Wer ist Yehuda Glick und warum wurde auf ihn geschossen?

Dienstag, 4. November 2014 |  NAI-Redaktion

Ein palästinensischer Terrorist hat in der vergangenen Woche auf Rabbi Yehuda Glick (Foto) geschossen und ihn dabei fast getötet. Das Attentat ereignete sich im Anschluss an einen Vortrag Glicks im Menachem-Begin-Zentrum in Jerusalem. Er sprach dort über „Israels Rückkehr auf den Tempelberg“. Die meisten Israelis wussten sofort, warum gerade Glick das Ziel eines Attentates war, aber Lesern aus dem Ausland sind der Rabbiner und seine Arbeit vielleicht nicht bekannt.

Warum wollen Israels „Friedenspartner“ Glicks Tod? In den Augen der Palästinenser hat Glick, ein Jude mit israelischer und amerikanischer Staatsbürgerschaft, ein unerhörtes und unverzeihliches Verbrechen begangen, indem er sich für das Recht der Juden einsetzte, auf dem Tempelberg zu beten, der heiligsten Stätte des Judentums.

Als Oberhaupt der HaLiba (Initiative für die Freiheit der Juden auf dem Tempelberg) und als früherer Direktor des Tempel-Institutes stand Glick lange Zeit an der Spitze, was die Bemühungen um Religionsfreiheit für Nicht-Muslime auf dem Tempelberg angeht.

Glick wurde in westlichen Medien oft als fanatischer Anhänger des rechten Flügels beschrieben. Doch er hatte mehrfach öffentlich erklärt, es sei nicht seine Absicht, die Muslime vom Tempelberg zu vertreiben. Er und seine Mitstreiter wollten einfach nur dieselben Rechte für Juden. Dafür setzte er sich politisch ein, rief aber niemals zu Gewaltanwendung auf. Nicht-Muslime dürfen derzeit den Tempelberg nur stundenweise betreten und dort keine religiösen Handlungen wie beten, singen oder lesen in der Bibel unternehmen. Für viele Muslime ist Glick ein Extremist, weil er aus ihre Sicht den Status Quo auf dem Tempelberg und damit den Weltfrieden bedroht. In einem Interview mit der deutschen Zeitung Die Welt im Sommer sagte der 50-Jährige: „Ich will ein Gebetshaus für alle Menschen an diesem Ort, dem heiligsten der Welt.“

Nach eigenen Angaben hat er den Tempelberg mehr als 1000 Mal besucht. Und dafür hat er einen guten Grund: als Fremdenführer erzählt er den Touristen, wie viel jüdische Geschichte sich unter dem drittheiligsten Ort des Islam versteckt.

Bei seinen Besuchen wird Glick regelmäßig von Muslimen beschimpft und sogar angegriffen. Einmal kam es zu einem Handgemenge mit erregten Muslimen, die Polizei untersagte ihm deshalb den Zugang zum Tempelberg. Der Rabbi trat daraufhin 53 Tage in einen Hungerstreik, bis ihm ein Gericht erlaubte, den heiligen Ort wieder zu betreten.

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