Neuer Trend: Kippa aus dem 3D-Drucker

Freitag, 24. Oktober 2014 |  NAI-Redaktion

Wenn es um die Gestaltung ihrer Kopfbedeckung geht, sind Juden sehr kreativ. Das Gebetskäppchen (Kippa) wird in Israel beispielsweise in den Nationalfarben mit dem Davidsstern angeboten. Beliebt ist auch die Kippa mit dem Logo des Lieblings-Sportvereins oder die schlichte olivgrüne Militärversion. Nun gibt es einen neuen Trend: Die individuelle Plastik-Kippa aus dem 3D-Drucker.

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, um einen Davidstern zu kreieren: Zum einen, indem man zwei Dreiecke überlappen lässt, oder alternativ die Ecken eines Sechsecks verbindet. Craig Kaplans bevorzugte Methode ist es, winzige Kunststoffschichten mittels 3D-Drucktechnik übereinander zu legen und diese zu verschmelzen. Kaplan, seines Zeichens Informatik-Professor, hat diese Methode nun angewandt, um zum ersten Mal eine Kippa aus Plastik herzustellen. Seine Gebetshütchen sind bereits in acht Farben und zwei verschiedenen Stilen verfügbar. Sie sind so gestaltet, dass ineinander greifende Davidsterne ein Netz bilden.

„Es ist die geometrische Darstellung einer symbolischen Figur des Judentums,“ sagt Erfinder Kaplan. „Außerdem ist es ästhetisch wunderschön.“ Die Kippa aus dem 3D-Drucker ist an sich nur ein Querschnitt aus einer Kugel, erläutert Kaplan. Deshalb sei es für ihn ein leichtes gewesen, eine solche Kippa herzustellen. Der Tüftler lehrt an der Fakultät der Universität von Waterloo, Ontario. Er bastelte sich selbst einen 3D-Drucker und mit für ihn einfachen mathematischen Vorgaben konnte er die Kippa herstellen. Er wählte die Größe der Kugel in Relation zu der durchschnittlichen Größe eines männlichen Kopfes. Und nach einigen Versuchen gibt es die Kippa aus dem 3D-Drucker nun im Internet zu kaufen.

Kaplans Interesse an der Kippa war rein wissenschaftlicher Natur, nicht religiöser. Er beschäftigt sich viel mit Computermethoden in der Kunst und hat auch schon einige Artikel über die Geometrie islamischer Sterne veröffentlicht. Als Kind trug er in der Schule immer eine Kippa, dies sei auch die einzige Verbindung, die er zu der Kopfbedeckung habe. „Ich mache das nicht, um meine tiefe spirituelle Sehnsucht zu erfüllen. Die Kippa bringt mich emotional in meine Jugend zurück. Aber es hat für mich nichts Religiöses. Es ist einfach nur ein Objekt, das mich interessiert,“ erklärt Kaplan. „Ein 3D-Druck ist nichts, was für die Massenproduktion taugt. Die Stückkosten verringern sich nicht, auch wenn mehr davon bestellt werden.“ An einer Massenproduktion der Kippa ist Kaplan ohnehin nicht interessiert: „Dann würden Sie einfach nur ein Stück Plastik auf dem Kopf tragen.“

Foto: Craig Kaplan

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