Das Märchen von der Christenverfolgung in Israel

Freitag, 9. Mai 2014 |  Ein Kommentar von Tommy Mueller

Die römisch-katholische Kirche schlägt Alarm. Zwei Wochen vor dem Besuch von Papst Franziskus im Heiligen Land beklagt der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Fuad Twal, eine „Welle des Fanatismus gegen Christen“. Anlass der Aufregung: Das katholische Notre-Dame-Zentrum in Ostjerusalem ist am Montag besprüht worden. Unbekannte hatten in Hebräisch an eine Säule geschrieben: „Tod den Arabern und Christen und allen, die Israel hassen.“

In diesem Jahr gab es bereits 14 derartige „Preisschild“-Attacken. Sie werden von radikalen Jugendlichen verübt, die mit ihren illegalen Aktionen darauf hinweisen wollen, dass es einen Preis habe, Juden „ihr“ Land zu nehmen und es an Palästinenser zu übergeben.

Mittlerweile vergeht kaum ein Tag, an dem die internationalen Medien sich nicht mit den „Preisschild“-Aktionen beschäftigen. Auch in Deutschland berichten die Medien in großer Aufmachung über das „geschändete Kloster“ und erwecken den Eindruck, die Christen in Israel würden systematisch bedrängt. In Jerusalem sind die Reaktionen mittlerweile geradezu hysterisch: mehrere Politiker, allen voran die linksorientierte Justizministerin Livni, forderten, die Farbschmierer als „Terroristen“ einzustufen und entsprechend zu behandeln.

Um allen Missverständnissen vorzubeugen: Wer fremdes Eigentum beschädigt, beschmiert oder wer Autoreifen aufschlitzt, muss ermittelt und bestraft werden. Bei Jugendlichen bietet sich beispielsweise gemeinnützige Arbeit an – und eine Wiedergutmachung des angerichteten Schadens.

Die Forderung, diese irregeleiteten jüdischen Jugendlichen als „Terroristen“ zu behandeln, schießt aber weit über das Ziel hinaus. Es ist ein großer Unterschied, ob jemand eine Bombe in einem Bus platziert, um die Passagiere in die Luft zu sprengen (zuletzt im Dezember 2013 in Bat Yam), oder ob muslimische Extremisten mit Raketen auf Israels Zivilbevölkerung feuern (in diesem Jahr bereits über 100 Mal). Die Entrüstung darüber hält sich selbst in den christlichen Medien in Grenzen. Vielleicht, weil es hier „nur“ um Juden als Opfer geht? Keiner dieser meinungsmachenden Gutmenschen kommt jedenfalls auf die Idee, jene palästinensischen Jugendlichen als „Terroristen“ zu brandmarken, die mittlerweile fast jedes Wochenende Steine auf israelische Fahrzeuge und Polizisten werfen – zum Teil mit professionellen Schleudern. Tote und Verletzte werden in Kauf genommen.

Die palästinensischen Würdenträger der christlichen Kirchen im Heiligen Land zeichnen ganz bewusst das Bild eines Judenstaates, der Andersgläubige unterdrückt. Schnell ist da vom Apartheid-Staat die Rede, den Israelis wird Rassismus vorgeworfen.

Tatsächlich ist genau das Gegenteil der Fall. Israel ist das einzige Land im Nahen Osten, in dem Christen ihren Glauben frei leben und ihre Meinung sagen können, ohne dafür bittere Konsequenzen fürchten zu müssen. Empfehlenswert ist ein Blick in den Weltverfolgungsindex 2014 des überkonfessionellen Hilfswerks „Open Doors“, erstellt aufgrund wissenschaftlich erhobener Daten. Der Index listet jene Länder auf, in denen Christen wegen ihres Glaubens verfolgt und benachteiligt werden. Syrien belegt Platz drei, Ägypten Rang 22, Jordanien Rang 26, die Palästinensergebiete (!) liegen auf Platz 34. Israel kommt gar nicht vor - eine Insel der Freiheit inmitten übelster Nachbarn!

Wer angesichts dieser Fakten von Christenverfolgung in Israel und von einer Welle des Terrorismus gegen christliche Kirchen und Klöster spricht, ist entweder blind, bösartig oder einfach nur ein Antisemit.

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