Obama spricht zu Israel

Mittwoch, 3. Juni 2015 |  Aviel Schneider

„Wir werden es nicht leicht haben Israel in der UNO zu verteidigen“, erklärte der amerikanische Präsident Barack Obama im Gespräch mit Ilana Dayan im zweiten israelischen Fernsehkanal. „Bis heute haben wir jegliche Absichten gegen Israel gebremst, aber dies wird ohne Friedensverhandlungen mit den Palästinensern für uns unmöglich werden.“

Im Fernsehinterview, das gestern Nacht gesendet wurde, machte Obama deutlich, dass Israel von seiner Glaubwürdigkeit in Bezug auf den Konflikt mit den Palästinensern verliert. Auf die Frage welche Stellung er von Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu mehr ernst nimmt, die vor den Wahlen als er sich gegen einen Palästinenserstaat äußerte oder die nach den Wahlen als er sich für einen Palästinenserstaat aussprach, tippte Obama auf die zweite. „Nach den Wahlen war Netanjahu für einen möglichen Palästinenserstaat, aber das Problem ist, dass dafür zu viele Bedingungen von Israel gefordert werden, die einen Palästinenserstaat unmöglich machen.“

So wie es zurzeit aussieht, wird es in naher Zukunft auch zu keinem Durchbruch kommen. Israel und die Palästinenser sind sich grundsätzlich auf vielen Gebieten nicht einig, nicht beim Bau in den umstrittenen Gebieten, nicht bei den Grenzen, nicht in Bezug auf Jerusalem und nicht einmal bei der Zeitzone, in der sie sich befinden. Darüber hinaus stürzen um Israel arabische Regierungen nacheinander ein. Der Nahe Osten befindet sich in einem Chaos, der den israelisch-palästinensischen Konflikt beeinflusst. Wenn früher einmal eine palästinensische Autonomie oder ein Palästinenserstaat einen Sinn machte oder am politischen Horizont zu sehen war, so ist dies heute nicht mehr der Fall. Israelis und Palästinenser haben diesbezüglich zum Großteil die Hoffnung für eine Friedenslösung in unserer Generation verloren. Aus der Ferne, Amerika und Europa, sieht der israelisch-palästinensische Konflikt oft einfacher aus, aber das ist eine „politische Fata Morgana“.

Ihm Fernsehgespräch hat Barack Obama einmal das Volk Israel angesprochen, aber ebenso seinen israelischen Kollegen, Benjamin Netanjahu. Aus amerikanischer Sicht muss über eine Zweistaatenlösung verhandelt werden, ansonsten wird alles noch schlimmer. Bisher hat Israels Ministerpräsident Netanjahu noch nicht auf das Interview mit Obama reagiert. In den israelischen Medien wird darauf gewartet. „Es immer so aus, als ob nur Israel handeln muss und nicht die Palästinenser“, sagte Likudmitglied Benny Begin. „Wir sind den Palästinenser so oft entgegengekommen und haben damit nichts erreicht. Genug ist genug!“

Möchten Sie mehr Nachrichten aus Israel erhalten?
Klicken Sie hier um den KOSTENLOSEN täglichen Newsletter per Email zu erhalten.

Aktuelle Ausgabe

FERIENWOHNUNG IM HERZEN VON JERUSALEM

Informationen unter:

E-Mail: info@israelheute.com

TEL.: 00972-2-6226880

Am meisten gelesen

Dozentin beschimpft Studentin in Uniform
Eine Studentin an der Hebräischen...
"Trump weiß nicht, was er tut"
Zuerst zieht er abrupt amerikanische...