Pfarrer: Israel steckt hinter Terroranschlag vom 11.September

Montag, 2. Februar 2015 |  Ryan Jones

Die Kirche von England hat eine Untersuchung der antisemitischen Angriffe in die Wege geleitet, die Dr. Stephen Sizer geäußert hat. Er ist ein prominenter, aber äußerst umstrittener Theologe. Es scheint, als hätte sich Sizer den Reihen der „Truthers“ angeschlossen – einer Organisation, die behauptet, die Wahrheit in Bezug auf die Terroranschläge vom 11. September 2001 in New York und Washington werde vertuscht. Tatsächlich sei wohl Israel dafür verantwortlich, lässt Palästinenserfreund Sizer durchblicken.

Die bekannteste Verschwörungstheorie der „Truthers“ besagt, dass die US-Regierung selbst hinter den Attentaten auf das World Trade Center in New York und dem Pentagon in Washington stecke. Sizer hingegen vertritt offenbar die Theorie einer kleineren „Truthers“-Gruppe, die in mittelalterlichen Manier behauptet, die Juden trügen die Schuld.

Sizer veröffentlichte auf Facebook einen Link zu einem Artikel mit dem Titel „9/11 – Israel hat es getan“. Der Link wurde von Sizers Frage begleitet „Ist das antisemitisch?“. Ob oder ob nicht scheint für Sizer keine Rolle zu spielen, denn der Link wirft seiner Meinung nach „viele Fragen auf“.

Jonathan Arkush vom Jewish Board of Deputies (BOD) stimmte der Empörung der Menschen zu, die sich durch Sizers Behauptungen beleidigt fühlen. „So etwas zu veröffentlichen, einen Artikel, der die Juden beschuldigt, die Terroranschläge vom 11. September begangen zu haben, ist in der Tat antisemitisch und auch völlig absurd“, sagte Arkush dem Nachrichtenmagazin Jewish News.

Als Proteste aufkamen, entfernte Sizer seinen Facebook-Beitrag. Zahlreiche Menschen hatten aber bereits eine Kopie gemacht und damit Beschwerde bei der Kirche eingereicht. Ein Sprecher der englischen Kirche wurde in britischen Medien zitiert: „Sizers Äußerungen sind inakzeptabel, wann immer sie auch geschrieben wurden, aber vor allem ungeheuerlich, da in der vergangenen Woche dem 70. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz gedacht wurde.“

Der reuelose Sizer sagte dem Londoner Telegraph, dass es lediglich eine „ermutigende Debatte“ sein sollte.

Es war nicht das erste Mal, dass sich Sizer in Schwierigkeiten brachte, weil er Israel antisemitisch beleidigte. Nach einer früheren Untersuchung durch die englische Kirche versprach Sizer 2013, seine Rhetorik abzuschwächen und rücksichtsvoller über Beiträge nachzudenken, die er in Bezug auf den israelisch-palästinensischen Konflikt veröffentlicht. Aber im vergangenen Oktober war es wieder Sizer, der an einer Konferenz in Teheran teilnahm, bei der iranische und ausländische Wissenschaftler über die „zionistische“ Beteiligung an den Anschlägen vom 11. September diskutierten. Sizer bestritt danach nicht nur offiziell seine Beteiligung an der Konferenz, sondern verteidigte sie auch noch, da es keine antisemitische Angelegenheit sei.

Sizer ist regelmäßig als Organisator, Referent und Diskussionsteilnehmer an der Veranstaltung Christ at the Checkpoint in Bethlehem beteiligt, bei der Israel und seinen christlichen Unterstützern die Schuld für alles Schlechte gegeben wird, was im Nahen Osten passiert.

Foto: Dr. Stephen Sizer bei der Bethlehemer Konferenz 2012.

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