„Keine freien Sitzplätze in Flügen in den Iran“

Sonntag, 19. Juli 2015 |  Aviel Schneider

„Der Westen verschwendet keine Zeit“, lautete im israelischen Nachrichtenportal NRG die jüngste Überschrift. „Alle fliegen nach Teheran und ringen um das Geld.“ Überall in der Welt bereiten sich Firmen und Regierungen für den wiedereröffneten Wirtschaftsmarkt im Iran vor. Schon in den nächsten Wochen sind Delegationen aus Frankreich, Deutschland, Spanien und anderen Ländern aus Europa zu Besuch in der schiitischen Republik, um wirtschaftliche Optionen auszukundschaften.

Auch wenn es gemäß dem Atomdeal mit dem Iran noch einige Monate bis zur Aufhebung der internationalen Sanktionen dauern wird, so hat das westliche Wettrennen um das iranische Geld bereits begonnen. Der deutsche Vizekanzler und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (55, SPD) ist am Sonntag mit einer Wirtschaftsdelegation in den Iran gereist. Es ist der erste Besuch eines westlichen Politikers seitdem das Atomabkommen verkündet wurde. Der spanische Handelsminister Jose Manuel Soria kündigte an, dass er im September nach Teheran fliegen wird. Der französische Außenminister Laurent Fabius hat ebenso seinen Besuch in Teheran angemeldet, machte aber in der französischen Presse klar, dass der Atomdeal mit dem Iran nicht aus wirtschaftlichem Interesse abgeschlossen wurde. Ende April hatte die Schweiz bereits eine Wirtschaftsdelegation nach Teheran geschickt, wenige Wochen nachdem das erste Rahmenabkommen im März mit dem Iran unterzeichnet wurde. Die britisch-iranische Handelskammer plant laut ausländischen Quellen ebenso baldige Wirtschaftstreffen in Teheran. Die französischen Autokonzerne wie Peugeot und Citroën haben gegenüber anderen westlichen Konzernen den größten Vorteil im Iran, da beide mit Irans größtem Automobilhersteller Khodro in der Vergangenheit kooperiert haben. Sergio Marchionne, Vorstitzender der Fiat Group sagte vorige Woche, dass der iranische Wirtschaftsmarkt für seinen Autokonzern ausgezeichnete Möglichkeiten mit sich bringen wird.

Dominic Bokor-Ingram, führender Berater vom britischen Charlemagne Capital sagte in den britischen Medien vor wenigen Tagen: „Ich bezweifle ob jemand in den nächsten zwei Wochen überhaupt einen freien Sitzplatz bei Flügen nach Teheran finden wird. Geschäftsführer strömen in den Iran, denn der Atomdeal hat die Schleusentore zu internationalen Investments im Iran geöffnet“. Laut Bokor-Ingram wird Iran in den nächsten Jahren ein jährliches Wirtschaftswachstum bis zu acht Prozent melden können. Auf dem Papier verspricht der Iran den westlichen Ländern und Firmen Milliardensummen. 80 Millionen Menschen leben haute im Iran, mit dem viertgrößten Ölfeld und zweitgrößten Gasfeld in der Welt. Ob die iranische Bevölkerung davon wirklich profitieren wird, wird bezweifelt. Wer garantiert mehr als alle anderen davon profitieren wird, ist die Iranische Revolutionsgarde, die Wächter der Islamischen Revolution zum Schutz des Regimes. Innerhalb dieser paramilitärischen Armee befindet sich auch die Sondereinheit Al-Quds, die den weltweiten Terror fördert, darunter Hamas, Islamischen Dschihad, Hisbollah und die Huthis im Jemen.

Genau das hat Israel befürchtet, dass es den westlichen Staaten nur um Investitionen im Iran geht und nicht oder weniger um die iranische Atombedrohungen. Es ist egal wie es die westlichen Staaten darstellen und versuchen Israel mit Worten zu beruhigen. Was Israel sieht ist eine wilde Pilgerfahrt westlicher Regierungen und Firmen nach Teheran.

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