Israel bereitet sich auf „Elektronischen Holocaust“ vor

Dienstag, 7. April 2015 |  NAI Redaktion

Es folgt eine Pressemitteilung des israelischen Instituts für Studien zur nationalen Sicherheit (Israel's Institute for National Security Studies):

In den letzten Jahren, am 7. April, waren israelische Regierungsdomänen und Firmen wiederholt das Ziel von extremistischen Hackergruppen. In diesem Jahr drohen sie unter dem Namen Operation-Israel 2015 israelischen Banken und Militärwebseiten mit einem „elektronischen Holocaust“.

Die größte Hackergruppe namens AnonGhost, die mit der weltweit operierenden Gruppe Anonymous in Verbindung steht, wird Israel im dritten Jahr in Folge angreifen. Die Gruppe führt die Cyberangriffe angeblich durch, um die israelischen Aktionen im Gazastreifen zu rächen. Anonymous haben eine Ankündigung bei YouTube hochgeladen, der Link findet sich hier.

„Die Gruppen bezeichnen sich selbst als anonym, aber in Wirklichkeit sind die Operation-Israel-Hacker weitgehend aus dem Nahen Osten und stehen in Verbindung mit unseren lokalen Konflikten“, erklärt Daniel Cohen, wissenschaftlicher Mitarbeiter des israelischen Instituts für Studien zur nationalen Sicherheit (INSS). „Bei den Hackern handelt es sich überwiegend um Muslime aus Gaza, Syrien, Marokko und andern Ländern der Region. Als Gruppe sind sie grundsätzlich gegen Institutionen und werden von verschiedenen radikal islamischen und terroristischen Bewegungen, die sie auch dazu bewegen, Israel anzugreifen, beeinflusst.“ Die Hacker laden normalerweise arabische Lieder hoch und kommunizieren direkt mit pro-israelischen Besuchern.

Col. Gabi Siboni, Leiter des Cybersicherheit-Programms am INSS, erläuterte „Die Terrorgefahr, die Israel und den Westen derzeit bedroht, ist nicht nur physisch, sondern auch virtuell. Israel ist dieser Art von Bedrohung durch die schiitische Hisbollah und die sunnitische Hamas täglich ausgesetzt. Ihre Technik ist hochentwickelt und wird immer komplexer. Es steht außer Frage, dass die USA und die westlichen Länder sich zu gegebener Zeit den gleichen Bedrohungen durch diese Gruppe und dem Islamischen Staat (IS) gegenüber sehen werden, wenn nicht sogar schon jetzt. Der IS ist besonders geschickt darin, das Internet für seine Ziele einzusetzen. Aber es sind nicht nur terroristische Gruppen, die Cyberattacken durchführen. Nationen tun dies auch, und der Bedarf an Cyber-Sicherheit wächst exponentiell an.“

Solche Themen und weitere Sicherheitsfragen werden am 27.-28. April Mittelpunkt der amerikanisch-israelischen Konferenz Defensive Cyberspace Operations & Intelligence (DCOI) in Washington sein. Die Konferenz ist eine amerikanisch-israelische Partnerschaft, die eine informierte, öffentliche Debatte über Internetsicherheit und internationale Zusammenarbeit in Bereichen der Aufklärung/Information, politischen Entscheidungsfindung und Technologie fördern möchte.

Am 7. April könnten Israel Angriffe auf Regierungswebseiten und verschiedene private Internetseiten erwarten. Die Angreifer könnten israelische Kreditkarten-Details online stellen. Wobei es wahrscheinlich ist, dass diese Informationen bereits zuvor gestohlen wurden, und nicht am Tag der Cyber-Attacke. Die Hacker könnten auch versuchen, Internetnutzer über E-Mail-Nachrichten oder SMS anzugreifen. Laut Daniel Cohen haben an früheren Attacken rund hundert Hacker teilgenommen.

„Die Unterstützer der Operation-Israel 2015 sind fähig, Internetanwendungen wie Drupal, Joomla oder WordPress anzugreifen, aber nur sehr wenige des Teams sind in der Lage, ausgefeilte Attacken auf spezifische Ziele durchzuführen und wirklichen Schaden, finanziell oder andersartig, zu verursachen“, so Cohen.

Die Experten des Cyber-Programms am INSS raten, dass Organisationen ihre Server aktualisieren, Backups durchführen, niemals E-Mails von unbekannten Quellen öffnen und alle Aktivitäten auf ihrer Webseite überwachen. Privatbürger sollten in Erwägung ziehen, einfache Passwörter zu komplexeren zu ändern und niemals unbekannte E-Mails öffnen.

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