Umfrage zeigt tiefe Gräben in israelischer Gesellschaft

Mittwoch, 21. Mai 2014 |  NAI-Redaktion

70 Prozent der Juden haben Angst, durch eine arabische Stadt zu fahren. 81 Prozent der Ultraorthodoxen sind gegen eine Ehe mit säkularen Menschen. Das hat eine Umfrage des Achva Academic College ergeben. Die ermittelten Zahlen zeigen eine deutliche Entfremdung zwischen den verschiedenen Gruppen innerhalb der israelischen Gesellschaft. Die Forscher fanden es erschreckend, wie wenig die verschiedenen Gruppen innerhalb der israelischen Gesellschaft voneinander wissen.

Insgesamt wurden 1000 Menschen befragt. Die Hälfte der befragten Israelis (säkular oder religiös) gab an, mit der Lebensweise der Ultraorthodoxen in Israel nicht vertraut zu sein. Nur 38 Prozent sagten, dass sie einen Ultraorthodoxen zum Freund haben.

Drei Viertel der Ultraorthodoxen erklärten, sie spüren, dass die säkulare Mehrheit versuche, ihnen ihre Lebensweise aufzudrängen. Auf die Frage, ob sie damit einverstanden wären, wenn ihre Kinder mit Nicht-Ultraorthodoxen zusammen oder verheiratet wären, sagten 81 Prozent, sie würden sich einer solchen Verbindung widersetzen.

Die Umfrage beleuchtete auch den Status Quo, und ob Juden überhaupt etwas daran ändern wollen, dass sie sich voneinander entfremdet haben. Laut der Studie wollen aber weder die säkularen Israelis noch die ultraorthodoxen Israelis sich gegenseitig verstehen lernen. 70 Prozent gaben jeweils an, nicht daran interessiert zu sein, die andere Gruppe besser zu kennen.

Wenn es um die arabische Minderheit geht, sind die ermittelten Zahlen noch krasser. Nur 34 Prozent der befragten Juden geben an, mit der arabischen Lebensweise vertraut zu sein. Und nur 27 Prozent haben einen arabischen Freund oder Bekannten.

Laut der Studie glaubt die Mehrheit der Israelis (61 Prozent), dass der Wert ihrer Immobilie drastisch sinkt, wenn ein Araber ins Nachbarhaus ziehen würde. Noch mehr Israelis (74 Prozent) gaben an, ihre Kinder nicht in gemischten jüdisch-arabischen Klassen unterrichten zu lassen.

Alean Al-Krenawi, Präsident des Achwa Academic College, erläuterte: „Der Entfremdungsindex zeigt die Angst vor der jeweils anderen Kultur, wie sie für die israelische Gesellschaft charakteristisch ist. Vorurteile und Stereotype, die aus Unwissenheit abgeleitet werden, schüren die Angst vor der jeweils anderen Kultur. Da muss sich etwas grundlegend ändern. Ich hoffe sehr, dass künftige Umfragen ein anderes Bild zeichnen.“

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