Nordirland als Vorbild für Konfliktlösung im Nahen Osten?

Freitag, 13. Juni 2014 |  Aviel Schneider

„In den nächsten Jahren wird die Palästinenserführung nur noch aus ehemaligen palästinensischen Strafhäftlingen bestehen“, erklärte der palästinensische Minister für die in Israel verhafteten Palästinenser, Fares Kadura (Fatah), vor israelischen Studenten. Er selbst war 14 Jahre in israelischen Gefängnissen inhaftiert.

Kürzlich nahm er gemeinsam mit dem irischen Rev. Gary Maison an einer Tagung in der israelischen Medienakademie „Sapir“ teil. Gemeinsam mit dem israelischen Forschungsinstitut für Nationale Sicherheit (INSS) wurde über politische und Sicherheits-Häftlinge im Nahost-Konflikt zwischen Israelis und Palästinenser debattiert. Rev. Mason war mit an der Konfliktlösung in Irland tätig.

„Wir müssen uns fragen, ob Israelis und Palästinenser in unserer Situation gemeinsam ein Vision für die Zukunft haben, mit der der Nächste leben kann“, sagte der israelische Rechtsanwalt Gilad Scher in seiner Rede. Scher war einst in den Verhandlungen mit den Palästinensern unter Rabin involviert gewesen. „Was wir in Gesprächen mit Strafhäftlingen in Nordirland von beiden Seiten verstanden haben ist, dass ein breites Einverständnis in der Gesellschaft nötig ist. Nicht nur ein unterschriebenes Abkommen.“

Der palästinensische Minister Kadura bekräftigte, er habe erstmals im israelischen Gefängnis verstanden, dass er mit den Israelis reden muss. „So wie zwischen Häftlingen und Gefängniswärtern, damit beginnt der Dialog bis zu den politischen und wichtigen Sicherheitsfragen“, fügte Kadura hinzu.

„Als ich 18 Jahre alt war, wurde ich verhaftet und im Alter von 32 wurde ich freigelassen. Alles was ich gelernt habe, habe ich bei den Israelis im Gefängnis gelernt. Nicht jeder Mensch kann schicksalhafte Entscheidungen in Bezug auf Ideologie und Geschichte treffen. Unser Konflikt benötigt besondere Leiter, die das verstehen und das Vertrauen im Volk dafür haben. Und dies ist meistens unter den palästinensischen Strafhäftlingen zu finden.“

Demgegenüber erklärte Rev. Mason, dass Strafhäftlinge während der Gefängniszeit politischer werden. „In den israelischen Gefängnissen lernen die Palästinenser die israelische und jüdische Geschichte und Kultur kennen. Damit wollen sie ihren Feind besser verstehen, was auch positiv zu sehen ist, denn damit lernt man sich besser kennen“, so Rev. Mason, der sich seit etlichen Jahren mit der jüdischen Geschichte und dem Nahost-Konflikt beschäftigt.

„Vor wenigen Jahren besuchte eine Hamas-Delegation Belfast, um vor Ort und Stelle von den Iren politische Wenden zu verstehen. Es wurde ihnen geraten, konzentriert euch nicht auf die Israelis, sondern auf eure Wähler.“ Davon hat die Hamas wahrscheinlich viel profitiert, denn in der palästinensischen Bevölkerung wird die Hamas im populärer.

Was allerdings übersehen wurde, ist die Tatsache, dass der Konflikt in Nordirland, der jahrzehntelang nicht lösbar schien, innerhalb der christlichen Religionsfamilie unter zwei Kirchen ausgetragen wurde. Im Nahen Osten existiert ein Konflikt zwischen der Arabischen Welt und Israel – Islam und Judentum – egal wie man es darstellt oder politisch manipuliert, die zwei Religionen und ihre unterschiedlichen Weltanschauungen sind der Grund für den Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern.  

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