüllung der Versprechen der Palästinensischen Autonomiebehörde und der Hamas, aber uns wir immer klarer, dass sie alle lügen. Also warten wir heute nur noch auf die Gnade Gottes“, woraufhin er weinend zusammenbrach, weil er seinen Sohn und sein Haus vermisst.

Die Einwohner Gazas sind in zwei Gruppen geteilt: Bürger, die keine Lebensmittelkarten haben und keine Hilfe von der UNRWA erhalten und Immigranten, die die solche Karten besitzen und die Dienste der Hilfsorganisation in Anspruch nehmen. Soweit es die UNRWA angeht, ist ihr Hauptziel, die zerstörten Häuser der Immigranten wieder aufzubauen und danach wird sie sich vielleicht den Bürgern annehmen.

Wir haben mit jemandem gesprochen, der keine Lebensmittelkarte besitzt. Er sagte:

„Ich wünschte, mein Großvater wäre aus Gaza ausgewandert und dann zurückgekommen, so dass ich eine Lebensmittelkarte erhalten hätte. Wir wussten nicht, dass der Tag kommen würde, an dem diese Karte für uns die Welt bedeutet. Es ist einfach grausam, dass mein Nachbar tausende Dollar bekommt und sein Haus wieder aufbauen kann, während ich auf die Gnade der Regierung der Heuchelei angewiesen bin (er meint die palästinensische „Einheitsregierung“). Um mein zerstörtes Haus wieder aufzubauen, muss ich mir Geld leihen und der Gläubiger müsste lange warten, um sein Geld zurückzubekommen, denn wir bekommen nur wenig Geld von der Regierung. Traurigerweise kann ich niemanden finden, der mir Geld leihen würde.“

Einwohner Gazas sind auch über die finanziellen Probleme der UNRWA besorgt. Sie fragen sich, ob die Agentur gezwungen sein wird, ein akademisches Jahr in ihren Schulen zu streichen, was nicht viel Geld sparen und die Häuser nicht wieder aufbauen würde.

Ein anderer Bürger beschwerte sich über das Versagen der UNRWA, die Kriegsschäden zu beheben:

„Zuerst kümmern sich die Angestellten der Agentur in Gaza um die Mitglieder der Hamas, während die uns mit der Finanzkrise der abspeisen, um ihre Verantwortung uns gegenüber nicht erfüllen zu müssen. Sie geben uns Nahrung und Medizin und das ist das Beste, was wir von ihnen erhalten.“

Wenn man in Gaza umhergeht und die wahre Bedeutung der Korruption sehen möchte, findet man sie in der Regierung. Unglücklicherweise bleibt die UNRWA stumm und konfrontiert diese bezüglich ihrer Korruption und Exzesse nicht.

Es folgt, dass die Einwohner Gazas niemandem zutrauen, die Probleme des Küstenstreifens zu lösen, besonders in Bezug auf Wiederaufbau und Elektrizität. Der Satz, den man am häufigsten unter den Einwohnern Gazas hört, ist: „Wir wünschten, die israelische Zivilverwaltung würde zurückkehren.“

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